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JAN VOGLER IN SWR2 "ZUR PERSON"

04. Januar 2012
Jan Vogler war am 29. Januar 2012 von 15:05-17 Uhr in der Portraitsendung "Zur Person" in SWR 2 zu Gast. Noch bis zum 5. Februar kann man die Sendung nachhören unter http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/zur-person/-/id=660494/did=9161438/pv=mplayer/vv=popup/nid=660494/1ndtdcy/index.html

JAN VOGLER IM FEBRUAR

26. Januar 2012

Im Februar ist Jan Vogler zunächst mit einem Rezital mit dem Pianisten Martin Stadtfeld in der Historischen Stadthalle Wuppertal zu Gast (8. Februar). Auf dem Programm stehen Sonaten von Bach sowie die Sonate von Schostakowitsch.

Die Bach-Sonaten haben die beiden 2009 gemeinsam für Sony eingespielt.

Am 19. Februar ist Vogler mit einem Solo-Abend auf Schloss Elmau zu Gast. Er spielt Solosonaten von Bach. Auch von diesen ist eine Aufnahme in Arbeit - die CD mit den sechs Solo-Suiten soll im Sommer 2012 erscheinen.




JAN VOGLER...

15. Dezember 2011
sagt „Wissen schafft Kultur“ und unterstützt damit die TU Dresden. Diese hat als einzige Hochschule der neuen Bundesländer die Chance, mit dem Titel „Exzellenz-Universität“ ausgezeichnet und entsprechend gefördert zu werden: www.tu-dresden.de/exzellenz 

Ein Video dazu sehen Sie hier: http://tu-dresden.de/exzellenz/unterstuetzer/testimonials/unterstuetzer/testimonials/Vogler - und etwas weiter unten lesen Sie ein Interview dazu.

JAN VOGLER IM JANUAR

06. Januar 2012
Jan Vogler beginnt das neue Jahr mit einer Aufnahme des Triplekonzerts von Beethoven im New Yorker Di Menna Center, zusammen mit dem Orchester The Knights, Colin Jacobsen (Violine) und Antti Siirala (Klavier).

Mit The Knights wird er schon im März 2012 in Deutschland zu hören sein:
20. März, 20 Uhr, Ludwigsburg, Reithalle
21. März, 20 Uhr, München, Prinzregententheater
24. März, 20 Uhr, Darmstadt, Staatstheater
25. März, 20 Uhr, Köln, Philharmonie
27. März, 20 Uhr, Düsseldorf, Tonhalle
.

Auf dem Programm stehen Werke von Beethoven, Jimi Hendrix, Schostakowitsch, Liszt u.a.

FROHE WEIHNACHTEN!

20. Dezember 2011
Allen Besuchern meiner Homepage wünsche ich besinnliche Weihnachtstage und eine gesundes und gutes 2012! 
2011 war eine wunderbares Musikjahr für mich, mit vielen schönen Aufgaben. Ich nehme Erinnerungen an viele Konzerte mit inspirierenden Partnern, an die stimmungsvollen Dresdner Musikfestspiele 2011 und an einen sehr gelungenen Jahrgang des Moritzburg Festivals mit ins neue Jahr. Bei Ihnen allen bedanke ich mich für Ihre Treue, Ihre Liebe zur Musik und freue mich darauf, Sie im neuen Jahr wieder zu treffen, hier auf meiner Website oder 'live' bei den Konzerten.

Ihr Jan Vogler

"MIT ELEGANZ UND NATÜRLICHEM FLUSS" (DIE RHEINPFALZ)

19. Dezember 2011
Dvořák Cellokonzert mit der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern:
„Die Zuhörer erlebten ein klangschönes und von großer Wärme erfülltes kostbares Instrument, dessen Klang, die souveräne Technik des Interpreten und die glühende Intensität des Musizierens für eine vor allem im Mittelsatz beseelte und verinnerlichte Interpretation sorgte. Der souverän herausgearbeitete Kontrast zwischen den langsamen Teilen und dem virtuosen Glanz der schnellen Abschnitte, die subtil und liebevoll ausgeformten Details waren ein großer Wurf.“ 
Die Rheinpfalz, 19. Dezember 2011

JAN VOGLER IN OSLO UND SAARBRÜCKEN

05. Dezember 2011

Der Cellist Jan Vogler ist im Dezember in Oslo und der Saarbrücken zu Gast:


Mit dem Oslo Philharmonic spielt Vogler unter der Leitung von Fabio Luisi am 8. und 9. Dezember Don Quixote von Richard Strauss. Dieses Werk haben Vogler und Luisi bereits 2004 auf einer Sony-CD vorgelegt.


Am 18. Dezember präsentieren Jan Vogler und die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern unter der Leitung von Karel Mark Chichon in Saarbrücken das Cellokonzert von Dvorak. Dieses liegt auf der Sony-CD "The Secrets of Dvorak's Cello concerto" mit dem New York Philharmonic unter David Robertson vor.

PRESSESTIMMEN - TOURNEE MIT DEM LA FOLIA BAROCKORCHESTER

17. November 2011
"Höhepunkt dieses erstrangigen Konzerts aber bildeten zwei Violoncellokonzerte von Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788), die das La Folia Barockorchester gemeinsam mit dem Cellisten Jan Vogler zur Aufführung brachte. Zu Unrecht bekommt man diese Werke fast nie zu hören wie schon wenige Takte des Concerto für Violoncello in a Wq 170 bewiesen, die vom Orchester mit hinreissender Verve interpretiert wurden. (…), sang Cellist Jan Vogler seine Partie kontrastreich aus, um anschliessend mit breitem Strich und ausgefeilter Agogik den zweiten Andante-Satz zu zelebrieren. Im dritten Allegro assai zu spielenden Satz schliesslich entspann sich ein Dialog zwischen Soloinstrument und Orchester, der sich zu einem energiegeladenen Fest voller dynamischen Finessen entwickelte. Vor soviel Können neigt der kleinliche Kritiker ehrfürchtig sein Haupt!"
Basellandschaftliche Zeitung, November 2011

"Der Königsstuhl wird besetzt, Jan Vogler taucht auf, begrüßt das Publikum und stellt auch in angenehm anschaulicher Weise die beiden Stücke vor, die er für dieses Kulturring-Konzert ausgewählt hat. Es liegt dem mehrfachen ECHO-Klassik-Preisträger offensichtlich sehr am Herzen, für sie zu werben, und er hat auch guten Grund dazu: Zwei Cello-Konzerte von Bach-Sohn Carl-Philipp Emanuel hat er mitgebracht, eines in Adur und eines in A-Moll. Beide, so Vogler, seien viel rebellischer, modischer, kantiger und, ja, sentimentaler als die Stücke des Vaters. Eine Brücke zur Wiener Klassik habe der Filius geschlagen und wenn Orchester und Solist dann loslegen mit ihrem Spiel, bestätigt sich dies sofort. Es sind rasante Dialoge und Argumentationen zwischen Ich und Welt, die hier ausgetragen (manchmal geradezu ausgefochten) werden, getragen von einer unermüdlichen, wirbelnden, furiosen Spiellaune. Vogler, (…), wirft sich mit wunderbarer Klarheit und Eindringlichkeit in die glänzenden, farbintensiven Stücke und schafft in den langsamen Sätzen eine schwebende, bewegende Melancholie."
Hildesheimer Allgemeine Zeitung, November 2011

JAN VOGLER IM FERNSEHEN - ARTE LOUNGE

26. Oktober 2011
Jan Vogler war am 8. November 2011 in einer neuen Folge der ARTE Lounge zu erleben - Hier können Sie die Sendung  nachschauen: http://liveweb.arte.tv/de/video/ARTE_Lounge_Jan_Vogler/.

Ebenfalls im November: Die Tournee mit dem La Folia Barockorchester mit Konzerten in Hildesheim (9. November), Schwetzingen (11. November) und Basel (13. November).

JAN VOGLER IN CLEVELAND - KONZERTKRITIK

12. Oktober 2011
"(...) The evening rose to another level altogether when Vogler arrived to play the greatest cello concerto of them all. Dvorak composed his masterpiece - a ravishing blend of New World and Old World elements – while in residence in the United States in the mid-1890s.
Vogler immersed himself in the work’s impassioned narratives, luxuriating in the luscious thematic material and moments of contemplative beauty. When Dvorak calls for forceful declamation and nimble attack, the cellist complied with playing of articulate brilliance. In the slow movement, he gave heightened definition to poetic nuances. (...)" Cleveland Plain Dealer, 12 October 2011

Read the full article here: http://www.cleveland.com/musicdance/index.ssf/2011/10/citymusic_cleveland_review.html

"WIE MAN HÖRERN NEUE MUSIK NAHE BRINGT" - SOLOABEND HELLERAU (DRESDNER NEUESTE NACHRICHTEN)

10. Oktober 2011
[…] Musiker stehen deshalb meist vor dem Problem, nicht nur neue Musik bestmöglich zu präsentieren, sonder für deren Verständnis auch noch das geistige Umfeld zu schaffen. Aber welcher Musiker ist dazu in der Lage? Ein besonders gutes Beispiel war im diesjährigen TonLagen-Festival in Hellerau zu erleben. Cellist Jan Vogler erklärte gleich zu Beginn seines Programms, dass es nur relativ wenige Werke enthält, diese aber so genau wie möglich vermittelt werden sollten. Dabei kreiste sein Spiel immer wieder um die Werke für Violoncello solo von J.S. Bach. Die diensten ihm auch dann, wenn er nur wenige Takte daraus spielte, als Einleitung und Einstimmung für die kommenden Kompositionen von Witold Lutoslawski, György Kurtág und Steve Reich. Die lockere Selbstverständlichkeit, mit der Vogler über die Werke, ihre Entstehung, ihr thematisches Material und andere Details sprach, hatte zum Ergebnis, dass man unversehens merkte, ein Stück klüger geworden zu sein. Was Vogler vermittelte, hatte einen ausgesprochen privaten Ton und zeugte zudem von umfassendem Hintergrundwissen, dem sich das Publikum bereitwillig öffnete. Besonders hervorzuheben war außerdem , dass er die meisten der recht kurzen Stücke zweimal spielte. Da war beim zweiten Mal die Atmosphäre eines Stücks eine Spur anders, und selbst eine weitere Wiederholung hätte nicht das Gefühl der Übersättigung hervorgerufen.

Das Konzert war ein Musterbeispiel für die Vermittlung zeitgenössischer Musik, die auch von anderen Musikern genutzt werden sollte. Freilich müssen sie es nicht nur wollen, sondern auch können. Vogler kann’s und sollte es viel öfter wollen. Es tät uns gut, denn wir haben immer noch einiges nachzuholen.
Peter Zacher, Dresdner Neueste Nachrichten, 10. Oktober 2011

"GERMAN CELLIST JAN VOGLER ON A MISSION WITH DVORAK" - PORTRAIT (CLEVELAND PLAIN DEALER)

09. Oktober 2011
Jan Vogler is a virtuoso as cellist, leader of music festivals and accruer of frequent-flier miles.

One week, he's in New York spending time with his family and practicing. Another week, he's in Europe, appearing as soloist or taking care of duties in Germany as general director of the Dresden Music Festival and artistic director of the Moritzburg Chamber Music Festival.

And this week? The Dresden-born cellist will be in Cleveland playing the Dvorak Cello Concerto around Northeast Ohio with the chamber orchestra CityMusic Cleveland.

Vogler, 47, might have made it here sooner if his schedule had allowed. He was invited several years ago by James Gaffigan, former music director of CityMusic, under whom he performed Brahms' Double Concerto (with violinist Robert Chen, concertmaster of the Chicago Symphony) at the Moritzburg Festival. "I'm happy to come, because Cleveland is the only one of the music centers in America where I have not played," Vogler said recently by phone from New York. "Of course, I hope to be invited by the Cleveland Orchestra, but that could be in 10 or 15 years.

"I want to take the chance to see Cleveland.
James spoke very highly of [CityMusic]. It's interesting to go with free concerts to many neighborhoods. It's a wonderful mission."

Vogler's mission this week centers on a work with which he's intimately acquainted. In 2004, he embarked on a project to rethink the Dvorak Cello Concerto, one of the staples of the repertoire and the piece he's
most often asked to perform.
But Vogler suspected there was more to discover. Working with Dvorak scholar Michael Beckerman, he delved deeply into the concerto's history and substance before recording the piece with the New York Philharmonic led by David Robertson.

"There comes a point in every cellist's life when you have to forget about how you studied it and learned it and find your own way of interpreting the piece," he said. On the way to his new interpretation, Vogler learned that the Bohemian-born Dvorak was influenced by American music, including African-American songs, while serving as director of the National Conservatory of Music in New York, where he composed the concerto in 1894 and 1895.

Vogler's Sony Classical recording of the work, "The Secrets of Dvorak's Cello Concerto," contains Dvorak chamber music and songs, as well as "Jeanie With the Light Brown Hair," by an American composer who inspired him, Stephen Foster. "People say, 'Oh, he was homesick. He composed Bohemian tunes,' " Vogler said of Dvorak. "It's not true. It's a rumor, I think."

What's certainly not a rumor is the rising success of the Dresden Music Festival since Vogler took over three years ago. This year's festival, held in May and June, included a New York Philharmonic residency and performance of Mahler's Sixth Symphony with the Berlin Philharmonic under Sir Simon Rattle. "The Heart of Europe" is the theme of the 2012 festival, which will focus on the region around Budapest, Prague and Vienna and the marriage of folk music with aristocratic traditions. "

This is the secret of this region, which makes these composers so great," said Vogler.

One of them is Dvorak.

Donald Rosenberg, The Plain Dealer, 9 October 2011

JIMI HENDRIX AUF DEM CELLO – CD-KRITIK

26. September 2011
„Schostakowitsch im angesagtesten New Yorker Club, das geht: Deutschlands Starcellist Jan Vogler hat im „Poisson Rouge“ das Cellokonzert des legendären Russen gespielt, daraus eine tolle Live-Aufnahme gemacht und dem Riesenwerk jede überflüssige Romantik ausgetrieben. Spieltechnisch in jeder Hinsicht brillant wird er begleitet vom Avantgarde- Ensemble The Knights. Die Aufnahme ist clubmäßig, dadurch unmittelbarer als bei ähnlichen großsinfonischen Werken, so bekommt man die volle Schroffheit. Aber das stärkste Stück der CD „Experience“ (Sony) ist die Fassung von Jimi Hendrix’ „Machine Gun“, gesetzt für Cello und  Streichorchester. Der Sound ist stärker, komplexer, härter und abenteuerlicher, als man es je mit einer E-Gitarre erreichen könnte. Play it loud! – und die Nackenhaare stellen sich senkrecht. Angereichert wird das Ganze durch einige bekannte Schostakowitsch- Walzer, die hier deutlich angeschärft werden.“
Neue Presse Hannover, 26. September 2011

HÖCHSTNIVEAU: MAAZEL UND VOGLER BRILLIEREN - KONZERTKRITIK

27. September 2011
"… Klangkultur auf höchstem Niveau. Die auch Cellist Jan Vogler in Schostakowitschs 1. Cellokonzert ins Spiel brachte – technisch perfekt, im Vergleich zur russischen Konkurrenz eher herb und straff mit energischem Bogenstrich. Satter Applaus.“ - Neue Presse Hannover, 27. September 2011

JAN VOGLER ZU GAST BEI ARTE LOUNGE

15. September 2011
Am 17. September tritt der Cellist und Festival-Intendant Jan Vogler in der Aufzeichnung zu einer neuen Folge der »ARTE Lounge« im Astra Kulturhaus in Berlin-Friedrichshain auf. Durch den Abend führen der Moderator Yared Dibaba und die französische Sängerin und Moderatorin Marianne James sowie der Pianist Andreas Kern.

Diese »ARTE Lounge« wird am 2. November auf Arte TV gesendet.

BUNDESPRÄSIDENT A.D. HORST KÖHLER ÜBER JAN VOGLER: "EIN GLÜCKSFALL FÜR DRESDEN"

05. September 2011



Jan Vogler erhielt am 4. September den Erich-Kästner Preis 2011 vom Dresdner Presseclub e.V., weil er sich um "Toleranz, Humanität und Völkerverständigung verdient gemacht und damit im öffentlichen Leben Maßstäbe gesetzt hat". Das Preisgeld in Höhe von 10.000 EUR, von Herrn Dr. Wilhelm Zörgiebel verdoppelt, stiftet er der Stiftung Moritzburg Festival. Aus der Laudatio von Bundespräsident a.D. Horst Köhler: "Der Presseclub konnte keinen besseren Preisträger finden. Jan Vogler ist ein Mutmacher mit großer Leidenschaft für Dresden!" Einige Photos von der Preisverleihung finden Sie HIER.

JAN VOGLER IM NATIONAL PUBLIC RADIO (USA)

02. September 2011
Am 2. September 2011 war Jan Vogler in der USA-weit ausgestrahlten Sendung "All Things Considered" zu Gast, um über seine neue CD "Die Forelle | Trout Variations" zu sprechen. Den Beitrag können Sie hier nachhören.

JAN VOGLER IM SEPTEMBER 2011

02. September 2011
Den renommierten Erich-Kästner-Preis des Presseclubs Dresden erhält 2011 der Cellist Jan Vogler. Die Preisübergabe erfolgt im Rahmen eines Festakts am 4. September 2011 um 11 Uhr auf Schloss Albrechtsberg in Dresden, die Laudatio hält Bundespräsident a. D. Horst Köhler. Der Preis ist mit EUR 10.000 dotiert und wird vom Preisträger für kulturelle, soziale oder karitative Zwecke zur Verfügung gestellt. Vorige Preisträger waren u.a. Ignatz Bubis, Marion Gräfin Dönhoff oder Hans-Dietrich Genscher.

Nach einem Gastspiel beim Dvořák-Festival in Prag am 19. September ist Jan Vogler am 25. September wieder am Cello in Deutschland zu hören: Mit den Münchner Philharmonikern unter Lorin Maazel spielt er Schostakowitschs Cellokonzert Nr. 1 im Kuppelsaal Hannover. Jan Vogler und Lorin Maazel verbindet eine besondere Beziehung: Mit dem New York Philharmonic spielten sie im Herbst 2005 gemeinsam bei der Wiedereröffnung der Frauenkirche in Dresden.

Der Oktober hält Auftritte im Festspielhaus Hellerau mit einem zeitgenössichen Soloprogramm (7. Oktober) sowie einen Abend mit Bachs Solosuiten auf Schloss Elmau (29. Oktober) bereit. Letztere hat Jan Vogler für Sony eingespielt - die CD soll im kommenden Winter erscheinen. Zuletzt veröffentlichte Sony „Die Forelle – Trout variations“ – Schuberts berühmtes Thema und eigene Variationen von Musiker-Kollegen des Moritzburg Festivals.

In den darauffolgenden Monaten wird Jan Vogler z.B. mit Hélène Grimaud in Paris (6. November), mit dem La Folia Barockorchester in Hildesheim (9. November), Schwetzingen (11. November) und Basel (13. November), in Oslo mit dem Oslo Philharmonic unter Fabio Luisi (8./9. Dezember) und in Saabrücken mit der Deutschen Radio Philharmonie (16./18. Dezember) zu hören sein.

Am 1. September stellte Festspiel-Intendant Jan Vogler in einer Pressekonferenz das Programm der Dresdner Musikfestspiele 2012 (15. Mai-3. Juni) vor. Für den 2. und 3. September konnte er zwei der renommiertesten Orchester aus den USA, das Philadelphia Orchestra und, mit seinem einzigen Deutschland-Konzert, das Chicago Symphony Orchestra zu Sonderkonzerten nach Dresden einladen.

»HERZ EUROPAS« DIE DRESDNER MUSIKFESTSPIELE VOM 15. MAI BIS 03. JUNI 2012 MIT VIDEO

01. September 2011
»Ich freue mich, mit den Dresdner Musikfestspielen 2012 jene Region in den Fokus zu rücken, der jeder Musiker oder Musikliebhaber den Titel »Herz Europas« zuerkennen wird: das Dreieck Wien-Budapest-Prag. Dieses starke Herz hat dem musikalischen Titan Europa bis heute weltweit den Ruf als »Wiege der Musik« eingebracht. Ob Kaiserpracht, französische Revolution, Romantik oder industrielle Revolution – alles wurde zwischen Donau und Moldau zu Musik und strahlt bis heute für die gesamte Menschheit.« (Jan Vogler, Intendant der Dresdner Musikfestspiele)

Sehen Sie hier ein Video, in dem Jan Vogler das Programm 2012 vorstellt: www.musikfestspiele.com/cms/de/musikfestspiele/sehen

Das Herz dieser Region schlägt im Rhythmus böhmischer, ungarischer und österreichischer Volksmusik ebenso wie im Takt des Wiener Hofes. Besonders die musikalischen Traditionen und Stile im Vielvölkerreich der Habsburger sorgten für eine einzigartige, inspirierende Melange. Diese Vitalität, aber auch die Spannung zwischen Glanz und Zerfall der Donaumonarchie förderten eine Kreativität, deren Kraft bis heute nicht nachgelassen hat.

Einen Eindruck davon geben bei den Musikfestspielen 2012:
international renommierte Künstler aus dieser Region wie u.a. die Wiener Philharmoniker mit Daniel Barenboim, die Wiener Sängerknaben, die Tschechische Philharmonie mit Martin Stadtfeld unter Ingo Metzmacher oder Patricia Kopatchinskaja sowie durch das Motto inspirierte Konzertprogramme, beispielsweise von Pierre-Laurent Aimard, Kristian Bezuidenhout, Midori, Artemis Quartett, Angelika Kirchschlager, Hélène Grimaud, Mahler Chamber Orchestra und Leif Ove Andsnes.

Neben diesen musikalischen Entdeckungen entlang der Donau und Moldau nehmen die Dresdner Musikfestspiele im Fahrwasser zahlreicher weiterer Schwerpunkte und künstlerischer Schwergewichte Kurs auf die Festspielsaison 2012. Einige Anker des Programmes 2012 sind:

Premiere des Dresdner Festspielorchesters
Für das sich neu gründende Dresdner Festspielorchester vereinigen die Dresdner Musikfestspiele einige der profiliertesten Barockmusiker aus ganz Europa und knüpfen damit an die Tradition des »Orchestra di Dresda» an. Als Konzertmeister agiert der italienische Geiger Giuliano Carmignola. Bei Ivor Bolton liegt die Leitung dieser Premiere in für historische Aufführungspraxis bewährten Händen.

»Orchestra in Residence« Curtis Symphony Orchestra

Das Curtis Symphony Orchestra mit Mitgliedern des renommierten Curtis Institute aus Philadelphia gestaltet mit den Solisten Jan Vogler und Ray Chen das festliche Eröffnungskonzert in der Frauenkirche. Die jungen Musiker zeichnet nicht nur ein bemerkenswertes künstlerisches Niveau aus. Ihre Flexibilität und Spielfreude vermitteln sie in besonderer Weise auch beim Kammermusik-Marathon in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen, oder beim Zusammentreffen mit Dresdner Schülerinnen und Schülern bei der
Neuauflage von »Let’s Dance!«.

Weitere Programmhöhepunkte
Eine hohe Dichte an international gefeierten Künstlern wird auch 2012 Dresden wieder in Festspielstimmung versetzen. Zu diesen Highlights zählen u.a. die folgenden Konzerte:

- Der britische Tenor Ian Bostridge verfügt über eine Ausdruckskraft, mit der er Bachs Musik in ihrer ganzen Tiefe erfüllt. Für das Konzert mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment könnte kein Aufführungsort passender sein als die Frauenkirche.
- Mit Thomas Hengelbrock und dem NDR Sinfonieorchester stellt sich eine neue vielversprechende Verbindung in der Orchesterlandschaft nun auch in Dresden vor.
- Das Orchester des Mariinsky Theaters unter Valery Gergiev avancierte bereits bei seinem ersten Festspielauftritt zum Publikumsliebling. Nun gestaltet es mit Jan Vogler als Solist ein spannungsreiches Programm mit Bartók, Honegger und Strauss.
- Noch eindringlicher als auf der Leinwand vermittelt sich John Malkovichs
Schauspielkunst auf der Theaterbühne. Gemeinsam mit Martin Haselböck ist er nun im Rahmen der Festspiele in »The Infernal Comedy« zu erleben.
- Mit atemberaubender Virtuosität und Kraft zieht Martin Grubinger seine Zuhörer in den Bann. Diese Wirkung des Schlagzeugers wird durch das industrielle Ambiente der neuen Festivalspielstätte, ein ehemaliges Großschmiedewerk, noch unterstrichen.
- Im Zentrum des Finales gestalten die Filarmonica della Scala und Daniel Harding mit Dvořáks 8. Sinfonie eines der schönsten Orchesterwerke aus dem »Herz Europas«.

Verfemte Komponisten
Die Region im Zentrum Europas ist auch stark von der jüdischen Tradition geprägt. Viele ihrer Komponisten wurden besonders in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verfolgt. Ihnen und ihrem Werk widmen sich u.a. diese Veranstaltungen:
- »Musik in Theresienstadt« - Konzert mit dem Pavel Haas Quartett im ehemaligen Dachtheater der Magdeburger Kaserne
- Daniel Hope und Sebastian Knauer spielen im Deutschen Hygiene-Museum
- Konzert der Neuen Jüdischen Kammerphilharmonie in der Neuen Synagoge.

Wieder zuhause: »La casa disabitata«
177 Jahren wird es gedauert haben, bis diese Oper von Prinzessin Amalie von Sachsen wieder auf die Bühne kommt – im Palais im Großen Garten. Als Bestandteil der Beutekunst ist die Partitur des »Unbewohnten Hauses« aus Russland wieder nach Dresden gelangt.

Festspiele für junges Publikum
- »Let’s dance!« 2012 – Nach dem Erfolg in 2010 kommt es zu einer Neuauflage des Projektes. Unter Anleitung von Royston Maldoom erleben Dresdner Schülerinnen und Schüler, wie gemeinsames Tanzen Grenzen jeder Art zu überwinden vermag.
- »All you can hear« – die Messe wird zum Festspielhaus. Mit Sinfonischem und Kammermusikalischem in vielen Formen und Farben führt die Reise durch die Donaumonarchie – zu einem familienfreundlichen Preis.
- 50% Ermäßigung für Veranstaltungen der »Serie U30« – unser besonderes Angebot für alle Klassikfreunde unter 30. Frei wählbar und flexibel kombinierbar!

Festspielpartner
Die Dresdner Musikfestspiele danken ihren öffentlichen und privaten Partnern – insbesondere den Hauptsponsoren, der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen und der Ostsächsischen Sparkasse zusammen mit der Sparkassenversicherung Sachsen – die nicht nur die Gestaltung des Programms 2012 ermöglichen, sondern die Dresdner Musikfestspiele darüber hinaus dabei unterstützen, auch in der Zukunft ihre Strahlkraft weiter zu entfalten.

Der Kartenvorverkauf für die Dresdner Musikfestspiele 2012 beginnt am 1. Oktober.

"DIESE FORELLE WIRD ANDERS SERVIERT" - CD-KRITIK RBB KULTURRADIO

25. August 2011
Forelle - Schubert - kennt man. Irrtum! Diese Forelle wird anders serviert.
Sommerlich-leichte Kost verspricht schon das Cover mit einem morgendlichen Blick auf das barocke Wasserschloss Moritzburg. Auf der Speisekarte stehen Variationen zum Thema Forelle. Ausgangspunkt ist Schuberts gleichnamiges Lied, hier nicht in der derzeit inflationär anzutreffenden Fassung mit Bratsche und Klavier, sondern dem Text gemäß sehr geschmackvoll dialogisch serviert.Als Hauptgericht wird Schuberts Forellenquintett aufgetischt, mit Liebe zum Detail angerichtet. Bedächtig, in gemessenem Tempo, ja fast behutsam gehen die Interpreten mit der Forelle um, vom befeuernden Kontrabass gewürzt. Die Stimmen sind gut ausbalanciert, das Ganze kammermusikalisch durchhörbar, ohne hallige Soße, eine Wohltat für die Ohren.Die Musiker haben da etwas angerichtet ...Kreativität kennzeichnet die anderen Gänge, denn mehrere der beteiligten Musiker, allesamt europäische Sptzenklasse, pflegen hier eine Kunst, die zu Mozarts Zeiten üblich war – sie komponieren, improvisieren und interpretieren in Personalunion. Von der norwegischen Wildforelle in majestätischer Fjordlandschaft, garniert mit einer Hardangerfiedel, bis zur leicht angejazzten „Forelle blue“ für Violine und Akkordeon –unterschiedliche Geschmacksrichtungen werden locker zu einem Menü zusammengestellt.Einen etwas ironischen Einblick in das Kochstudio  der Komponisten gewinnt man beim unvoreingenommenen Hören in jedem Fall, und es fasziniert, was man mit dem „Ohrwurm“-Thema der Forelle alles anfangen kann. Dabei haben die Musiker durchaus eher den Feinschmecker, denn den Liebhaber derber Hausmannskost vor Augen.... ein ganzes Forellen-Menu - leckerer OhrenschmausFrische „Moritzburg-Atmosphäre“ zu kredenzen versprach der Festivalchef, Cellist Jan Vogler. Und das ist ihm und seinen Freunden mit dieser CD wirklich gelungen, auch wenn sie im Studio entstand und mit nur rund 60 Minuten Länge den Appetit nicht gänzlich zu stillen vermag. Die Produktion lebt von der originellen Zusammenstellung - das ist belebende, schmackhafte leichte Kost in ansprechender Qualität: empfehlenswert.Vorgeschmeckt  von Cornelia Schönberg, kulturradioRBB kulturradio, 25. August 2011

"ÄUSSERST KREATIVER JAHRGANG" - PRESSESCHAU MORITZBURG FESTIVAL 2011

22. August 2011
"Gesamtkunstwerk mit Sahnehäubchen" 

Das 19. Moritzburg Festival endete am Wochenende mit erneut sehr gut besuchten Konzerten auf mitreißendem Niveau.
 

Ein Streichoktett hört man nicht alle Tage, vielleicht wenigstens ein Mal pro Jahr. Erklärbar schon wegen der – im Unterschied zum Streichquartett einfacher Ausführung – großen Materialknappheit. Es gibt praktisch keine Alternative zu Mendelssohns Oktett Es-Dur. Erklingt das Werk beim Moritzburg Festival, dann pflegen Musiker und Publikum in der traditionell ausverkauften Kirche ein Ritual. Verstärkt durch eine kontrastreiche Satzfolge, geht es zugleich durch ein Wechselbad der Emotionen.

Hier ist die Freude an der lupenreinen Ausführung bei sprudelnder Musizierlust: Der Wurf des 16-jährigen Mendelssohn hat die erfrischende Wirkung von Quellwasser, dessen Energie sich über immer neue Formationen freisetzt. Gestern schlüpfte das Geige spielende Multitalent Philippe Quint in die Rolle des primus inter pares und trieb das genussvolle Wetteifern genüsslich voran. Da ist das Seufzen, denn dieser Mendelssohn bedeutet: Es sind die letzten Takte des international bedeutenden Kammermusikfestes, und nur mit einer Zugabe könnte man noch etwas verweilen. Fast zehn Minuten Beifallssturm, bevor sich die Musiker um Festivalintendant Jan Vogler nochmals in den finalen Presto-Satz warfen. Dann war es endgültig vorbei.

Auf barocken Abwegen 

Dreizehn Konzerte, dazu vier Porträtkonzerte gab es in Schloss und Kirche Moritzburg, im Schloss Proschwitz sowie in Dresdens Frauenkirche und Gläserner Manufaktur zu erleben. 6600 Besucher führen zu einer Auslastung von 97 Prozent, meldet das Festival. Selbst die drei öffentlichen Proben sind bestens besucht. Warum nicht? „Man sitzt da halt in normalen Sachen, und ab und zu unterbrechen wir. Sonst ist es ja wie im Konzert“, sagt der Bratscher Nils Mönkemeyer, ein später Neuling in Moritzburg.

Auch Frank Peter Zimmermann, einer der besten Geiger dieser Zeit, gab sein lang ersehntes Debüt. Zwar ist es wider die „Regel“, nur für wenige Tage zur Künstlerfamilie zu stoßen und nur ein einziges Konzert zu beschreiten. Aber in Moritzburg war es wichtig, dass Zimmermann überhaupt kam und obendrein seine Rückkehr in Aussicht gestellt hat. Sein Auftritt am Samstag in der Moritzburger Kirche mit Beethoven und Brahms wurde zu einem Höhepunkt des 19. Jahrgangs.

Wieder einmal ging es aber nicht nur ums Kernrepertoire von Mozart bis Mendelssohn. Das Publikum mag natürlich Klassiker wie Schuberts euphorisch umjubeltes  „Forellenquintett“. Es mag die virtuosen Sahnehäubchen. Es folgt aber ebenso aufmerksam Einladungen auf weniger bekanntes Terrain. Britische Musik war Schwerpunkt  in diesem Jahr. Dahinter steckte nicht der Anspruch, bahnbrechende Entdeckungen zu präsentieren. Wo aber bekommt man schon Benjamin Brittens hochinteressante Streichquartette zu hören? Und auch ein Edvard Elgar hat es verdient, dass man im Kammermusiksaal gelegentlich an ihn denkt. […]

Die 29 Künstler dieses Jahrgangs – viele kamen erstmals, andere sind Stammgäste – stehen für Gespür und Geschick Jan Voglers, eine farbige, vielseitige, sich gegenseitig inspirierende Runde zu gewinnen. Eine der bemerkenswertesten Entdeckungen diesmal spielt weder Geige noch Violoncello.

Nachhall im Wald

Moritzburg braucht auch gute Dirigenten und landete mit Anu Tali einen großen Wurf. Erst formte die Estin, in einem Arte-Porträt „Maestra Baltica“ genannt, die Nachwuchsakademie in Windeseile zu einem unglaublich homogenen Orchester, das Werke von Bach bis Schnittke souverän spielte. Schließlich führte sie beinahe wie eine rettende Hand durch Torsten Raschs schwieriges Melodram „Die träumenden Knaben“.

Ob Mendelssohns „Elfenmusik“ traditionell sonntags 11 Uhr oder ob die Konzerte an den Abenden vorher: Moritzburg biete als freiwilliges Zusatzangebot immer auch reizende Natur abseits der Automagistrale nach Dresden. Da ist der rabenschwarze Wald in Richtung Volkersdorf, in dessen Stille das Gehörte innerlich nachhallt und intensiviert wird. Oder wenn nach einem wieder einmal regenreichen Tag die Nebenschleier schwer über den Wiesen in Richtung Dippelsdorf liegen und der Vollmond sie in ein einzigartiges Licht taucht, dann wird Kammermusik noch im Verklingen zum Gesamtkunstwerk.

Im kommenden [...] Jahrgang, gäbe es wieder Gelegenheit dazu. Es wird freilich nicht die letzte sein. Man bucht schon Künstler für 2014. Dass muss sein, will man die besten gewinnen.
Sächsische Zeitung, 22. August 2011


"Äußerst kreativer Jahrgang"  

Moritzburg Festival ging erfolgreich zu Ende  


Mit zwei umjubelten Konzerten ist gestern das diesjährige Moritzburg Festival zu Ende gegangen. Sowohl am Sonnabend als auch zum Abschlusskonzert am Sonntagvormittag war die Evangelische Kirche Moritzburg ausverkauft, und die Zuhörer hatten noch einmal Gelegenheit, hochkarätigen Instrumentalisten im gemeinsamen Spiel zu lauschen.

Am Sonnabend stellte sich zunächst die Pianistin Alice Sara Ott im Porträtkonzert dem Publikum vor. Die junge deutsch-japanische Musikerin wählte dafür die Sonate Opus 3 Nr. 2 in C-Dur von Ludwig van Beethoven aus. […]

Im darauf folgenden Konzert konnte man das auf den Musikpodien schon renommierte "Trio Zimmermann" kennenlernen, das, bestehend aus dem Geiger Frank Peter Zimmermann, dem Bratscher Antoine Tamestit und dem Cellisten Christian Poltéra, drei außerordentliche Solisten vereint. Dem D-Dur-Streichtrio von Ludwig van Beethoven wurde höchste Wertschätzung verliehen. Mit knackigen Impulsen komplett auf den Punkt musiziert und dabei dennoch flexibel und farbenreich gestaltet, war dies "früher Beethoven" par excellence.

Der britische Schwerpunkt des Festivals brachte diesmal Arnold Bax (1883-1953) ins Programm, dessen  schwermütig-spätromantisches "Elegisches Trio" von Astrid von Brück, Max Mandel und Marina Piccinini mit schöner Ausgestaltung und toller Balance zwischen Harfe, Bratsche und Flöte erklang. 

Höhepunkt dieses Konzertes war das Streichsextett B-Dur opus 18 von Johannes Brahms. Frank Peter Zimmermann als Primarius gab die Richtung vor, und doch entstand mit Serge Zimmermann, Antoine Tamestit, Nils Mönkemeyer, Christian Poltéra und Jan Vogler eine einzigartiges Miteinander in dieser Kammermusik, die oft sinfonische Dimensionen aufwies. Diese Brahms-Interpretation klang selbstverständlich, federleicht und vor allem in rhythmischer Hinsicht spannend. Wiegen, Insistieren, Drängen und Innehalten - alle Sätze bekamen in der Einmaligkeit der Live-Darbietung ihre hier sehr musikantische, höchst treffende Gestalt. 

Dem staunenswerten Abend folgte das Abschlusskonzert, das noch einmal Perlen der Kammermusik hob: Neben einem Gruß an die englische Consort-Musik des 17. Jahrhunderts in Form von Henry Purcells Chaconne g-Moll war dies vor allem das Klavierquartett g-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart (mit Chun-Wen Huang, Lise Berthaud, Danjulo Ishikaza und Alice Sara Ott), in dem besonders das nachdenkliche Andante gefiel. Nach einem "männlichen" ersten Satz setzten die Musiker das Stück leicht und flüssig fort; nicht immer befriedigend gelang der Klavierpart von Alice Sara Ott. Der Abschluss gehörte traditionell dem Oktett Es-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy, in hervorragender Besetzung und so frisch musiziert, als wäre es das erste Mal - besonders das in leichtem piano zelebrierte Scherzo überzeugte sehr. Indes forderten die Zuhörer kräftig eine Wiederholung, und sie bekamen das Finale erneut geboten.

Jan Vogler, Künstlerischer Leiter und Musiker des Moritzburg Festivals, konnte gestern zum Abschluss zufrieden auf einen "diesmal äußerst kreativen Jahrgang" zurückblicken. Neben dem sehr abwechslungsreichen Programm der 13 Konzerte, Porträts und öffentlichen Proben durfte sich der Vogler über insgesamt 6600 Besucher und eine Auslastung von 97 Prozent freuen. Zudem war auch die Moritzburg Festival Akademie mit 38 Musikstudenten aus 13 Nationen mit mehreren Konzerten in Dresden und Moritzburg ein Besuchermagnet.

2012 findet das Moritzburg Festival vom 5. bis 19. August statt.
DNN, 20./21. August 2011


"Moritzburg Festival lockt 6.600 Besucher"  

Dresden.
Das Moritzburg Festival hat in diesem Jahr rund 6.600 Liebhaber von Kammermusik angelockt. Die Konzerte waren zu 97 Prozent ausgelastet, wie die Veranstalter am Sonntag zum Abschluss des zweiwöchigen Festes in Dresden mitteilten. Die Reihe widmete sich 2011 dem Thema „Britische Musik“ und stand unter Schirmherrschaft von Sir Colin Davis, der allerdings nicht nach Sachsen kam. Gespielt wurde in Dresden sowie in den nahe gelegenen Orten Moritzburg und Proschwitz. 

„Ich werde meine Kraft darauf konzentrieren, unser Festival - auch für unser fantastisches Publikum aus aller Welt - langfristig abzusichern“, erklärte der künstlerische Leiter Jan Vogler laut Mitteilung. Im kommenden Jahr wird das Festival vom 5. bis 19. August veranstaltet.

Das Moritzburg Festival entstand 1993 nach der Idee des Marlboro- Festivals in den USA. Nach einer Probenwoche stellen die Teilnehmer die Ergebnisse ihrer Arbeit in Konzerten vor. Binnen kurzer Zeit spielte sich Moritzburg in die erste Reihe internationaler Kammermusikfestivals. Im September 2003 gaben die Moritzburg-Künstler ihr Debüt in der New Yorker Carnegie Hall. Im April dieses Jahres waren sie in Südkorea unterwegs. (dpa)
Sächsische Zeitung, 21. August 2011

"Positive Bilanz" 

6.600 Besucher beim Moritzburg Festival

Das Moritzburg Festival hat in diesem Jahr rund 6.600 Besucher angelockt. Wie die Veranstalter am Sonntag mitteilten, waren die Konzerte damit zu 97 Prozent ausgelastet. Die Reihe widmete sich in diesem Jahr dem Thema "Britische Musik". Sie stand unter Schirmherrschaft von Sir Colin Davis, der allerdings nicht nach Sachsen kam.

Vogler will Festival langfristig absichern

Gespielt wurde unter anderem in der Dresdner VW-Manufaktur sowie in den nahe gelegenen Orten Moritzburg und Proschwitz. Insgesamt gab es knapp 20 Konzerte. Festivalleiter Jan Vogler sagte zum Abschluss des zweiwöchigen Festes, er werde seine "Kraft darauf konzentrieren, unser Festival - auch für unser fantastisches Publikum aus aller Welt - langfristig abzusichern." Im kommenden Jahr wird das Festival vom 5. bis 19. August veranstaltet.

Das Moritzburg Festival entstand 1993 nach der Idee des Marlboro- Festivals in den USA. Nach einer Probenwoche stellen die Nachwuchsmusiker die Ergebnisse ihrer Arbeit in Konzerten vor. Binnen kurzer Zeit spielte sich Moritzburg in die erste Reihe internationaler Kammermusikfestivals. Im September 2003 gaben die Moritzburg-Künstler ihr Debüt in der New Yorker Carnegie Hall. Im April dieses Jahres waren sie in Südkorea unterwegs. Für das diesjährige Festival wurden 38 Musikstudenten aus 15 Nationen aus 200 Bewerbern ausgewählt.
mdr.de, 21. August 2011

DIE HUFFINGTON POST ÜBER DAS MORITZBURG FESTIVAL (14. AUGUST 2011)

14. August 2011
Laurence Vittes von der Huffington Post ist in Moritzburg und berichtet "I arrived a week ago in time to hear a series of deeply moving performances in a variety of venues, loosely unified by a British theme, including Benjamin Britten's 3 Divertimenti for string quartet, John Taverner's 43-minute long paean to mysticism and Christian orthodoxy, The Protecting Veil (played in the famous Frauenkirche in Dresden by the Academy orchestra conducted by Anu Tali with Vogler lending incomparable humanity and endurance on a "new" Strad), a brilliant reading of Schubert's Trout Quintet (newly recorded as well) and a ferocious one of Dvorak's Op. 81 Piano Quintet in the palace itself."
Lesen Sie den vollständigen Artikel bei HuffingtonPost.com.

KRITIK: "THE PROTECTING VEIL" IN DER FRAUENKIRCHE (13. AUGUST 2011)

13. August 2011
[...] "Das 1989 entstandene Auftragswerk der BBC "The Protecting Veil - Der schützende Schleier" von John Tavener, ein bei namhaften Cellisten beliebtes Stück, ist selten in Konzertprogrammen zu finden. Es entpuppte sich als große Meditation in durchgehend langsamem Tempo, gedankenschwer, eine "lyrische Ikone". Inhaltlich kreist die Komposition in acht fortlaufenden Themen um das orthodoxe Fest des "schützenden Schleiers" der Gottesmutter Maria. Man muss sehr genau und konzentriert die vierzig Minuten hinhören, um die Feinheiten zu erfassen. Und das Werk kann mit Sicherheit auch zähflüssig wirken - wenn es nicht so vorzüglich und mit Binnenspannung gespielt wird wie durch Jan Vogler und das Moritzburg Festival Orchester unter der sensiblen Leitung von Anu Tali. Eine verschworene Gemeinschaft! Mit seiner innigen und klangschönen Wiedergabe schaffte es Jan Vogler, dass man die Weite des Raumes vergaß und sich aufnehmen ließ, in Taveners intimer, mystischer Welt. Jeder Hauch von Fremdheit war wie weggeblasen. Auch solche kompositorischen Außenseiter gehören schon immer unverzichtbar zum Moritzburg Festival." [...]
Dresdner Neueste Nachrichten, 13. August 2011

JAN VOGLER TRITT BEIM MORITZBURG FESTIVAL AUF (AUGUST 2011)

11. August 2011
Im Rahmen des Moritzburg Festivals spielt Jan Vogler am Samstag, 13. August gemeinsam mit der Moritzburg Festival Akademie unter der Leitung von Anu Tali John Taveners Cellokonzert "The Protecting Veil" - passend zum 'England'-Schwerpunkt des Festivals. Das Konzert in der Dresdner Frauenkirche beginnt um 20 Uhr.

VIDEO: CD-AUFNAHMEN "DIE FORELLE | TROUT VARIATIONS"

01. August 2011

"FRISCH WIE EIN FISCH IM WASSER" - CD-REZENSION NDR KULTUR

18. Juli 2011

"Es gibt Ohrwürmer, die wird man einfach nicht wieder los.  Auch Komponisten kann es passieren, dass ihnen eine Melodie nicht mehr aus dem Kopf geht. Dann schreibt man eben - vielleicht auch um den Ohrwurm endgültig los zu werden - ein paar Variationen darüber. Franz Schubert, zum Beispiel, hat es so gemacht und aus neuerer Zeit der Cellist Jan Vogler. Seine aktuelle CD enthält zum einen Schuberts Variationen über ein berühmtes Lied, zum anderen aber auch ganz eigene neue Variationen darüber.

Frisch wie ein Fisch im Wasser

Das Lied von der Forelle - Franz Schubert hat es als vierten Satz in sein bekanntes Klavierquintett eingebaut. Fünf Variationen folgen nun, in denen das Thema immer wieder in verschiedenen Schattierungen und Instrumentierungen zu hören ist. „Forellenvariationen" sind die anderen Stücke auf der CD des Cellisten Jan Vogler überschrieben. Zusammen mit befreundeten Musikern, die regelmäßig bei seinem Moritzburg-Festival in der Nähe von Dresden zu hören sind, hat er dieses Thema zum Ausgangspunkt neuer Variationen genommen. So klingt beispielsweise das Forellen-Thema auf Norwegisch:

Volkstümliche Variationen

Lars-Anders Tomter, Viola, und Erik Sollid, Hardangerfiedel, haben in ihrer gemeinsam geschriebenen Variation die Forelle auf eine norwegische Bauernhochzeit eingeladen. Spontane Einfälle, volkstümlicher Tonfall und eine scheinbar unbändige Lust am Improvisieren zeichnen dieses Stück aus. Man kann sich so richtig vorstellen, wie während der Festivaltage auf Schloss Moritzburg ein solches Stück quasi aus dem Stehgreif entstanden ist. Etwas kunstvoller, aber dennoch mit obligatorischem Augenzwinkern: „Hors d'Ouvre“, ein musikalischer Appetithappen des Kanadiers Matthew Whittall.

Forelle à la carte

Forelle à la moderne: der Pianist Antti Siirala verklärt und vergeistigt Schuberts Forellen-Thema in freitonaler Weise. Es entsteht ein wechselvolles Spiel mit den Motivbausteinen des Liedes. Fehlt nur noch die Jazz-Version: „Forelle Blue“ ist die mit jeder Menge Blue Notes gespickte letzte Version des Liedes, komponiert und gespielt vom Geiger Benjamin Schmid und dem Akkordeonisten Stian Carstensen. Und wenn hier jede Menge Assoziationen an Tango und Ragtime aufkommen - das ist sicher so gewollt.

Forellenvariationen - vor lauter spontanem und buntem Treiben gerät leicht das Hauptwerk ins Abseits: Schuberts Forellenquintett A-dur mit seinem berühmten Variationssatz. Denn hier geben sich die beteiligten Musiker ganz seriös: transparent ist das Klangbild, sehr gut abgestimmt das Zusammenspiel, und bewusst moderat sind die Tempi gewählt. Der Cellist Jan Vogler hat mit seinen Musikern vom Moritzburg Festival eine CD für echte Feinschmecker herausgebracht. Garantiert gut durchgegart und grätenfrei."

Vorgestellt von Jan Ritterstaedt
18. Juli 2011

MORITZBURG FESTIVAL 2011 | 7.-21. AUGUST | ENGLAND-SCHWERPUNKT

29. Juni 2011

Moritzburg Festival 2011 | 7.-21. August | England-Schwerpunkt

Der künstlerische Leiter des Moritzburg Festivals für Kammermusik, Jan Vogler, setzt in diesem 18. Jahrgang mit Werken u.a. von Byrd, Purcell, Tavener, Britten, Elgar erstmalig den Schwerpunkt auf die Musik Englands. Kompositionen des 20. Jahrhunderts, z.B. von Alfred Schnittke oder Frank Bridge, werden zudem ebenso zu hören sein wie Auszüge aus dem Œvre des diesjährigen Composer-in-Residence Torsten Rasch. Die Schirmherrschaft 2011 hat Sir Colin Davis übernommen.


In diesem Jahr werden neben Jan Vogler so illustre Künstler wie zum Beispiel Frank Peter Zimmermann, Alice Sara Ott, Nicola Benedetti, Ruth Ziesak, Antti Siirala, David Orlofsky und Kit Armstrong gemeinsam proben und konzertieren, aber auch solo in ausgesuchten, kurzen Potraitkonzerten zu hören sein.


Die Leitung der Moritzburg Festival Akademie mit ca. 40 jungen Musikern aus aller Welt hat in diesem Jahr die estnische Dirigentin Anu Tali – gemeinsam wird das Orchster neben anderen das Festival-Eröffnungskonzert, aber auch das jährliche Gastkonzert in Bad Elster präsentieren. Auf dem Programm steht u.a. Schuberts vierte Sinfonie.


Programmhöhepunkte sind sicherlich das Cellokonzert „The Protecting Veil“ von John Tavener (13. August), Dvořáks und Brahms‘ Streichsextette (15./20. August) sowie Mendelssohns Streichoktett (21. August). Auch Schuberts „Forellenquintett“ wird dabei sein (10. August) - dieses haben Mitwirkende des Moritzburg Festivals für die neue CD „Die Forelle | trout variations“ aufgenommen, die am 22. Juli 2011 bei Sony Classical erscheinen wird. Hier finden Sie ein Video zu den Aufnahmen.


Die Konzerte am 15. (MDR, live) und 18. August (DeutschlandRadio) werden vom Rundfunk aufgezeichnet.

Das vollständige Programm 2011 finden Sie hier

NEUE MORITZBURG FESTIVAL-CD (SONY) KOMMT IM JULI 2011

14. Juni 2011
Kurz vor Beginn des Moritzburg Festivals 2011 erscheint die neue und damit fünfte Sony-CD des Moritzburg Festivals: Schuberts "Forellenquintett", in Kombination mit eigenen Versionen des Themas von den mitwirkenden Künstlern Benjamin Schmid (Violine), Lars Anders Tomter (Viola), Jan Vogler (Violoncello), Janne Saksala (Kontrabass) und Antti Siirala (Klavier). Außerdem als Gäste dabei: Erik Sollid (Hardingfele) und Stian Carstensen (Akkordeon).

Schubert: Die Forelle | Trout variations
Schubert: Forellenquintett A-Dur D 667
Diverse: Eigene Versionen des "Forellen"-Themas von den Mitwirkenden


Benjamin Schmid - Violine, Lars Anders Tomter - Viola, Jan Vogler - Violoncello, Janne Saksala - Kontrabass, Antti Siirala - Klavier, Erik Sollid - Hardingfele, Stian Carstensen - Akkordeon

Ein Video von den Aufnahmen können Sie hier sehen.

Sony (22. Juli 2011)

FINALE DER »FÜNF ELEMENTE« IN DER KREUZKIRCHE

06. Juni 2011


Mit einem fulminanten Konzertwochenende mit den Berliner Philharmonikern unter Sir Simon Rattle und dem Gewandhausorchester Leipzig und Jan Vogler als Solist unter Christoph Eschenbach sind am 5. Juni die 34. Dresdner Musikfestspiele zu Ende gegangen. Vom 18. Mai bis 5. Juni standen die Festspiele unter dem Motto »Fünf Elemente« und begeisterten mit über 100 Ensembles, Orchester und Solisten das Publikum.

Weitere Bilder finden Sie unter "Photos".

ABSCHLUSSKONZERT DER DRESDNER MUSIKFESTSPIELE

03. Juni 2011
Beim Abschlusskonzert der Dresdner Musikfestspiele am 5. Juni wird Jan Vogler gemeinsam mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter der Leitung von Christoph Eschenbach das Cellokonzert von Dvorak spielen, dessen presigekrönte Aufnahme bei Sony vorliegt. Das Konzert in der Kreuzkirche beginnt um 20 Uhr.

JAN VOGLER UND RAIN IN DER SEMPEROPER

20. Mai 2011
Das Experiment "Jan Vogler und Rain" bei den Dresdner Musikfestspielen ist geglückt! Pop- und Klassikpublikum waren gleichermaßen begeistert. Mehr Bilder finden Sie unter "Photos".
Am 26. Mai ab 22:05 Uhr im mdr Fernsehen: "artour" hat sich das Konzert angesehen und mit Jan Vogler gesprochen.

ERÖFFNUNG DER 34. DRESDNER MUSIKFESTSPIELE

18. Mai 2011
Eröffnung der 34. Dresdner Musikfestspiele mit der Sächsischen Staatskapelle am 18. Mai 2011 

Dresden, 18. Mai 2011. Die Dresdner Musikfestspiele feiern heute mit einem Konzert der Sächsischen Staatskapelle in der Semperoper ihre Eröffnung. Bis zum 5. Juni präsentiert die 34. Festspielsaison wieder eine große Dichte international renommierter Orchester und Ausnahmesolisten. So steht das erste Wochenende ganz im Zeichen des New York Philharmonic , das unter Alan Gilbert mit den Solisten Thomas Hampson und Lisa Batiashvili am 21. und 22. Mai gleich an zwei Abenden in der Semperoper zu hören ist. 

Schon zuvor, am 19. Mai, kommt es hier zu einer ganz besonderen Begegnung: Rain , der wohl derzeit berühmteste Vertreter des Korean Pop, gibt in Dresden sein Europadebüt. In Asien füllt er mühelos ganze Hallen und die Leser des Time Magazine wählten ihn kürzlich auf Platz 1 der 100 einflussreichsten Personen 2011. Mit Jan Vogler wird er nun in einem Abend ganz im Sinne des Festspielmottos »Fünf Elemente« zu erleben sein. Die beiden Künstler werden sich gegenseitig und dem Publikum ihre musikalischen Welten vorstellen und diese füreinander öffnen. 

Auch von den jungen Künstlern der Konzertreihe »Asiens Stars von morgen« wird man hierzulande noch viel hören. Fünf Vertreter der Generation heranwachsender asiatischer Spitzenmusiker sind zwischen dem 25. und 31. Mai auf Schloss Wackerbarth zu erleben.

Mit Spannung erwartet werden außerdem die Dresdner Erstaufführung eines Auftragswerks von Daniel Glaus am 27. Mai in der Frauenkirche sowie die Neuproduktion »Rheingold. Ein Vorabend« von David Marton, der in jüngster Zeit mit seinen Arbeiten im Grenzbereich zwischen Schauspiel und Musiktheater für einiges Aufsehen gesorgt hat. Diese feiert am 28. Mai im Schauspielhaus ihre Premiere. 

Dem Anlass entsprechend hat sich auch die Website der Dresdner Musikfestspiele zum Auftakt hübsch gemacht. Nach dem Relaunch sorgt sie mit aktuellen Informationen auf den ersten Blick, einer verbesserten Menüführung und Suchfunktionen sowie dem benutzerfreundlicheren Zugriff auf Serviceangebote und Multimediangebote wie Podcasts für noch mehr Spaß beim virtuellen Festspielbesuch. 
www.musikfestspiele.com

KRITIKEN: JAN VOGLER IN POTSDAM IM MAI 2011

12. Mai 2011
Mit Lust

Cellostar Jan Vogler und die Kammerakademie


Ein zartes, ätherisches Streichergespinst, gewoben von Mitgliedern der Kammerakademie Potsdam, legt sich gleichsam wie ein Seidenkokon über die Zuhörer im Nikolaisaal. Was sich wie eine Melange aus Wagnerscher „Parsifal“-Vergeistigung und Mascagnis Intermezzo sinfonico aus „Cavalleria rusticana“ anhört, bildet die Bausteine des 2. Cellokonzerts des armenischen Komponisten Tigran Mansurian (geb. 1939). Im dritten Satz ist es Strawinskys „Le sacre“-Motorik, die das Geschehen bestimmt. Gleichsam als Mörtel dienen ihm dabei typische armenische Melodiemodelle, die seinem Konzert trotz allem eine atmosphärische Dichte verleihen. Aus dieser Klanghülle bricht alsbald eine Kantilene des Soloinstruments hervor, die von Jan Vogler auf seinem leuchtkräftigen Montagnana-Instrument „Ex Hekking“ von 1721 ausdrucksstark gestrichen wird.
Zunehmend entwickelt sich ein dunkles Farbenspiel, einer Elegie nicht unähnlich. Unwirsch sorgen Dissonanzen für Trübungen, führen zu einem klangspröden Monolog des Solisten. Zwischen den glutvollen Ecksätzen ist ein beweglicher, „Mobile, quasi parlando“ genannter Satz eingefügt, ganz von der Attitüde der Lockerheit und Leichtigkeit erfüllt. Das an Emotionen überreiche Stück bietet dem Solisten, wahrlich ein „Star international“, der in der gleichnamigen Nikolaisaal-Reihe vortrefflich präsentiert ist, alle Möglichkeiten, mit Gefühlsreichtum, staunenswerter Intensität und Musikalität zu begeistern. Die sparsame, taktschlägerische, auf präzises Zusammenspiel bedachte Zeichengebung von Chefdirigent Antonello Manacorda sorgt mit dafür, dass sich das Cellokonzert mehr als nur
Den gemäßigten Neutönereien folgt mit Peter Tschaikowskys Variationen über ein Rokoko-Thema A-Dur für Violoncello und Orchester op. 33 das durch und durch romantische Pendant. Ein Lehrstück für Fingerfertigkeit, Bogenführungsvarianten und Ausdrucksintensität, kurzum: ein Standardwerk und Prüfstein für jeden Solisten von Rang. Wird Jan Vogler Vergleichen zu Vorbildern wie Pablo Casals oder Mstislaw Rostropowitsch standhalten und mit eigener Deutung bestehen können?
Auffallend sein nunmehr heller, entschlackter Ton, der keinerlei kuschligen Seelensaitenbibber aufkommen lässt, sondern stattdessen das liebliche Rokokothema fast nüchtern, gleichsam rhetorisch neutral vorstellt. Vorzüglich seine Lagenwechsel, sein analytischer Scharfblick, sein spieltechnisches Raffinement. Seine sicht- und hörbare Freude an der Virtuosität überträgt sich sowohl auf Musiker als auch das Publikum. Das feiert ihn anhaltend und entlässt ihn nicht ohne Zugaben: zunächst das G-Dur Prelude aus der 1. Suite für Cello solo von Johann Sebastian Bach, dann die C-Dur-Sarabande aus dessen 3. Suite. Hier ist er ganz bei sich: intellektuell wie klangsinnlich aufs Höchste gefordert.
Zum Abschluss gibt’s Beethovens 2. Sinfonie D-Dur op. 36, wobei sich ein sehr direkter und präziser Mischklang ergibt, da Pauken und Kontrabässe ihre angestammten Plätze getauscht haben. Straffes, kurz angebundenes, auf Präzision bedachtes und detailfanatisches Musizieren abseits ausgetretener Pfade ist angesagt. Die Leidenschaften sind auf geradezu sportive Weise aufgeheizt und ausgereizt. Manacorda liebt die dynamischen Kontraste, den Griff zum kurzen Zügel, um Ross und Reiter, lies: Werk und Musiker die Sporen zu geben. Kaum im Ziel, brandet großer Jubel auf. Peter Buske
Potsdamer Neueste Nachrichten, 10. Mai 2011


MUSIK: Profi auf Tournee


Jan Vogler macht am Cello und im Anzug im Potsdamer Nikolaisaal eine gute Figur

POTSDAM -
Knitterfreie Kleidung ist für einen tourenden Musiker eine gute Sache. Schließlich muss er auf der Bühne präsentabel aussehen, obwohl er seine Sachen jeden Morgen aufs Neue im Hotelzimmer in den Koffer stopft. Was die Krawatte angeht, so hat Jan Vogler dieses Problem gelöst. Sein Schlipsersatz, ein Flechtwerk aus silbrig eingefärbtem Seil, hält Regen, Hagel und allzu stürmischen Umarmungen der Fans mühelos stand. Das praktische Accessoire leistet dem Cellisten gute Dienste. Schließlich ist er einen Großteil des Jahres auf Tour, seit er 1997 die Staatskapelle Dresden verließ, um sich der Solokarriere zu widmen.
Seinen Auftritt mit der Kammerakademie Potsdam am Sonntag begann Vogler mit dem zweiten Cellokonzert des armenischen Komponisten Tigran Mansurian. Armenische Folklore taucht in dem sinnlichen, farbenprächtigen Stück hier und da auf; stärker wirkt sich aber der Klang der armenischen Sprache auf die Musik aus. 1978 entstanden, ist das Stück in seiner traditionellen, dreisätzigen Form ganz und gar nicht avantgardistisch, gleichwohl aber spannend zu hören und dankbar für den Solisten. Da es für das Cello nicht viele Solokonzerte gibt, ist es kein Wunder, dass sich die vier Cellokonzerte Mansurians schnell im Repertoire etabliert haben. Im zweiten Konzert bereitet das Orchester meist einen flächigen Klangteppich, auf dem der Cellist eine rezitativische, zuweilen sehr virtuose Klangrede führt.
Effektvoll und brillant ist auch der Solopart in Tschaikowskis Rokoko-Variationen. Jan Vogler kann hier sowohl in Melodien schwelgen als auch seine fulminante Spieltechnik zur Schau stellen. Der Cellist ist ein Meister der Artikulation, der Art und Weise des Aneinanderfügens der Töne: Ob dahingetupft oder abgehackt, breit wie Pinselstriche aneinander gesetzt oder lückenlos gebunden – Vogler verfügt da über eine Vielzahl sehr bewusst eingesetzter Nuancen.
Nach der Pause führte Chefdirigent Antonello Manacorda seine Kammerakademie energisch und temperamentvoll durch Beethovens Zweite Sinfonie. Die Musiker meisterten die straffen Tempi wunderbar; überhaupt zeigten sich die Holzbläser den ganzen Abend in Topform. An wenigen Stellen allerdings verschwammen rasche Läufe zu einem Gleiten.
Manacordas Elan hat viel für sich, denn so geraten die zahlreichen bizarren und grotesken Momente des Stücks in den Blick: all die überraschenden Brüche und Kontraste, das Ballsaalgeschunkel im langsamen Satz, die humpelnd „falsch“ betonten Metren und japsenden Schlussformeln im Scherzo, und schließlich im Finale der herausplatzende Auftakt, dem ein widersinniger Triller folgt. Da man die Beethoven-Sinfonien so oft hört, schleifen sich solche Bizarrerien ab wie Kieselsteine im Bach; den Stachel solcher Stellen spüren wir meist nicht mehr.
Manacordas Interpretation legte nun dieses Absonderliche, das Beethovens Zeitgenossen so vor den Kopf stieß, ein Stück frei. Zwei ältere Damen in Reihe dreizehn des Nikolaisaals – wohl nur gelegentliche, dafür aber umso begeisterte Konzertgängerinnen – reagieren darauf ganz spontan und geraten bei jedem der absurden Triller des Finales ins Kichern. Beethoven, der über eine gehörige Portion Humor verfügte, hätte sich über die beiden gefreut. Antje Rößler
Märkische Allgemeine Zeitung, 10. Mai 2011

"ZUR PERSON" - INTERVIEW POTSDAMER NEUESTE NACHRICHTEN

06. Mai 2011
"Diese Bruchstelle von Glückseligkeit und Melancholie"

Ein Gespräch mit Jan Vogler über Bach und die einzigartige Klangfarbe des Cellos / Am Sonntag spielt Jan Vogler mit der Kammerakademie Potsdam
"Ich glaube, dass Bach Vibrato überhaupt nicht gemocht hat.“
Herr Vogler, werden Sie eigentlich häufig nach Bach gefragt?
In letzter Zeit schon.
Wohl weil Sie noch in diesem Jahr Ihre erste Einspielung der sechs Suiten für Cello solo von Johann Sebastian Bach veröffentlichen? Schon seit 1997 sind Sie als Solist weltweit unterwegs und haben mittlerweile über 20 Alben veröffentlicht. Warum haben Sie sich mit Bachs Suiten so lange Zeit gelassen?
Das sind natürlich die Höhepunkte der Celloliteratur. Aber mein Weg zu Bach führte über verschiedene Umwege. Und erst in letzter Zeit habe ich meine große Anregung für eine entsprechend intensive Auseinandersetzung gefunden.
In welcher Form?
Durch die Abschrift von Bachs Ehefrau Anna Magdalena. Wir haben ja kein überliefertes Manuskript von den sechs Suiten, nur die unterschiedlichen Abschriften. Und auch deshalb habe ich mir Zeit gelassen. Vor zwei Jahren habe ich mich dann entschieden, meine Arbeit ganz auf die Abschrift von Anna Magdalena zu konzentrieren.
Weil man davon ausgehen kann, dass diese dem Original am nächsten kommt?
Im Vergleich mit den anderen Abschriften ist diese so schön, dass sie fast schon selbst ein Autograph ist. So habe ich dann meinen neuen Ansatz gefunden, der auch mit ein paar Grundsatzentscheidungen verbunden ist.
Was Ihre Interpretation der Suiten betrifft?
Ja, denn ich glaube, dass Bach im Vergleich zu seinen italienischen und französischen Kollegen, Vibrato überhaupt nicht gemocht hat. Außer an ganz komplizierten Stellen zur Verzierung. Hinzu kamen Entscheidungen über die Stimmungen und über die Wahl der Saiten. So bin ich an den Punkt gekommen: Jetzt ist die Zeit reif, jetzt kommen mir auch viele Ideen. Und man soll immer dann handeln, wenn man inspiriert ist.
Das klingt nach der oft erwähnten Lebensaufgabe, die die Auseinandersetzung mit den sechs Cellosuiten von Bach für jeden Cellisten bedeuten.
Unbedingt. Und das Timing ist dabei sehr wichtig, niemand sollte da etwas erzwingen. Denn es gibt mittlerweile genug Aufnahmen von diesen Suiten. Aber es ist immer noch Platz für eine neue Sichtweise.
Bach steht bei Ihrem Konzert mit der Kammerakademie Potsdam am Sonntag nicht auf dem Programm. Dafür aber mit Tschaikowskys „Variationen über ein Rokoko-Thema A-Dur“ eines der bekannteren Cellokonzerte.
Ja, das ist Standard.
Dann aber auch ein Cellokonzert von dem weniger bekannten Komponisten Tigran Mansurian, der in seiner musikalischen Sprache als Reduktionist gilt.
Mit der Mansurian eine ganz klar geformte und, wie ich finde, unglaublich faszinierende musikalische Welt entstehen lässt. Da werden wir nicht durch eine Fülle von Eindrücken hineingedrängt, sondern durch einen reduzierten Sog hineingezogen. Aber dieses zweite Cellokonzert, das ich zusammen mit der Kammerakademie spiele, ist doch noch um einiges üppiger als Mansurians Cellokonzert Nr. 3, das ich im vergangenen Jahr uraufgeführt habe. Das ist wirklich ein ganz reduziertes Stück, bei dem der Zuhörer über weite Strecken das Gehörte im Kopf selbst ergänzt und so seine eigene Phantasie einbringen kann. Eine attraktive, dunkle Welt entsteht durch diese Musik. Und diese dunklen und melancholischen Farben des Lebens besitzen ja eine gewisse Attraktion. Bei Mansurian wird man davon schon fast abhängig.
Dunkle und melancholische Farben, eine Beschreibung, die auch wunderbar auf den Klang des Cellos zutrifft. Da stellt sich doch die Frage: Ist der Cellist auch immer ein melancholischer Mensch?
Ich denke schon, dass das auf jeden Fall in unserem musikalischen Wesen steckt. Und die Stärken des Cellos liegen an dieser Bruchstelle von Glückseligkeit und Melancholie. Je länger man lebt, umso deutlicher erkennt man, wie endlich Glück doch ist und versteht so auch immer mehr diese typische Cellofarbe. Als junger Cellist muss man vor allem durch Temperament und Brillanz überzeugen. Aber je länger ich Cello spiele, umso klarer wird für mich, dass diese wunderbar dunklen Farben das wirklich Spannende an diesem Instrument sind.
Sie haben 1984, im Alter von 20 Jahren, als erster Konzertmeister für Violoncello in der Staatskapelle Dresden ihre musikalische Karriere begonnen. Erst 1997 trafen Sie Ihre Entscheidung für eine Solokarriere. Was hat Sie so lange im Orchester gehalten?
Für mich war das eine Zeit des Reifens, und eine Frage von Ost und West. Ich bin durch die DDR ganz natürlich in der Orchesterkarriere gelandet. Meine Eltern als Orchestermusiker hatten mir gesagt, dass ich versuchen müsse, die bestmögliche Stelle zu bekommen. Die hatte ich dann bei der Staatskapelle Dresden. Und die Arbeit hat mir Spaß gemacht und auch erfüllt. Aber wie bei den Suiten von Bach kam dann irgendwann der Punkt, dass ich das Gefühl hatte: Jetzt bin ich soweit, habe genug angespart an künstlerischen Ressourcen um meine eigenen Wege zu gehen.
Was meinen Sie mit künstlerische Ressourcen, die Sie angespart hatten?
Eine Solokarriere hängt ja gar nicht so sehr ab von den technischen Steigerungen, nach dem Motto: Welches Konzert spiele ich morgen? Da ist vor allem das Reservoir an künstlerischer Kraft, das ein Musiker besitzt. Und die muss ja irgendwo herkommen. Bei mir kam sie auch durch diese Zeit der Ruhe in Dresden.
Eine künstlerische Kraft, die sich aus der Erfahrung entwickelt?
Erfahrung und eigene Ideen! Die Ausbildung zum Musiker ist ja nur eine ganz solide Grundlage. Gerade heute sind die technischen Fähigkeiten auf dem Instrument wirklich nur die Basis. Dazu kommt, dass man auch etwas zu sagen hat. Und meiner Meinung nach muss sich diese Fähigkeit bei einem Musiker erst entwickeln. Bei mir war das die Zeit in Dresden.
Warum ausgerechnet in dieser Stadt?
Ich kam ja aus Berlin. Und dann diese im Vergleich wirklich stille Stadt. Da hatte ich dann mit endlosen Partituren von Wagner bis Strauss zu tun. Irgendwie hat das was in mir ausgelöst.
Hilft Ihnen eigentlich diese langjährige Erfahrung als Konzertmeister, als Orchestermitglied, sich bei Ihren Tourneen besser auf die ständig wechselnden Ensembles einzustellen?
Ja und nein. Denn ich musste nach meiner Zeit in Dresden auch lernen, dass es bei einem Cellokonzert vor allem darauf ankommt, diese größere Gruppe von Menschen, dieses Orchester, möglichst schnell mit der eigenen Sichtweise zu infizieren. Eine gewisse Magie muss da schon in der ersten Probe entstehen, mit der die Musiker auf die eigene Seite gezogen werden. Dass sie sagen: Oh, das ist wirklich schön, dieser Klang, diese Phrasierung, so müssen wir das auch spielen. Denn nur durch gute Dienstauffassung werden sie meine musikalische Sichtweise nicht von ganzem Herzen teilen. Das gelingt nur durch Faszination.

Das Gespräch führte Dirk Becker

Jan Vogler spielt in der Reihe „Stars International“ am Sonntag, dem 8. Mai, 19 Uhr, zusammen mit der Kammerakademie Potsdam im Nikolaisaal, Wilhelm-Staab-Straße 10/11. Karten zwischen 35 und 8 Euro in der Ticketgalerie des Nikolaisaals oder unter Tel.: (0331) 28 888 28
Der Cellist Jan Vogler, 1964 in Berlin geboren, besuchte die Spezialschule für Musik Berlin und war Schüler von Peter Vogler und Josef Schwab.

Vogler begann seine Karriere als erster Konzertmeister Violoncello in der Staatskapelle Dresden 1984 im Alter von 20 Jahren. 1997 entschied er sich dann für eine Solokarriere. Jan Vogler ist Künstlerischer Leiter des Moritzburg Festivals bei Dresden und seit Oktober 2008 auch Intendant der Dresdner Musikfestspiele.

Jan Vogler lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Dresden und New York.

KRITIKEN - JAN VOGLER UND MARTIN STADTFELD IN HOYERSWERDA UND BEI DEN THÜRINGER BACHWOCHEN

09. Mai 2011
„[…] Voglers Instrument sang ausdrucksvoll, es trumpfte kraftvoll auf etwa im zweiten und vierten Satz der G-Dur-Sonate BWV 1027, und im Mittelsatz der g-Moll-Sonate BWV 1029 maß es träumerisch-versunken seelische Räume aus. Immer aber blieb der Satz klar und durchsichtig, […]. Heraus kam ein erhellendes musikalisches Zwiegespräch zweier ebenbürtiger, selbstbewusster Disputanten. […] Der zweite Satz, Allegro, […] riss die Hörer zu einem ungeplanten Zwischenapplaus hin. […]
Thüringer Allgemeine, 9. Mai 2011

„Es ist dieser Moment, in dem zwei Künstler, die ihre Instrumente jeder für sich spielen, beginnen miteinander ihre musikalische Sprache zu sprechen. Sich verbinden, um dann, je nach Tonlage, Tempo und Klangfarbe ihre Töne klingen zu lassen. […] Das Duo hatte gerade beim Vivace die Dynamik in jeder Nuance aufeinander abgestimmt, rasant spielten sie, bis das Adagio malerisch träumend vorm inneren Auge Bilder aufsteigen ließ. […] Wer das Cello als Soloinstrument liebt, kam hier in den Genuss, dieses Instrument voll und mit seiner innewohnenden Ruhe zu genießen. […]“
Lausitzer Rundschau, 7. Mai 2011

Photo © Rico Hoffmann

KONZERTE IN HOYERSWERDA, THÜRINGER BACHWOCHEN, POTSDAM

03. Mai 2011
Jan Vogler spielt diese Woche zwei Konzerte mit Martin Stadtfeld: Am 5. Mai in der Lausitzhalle Hoyerswerda und am 6. Mai bei den Thüringer Bachwochen in Ohrdruf. Auf dem Programm stehen Werke von Bach und Schostakowitsch. 

Am 8. Mai ist er mit der Kammerakademie Potsdam im Potsdamer Nikolaisaal mit Mansurians 2. Cellokonzert und den Rokoko-Variationen von Tschaikowsky zu hören. Die Leitung hat Antonello Manacorda.

NEUES CELLO CASE VON MCM

27. April 2011
In Seoul bekam Jan Vogler von Sung-Joo Kim, Chairwoman von MCM (2.v.l.), eine exklusiv für ihn handgefertigte MCM-Cellotasche überreicht. 

MORITZBURG FESTIVAL ENSEMBLE BEENDET ÄUSSERST ERFOLGREICHE SÜDKOREA-TOURNEE

29. April 2011
DRESDEN, 27. April 2011 – Mit enthusiastischem Applaus wurden Künstler des Moritzburg Festivals bei ihrem letzten Konzert am 23. April 2011 in der Concert Hall der Chonnam National University in Gwangju (Südkorea) gefeiert. Dieses Konzert bildete den Abschluss einer einwöchigen Südkorea-Tournee, welche die international renommierten Moritzburg Künstler Colin Jacobsen (Violine), Hyeyoon Park (Violine), Lise Berthaud (Viola), Jan Vogler (Violoncello) und Antti Siirala (Klavier) mit insgesamt 4 Konzerten in verschiedene südkoreanische Städte führte.

Nach einem herzlichen Empfang beim deutschen Botschafter der Republik Korea, Herrn Dr. Hans-Ulrich Seidt, stellte das Konzert am 20. April 2011 in der Kumho Art Hall in Seoul den Auftakt einer großartigen Konzertreise dar. Auf dem Programm standen Mozarts Klaviertrio C-Dur KV 548, Piazzollas „Die Vier Jahreszeiten“, Brahms’ Klavierquintett f-Moll op. 34 sowie das  koreanische Lied „Boribat“. Weitere Konzerte folgten in Cheonan am 21. April (Bongseo Hall), in Busan am 22. April (Busan Cultural Center) sowie in Gwangju am 23. April (Chonnam National University). Vor ausverkauften Häusern spielten die Musiker um Jan Vogler mit dem Enthusiasmus und Teamgeist, für den das Festival bekannt ist und das Publikum applaudierte begeistert. Unter dem Motto „Togetherness“ haben die Künstler zum musikalisch-kulturellen Austausch zwischen Korea und Deutschland beigetragen.

Darüber hinaus fand im Ewon Cultural Center in Seoul eine Audition für die Moritzburg Festival Akademie 2011 statt. Über 20 hervorragende koreanische Musikstudenten wurden angehört, von denen 4 zur Teilnahme an der diesjährigen Moritzburg Festival Akademie eingeladen wurden. Außerdem gaben Colin Jacobsen, Lise Berthaud und Jan Vogler eine Meisterklasse an der Chonnam National University in Gwangju. Jan Vogler wurde anlässlich der Tournee vom Seoul Arts College zum Gastprofessor ernannt und hielt eine Vorlesung zum Thema „Karrierechancen für junge Musiker“.

Die Tournee wurde von der Deutschen Botschaft in der Republik Korea unterstützt. Hauptsponsor war Volkswagen Korea.

MORITZBURG FESTIVAL - TOURNEE IN KOREA

21. März 2011
Vom 18.-24. April 2011 werden Künstler des Moritzburg Festivals auf Tour in Südkorea sein: 20.4. Seoul | 21.4. Cheonan | 22.4. Busan | 23.4. Gwangju.
Die mitwirkenden Künstler: Colin Jacobsen, Hyeyoon Park (Violine), Lise Berthaud (Viola), Jan Vogler (Violoncello), Antti Siirala (Klavier).
Auf dem Programm stehen Mozarts Klaviertrio C-Dur KV 548, Piazzollas "Vier Jahreszeiten" sowie Brahms' Klavierquintett op. 34.
Hauptsponsor der Tour ist VW Korea.

"MUSIK MUSS EINE BRÜCKE SEIN" - TAGESSPIEGEL, 9. APRIL 2011

08. April 2011
In seiner dritten Saison als Intendant der Dresdner Musikfestspiele blickt Jan Vogler nach Fernost – und zeigt gleichzeitig, was unsere europäische Kultur im Innersten zusammenhält

Jan Vogler ist ein weit gereister Mann, der die Kulturen dieser Welt kennt. Darum hat die Stadt Dresden den 1964 in Berlin geborenen Cellisten auch zum Intendanten ihrer Musikfestspiele berufen. Zwar konnte die Stadt im vergangenen Jahr einen Rekord bei den Besucherzahlen verbuchen – mit 3,5 Millionen Übernachtungen wurde der bisherige Spitzenwert von 2006, dem Jahr der Frauenkirchen-Wiedereröffnung, noch übertroffen –, aber die Tourismusmanager träumen von mehr: Derzeit belegt Dresden Platz sieben in der Hitliste der meistbesuchten deutschen Städte, mittelfristig wollen die Sachsen aber traditionelle Messestädte wie Düsseldorf und Köln überholen.

Dabei kann ein renommiertes Klassikfestival helfen. Vor allem, wenn es internationale Namen aufbietet, die wiederum überregionales Publikum anziehen. „In der Tat können wir anhand unserer Buchungen im Internet sehen, dass für bestimmte Künstler Leute von sehr weit her anreisen“, sagt Jan Vogler.

So wichtig die Lockvogelfunktion der Stars ist – Vogler will aus den Dresdner Musikfestspielen auf keinen Fall einen austauschbaren Eventzirkus machen. Viel wichtiger ist ihm die inhaltliche Profilierung: „Bei der Planung klären wir im Team immer zuerst die Frage, warum wir diesen oder jenen Gast unbedingt dabei haben wollen.“ So entstehen die Spielpläne als „dreidimensionales Puzzle“ – Programmatik, Künstler, Spielstätten.

Jan Vogler kennt Dresden und die Mentalität seiner Bewohner sehr gut – denn er war in jungen Jahren hier Solo-Cellist bei der berühmten Staatskapelle. Als 20-Jähriger kam er nach Elbflorenz. 1997 entschloss er sich, die Solistenkarriere einzuschlagen, heute lebt er mit Frau und Kindern in New York und Dresden. Seine Aufgabe ist es, als Intendant der Musikfestspiele den Blick in die Ferne zu richten, den Duft der großen weiten Welt ins liebliche Elbtal zu lenken – ohne dabei dem stolzen Kulturbürgertum der Stadt das Gefühl zu vermitteln, in der kalten Zugluft zu sitzen. Vogler weiß nicht nur aus der Orchesterarbeit, wie sehr hier das Hiesige geschätzt wird, wie liebevoll man an Traditionen festhält. „In den Musennestern wohnt die süße Krankheit Gestern“, hat der Schriftsteller Uwe Tellkamp in seinem Dresden-Roman „Der Turm“ den Geist der Stadt umschrieben.

Das Trauma der Zerstörung sitzt tief, der Gedenktag für die Opfer der Bombennächte gehört zu den wichtigsten Daten im Dresdner Kulturkalender. Genau an diesem Punkt setzt Jan Vogler an: „Für mich ist es die stärkste Botschaft, wenn wir zeigen können, wie eine zerstörte Stadt, die sich wieder aufgebaut hat, nun das Prinzip des friedlichen Miteinanders pflegt.“ Dann zitiert er sein großes Idol, den Cellisten Pablo Casals, der einst postulierte: „Musik wird die Welt retten.“Von der zivilisatorischen Wirkung instrumentaler und vokaler Klänge war auch der chinesische Philosoph Konfutse vor 2500 Jahren schon überzeugt. Asiatische Lebensphilosophie spielt eine wichtige Rolle beim diesjährigen Festival. Hatte Jan Vogler 2009 nach Amerika geblickt und im vergangenen Jahr den Fokus auf Russland gelegt, so schien es folgerichtig, 2011 Asien in den Mittelpunkt zu stellen: Wie bei den vorangegangenen Festivals auch wollte sich der Intendant mit der Wahl eines Mottos allerdings keine programmatischen Fesseln anlegen, indem er ausschließlich asiatische Künstler oder ausschließlich asiatische Musik präsentiert. „Wir möchten vielmehr den Dialog zwischen Orient und Okzident betonen, den Austausch der Lebensphilosophie und Kulturen.“ Blickt man allein auf die rasant wachsenden Volkswirtschaften in Fernost, wie sie in den Wirtschaftsteilen der Zeitungen beschrieben werden, kann der Prozess des wirtschaftlichen Erstarkens von China und Co. durchaus bedrohlich wirken. Kulturell gesehen kann die Möglichkeit, andere Kulturen zu entdecken und neue geistige Welten zu erschließen, nur bereichernd sein. Weil die Begegnung mit dem Fremden ja immer auch dazu auffordert, sich mit den eigenen Wurzeln, der eigenen Identität auseinanderzusetzen.

Im Alltag praktiziert Jan Vogler diesen Kulturaustausch täglich: Denn seine Frau, die Geigerin Mira Wang, wurde in China geboren und kam erst im Alter von 18 Jahren in die USA. Ihre Kinder erziehen sie mehrsprachig. Der Cellist weiß also, wovon er spricht, wenn er fordert, wir sollten uns künftig verstärkt um ein Verständnis der kulturell-philosophischen Wurzeln der asiatischen Völker bemühen. Wobei er genauso gerne den Cicerone auf dem eigenen Kontinent spielt, wie beispielsweise im vergangenen Jahr, als er bei einer gemeinsamen Europa-Tournee mit dem Singapore Symphony Orchestra den Musikern die heiligen Hallen der Klassik vom Gewandhaus bis zur Berliner Philharmonie gezeigt hat.

Zu einem Gipfeltreffen zwischen europäischer und asiatischer Musik kommt es auch zum Festivalauftakt: Nur einen Tag nach dem offiziellen Eröffnungskonzert der Sächsischen Staatskapelle unter Esa-Pekka Salonen, trifft Jan Vogler auf einen jungen Mann, der sich „Rain“ nennt. „In Asien hat dieser außergewöhnliche Tänzer und Sänger Millionen Fans“, erzählt Vogler. „Als ich ihn in Schanghai getroffen habe, wurden die Straßen abgesperrt, damit wir in seinem Auto zum Restaurant fahren konnten – durch ein endloses Spalier jubelnder Teenager.“ In Dresden wird der „Michael Jackson Asiens“ ganz ernsthaft in einen künstlerischen Dialog mit Jan Vogler treten – und zwar in der noblen Semperoper.

Dass die Klassiksolisten der kommenden Generation zu einem großen Teil fernöstliche Wurzeln haben wird, zeigt die Konzertreihe „Asiens Stars von morgen“. Das Sächsische Staatsweingut im Schloss Wackerbarth bietet den aufstrebenden Newcomern aus Korea und China, Taiwan und Japan eine attraktive Kulisse (siehe Artikel auf Seite 8).

Nicht jede der über 40 Veranstaltungen, die an 14 verschiedenen Spielorten stattfinden, haben einen Asien-Bezug. Unter dem roten Papierschirm, der diesmal das optische Festival-Leitmotiv ist, haben auch jede Menge europäische Künstler Platz. So ist es Jan Vogler wichtig, die städtischen Institutionen ins Programm einzubinden, von der weltberühmten Staatskapelle bis zur Musikhochschule: „Wir wollen der Kulminationspunkt für die Dresdner Kulturszene sein.“ So spielt die Dresdner Philharmonie unter der Leitung von Kurt Masur Bruckners 7. Sinfonie, das 25-jährige Jubiläum des Dresdner Kammerchores wird gefeiert. Die glorreiche barocke Blütezeit des Dresdner Kulturlebens, als August der Starken mit Vivaldi, Verracini, Pisendel und Bach die begehrtesten Musiker des Kontinents an die Elbe lockte, lassen Fabio Biondi mit Europa Galante, der Geiger John Holloway, der Cellist Jaap ter Linden und der Cembalist Lars Ulrik Mortensen wieder aufleben. Aus Leipzig, der ewigen Konkurrentin Dresdens, kommen das MDR Sinfonieorchester sowie das Gewandhausorchester.

Jedes Jahr ein außergewöhnliches Streichquartett einzuladen, gehört zu den Herzensangelegenheiten Voglers. Dieses Mal ist das amerikanische St. Lawrence String Quartet zu Gast. Zudem wird der Berliner Theatermacher David Marton als Koproduktion mit dem Dresdner Schauspiel seine ganz eigene Sicht auf Richard Wagners „Rheingold“ inszenieren.

Für ganz großen Glamour sorgen die New Yorker Philharmoniker, die für zwei Konzerte mit ihrem Chefdirigenten Alan Gilbert anreisen, sowie die Berliner Philharmoniker unter Simon Rattle. Außerdem hat Jan Vogler einige seiner Lieblingskünstler wie den Cellisten Heinrich Schiff, den Flötisten Maurice Steger und die Viola da Gamba-Virtuosin Hille Perl sowie den Pianisten Arcadi Volodos eingeladen.

Tagesspiegel, 9. April 2011

MORITZBURG FESTIVAL 2011 - PROGRAMM

22. März 2011
Das diesjährige Moritzburg Festival, seit 2001 unter der künstlerischen Leitung des Cellisten und Festival-Mitbegründers Jan Vogler, öffnet seine Pforten vom 7. bis 21. August 2011. Wieder trifft sich eine erlesene Reihe von Solisten, um in den Sälen des Barockschlosses und der Evangelischen Kirche in Moritzburg, in der Frauenkirche und der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden sowie im berühmten Weingut Schloss Proschwitz zu proben und zu konzertieren.

Kurz zuvor, im Juli, erscheint die neue und damit fünfte Sony-CD des Moritzburg Festivals: Schuberts "Forellenquintett", in Kombination mit eigenen Versionen des Themas von den mitwirkenden Künstlern Benjamin Schmid (Violine), Lars Anders Tomter (Viola), Jan Vogler (Violoncello), Janne Saksala (Kontrabass) und Antti Siirala (Klavier).

Erstmalig in der Geschichte des Festivals liegt der Programmfokus auf dem British Empire und den Werken, die starken Einfluss auf die europäische Musik vor allem im 16./17. und 20. Jahrhundert hatten. Der diesjährige Composer-in-Residence Torsten Rasch stammt aus Sachsen und hat insbesondere in England einen hervorragenden Ruf.

Zu den Mitwirkenden des 19. Festivaljahrgangs gehören neben Jan Vogler am Cello so illustre Musiker wie die Geiger Frank Peter Zimmermann, Kristóf Baráti, Nicola Benedetti und Mira Wang, die Bratschisten Nils Mönkemeyer und Antoine Tamestit, die Cellisten Danjulo Ishizaka und Julian Steckel, der Bassist Janne Saksala, die Pianisten Andreas Haefliger und Alice Sara Ott, die Harfenistin Astrid von Brück und die Sopranistin Ruth Ziesak.

Zum mittlerweile sechsten Mal findet sich bereits vor dem eigentlichen Festivalbeginn die Moritzburg Festival Akademie zusammen: Musikstudenten aus aller Welt proben und konzertieren mit einem anspruchsvollen Programm vom Spiel im Kammerorchester bis hin zur Kammermusik - dieses Jahr unter der Leitung der estnischen Dirigentin Anu Tali.

Die Gala-Dinner mit Sterneküche im Anschluss an ausgewählte Konzerte haben mittlerweile Tradition, dagegen erst zum zweiten Mal wird der Publikumspreis "Akademiepreis des Moritzburg Festivals" verliehen, gestiftet von den "Freunden des Kammermusikfestivals Schloss Moritzburg e.V.".

Die Schirmherrschaft 2011 hat Sir Colin Davis übernommen.

Das vollständige Programm finden Sie auf der Homepage des Festivals: www.moritzburgfestival.de.

MORITZBURG FESTIVAL ON TOUR

21. Februar 2011
Das Moritzburg Festival-Ensemble um Jan Vogler ist am 24. Februar in Dresden und am 25. Februar in Backnang mit Werken von Mozart, Piazzolla, John Harbison und Dvorak zu Gast. Die Mitwirkenden sind Mira Wang (Violine), Lise Berthaud (Viola), Antti Siirala (Klavier) und Jan Vogler (Violoncello).

AUFNAHME DER BACH-SUITEN

17. Februar 2011
Jan Vogler nimmt vom 18.-20. Februar im Neumarkter Reitstadl die Sechs Suiten für Cello solo BWV 1007-1012 von Johann Sebastian Bach für Sony auf.

PIZZICATO SUPERSONIC 2011

07. Februar 2011
Jan Voglers CD "New Worlds" mit den Knights (Sony) wurde im Januar 2011 vom Magazin Pizzicato mit einem "Supersonic" ausgezeichnet.
Ebenfalls einen "Supersonic" erhielt seine Einspielung der Cellokonzerte von Elliott Carter und Udo Zimmermann mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Kristjan Järvi (Neos) im Februar 2011.

REZENSIONEN: MIT DEM MDR-SINFONIEOCHESTER IN LEIPZIG UND MAGDEBURG (22./23. JANUAR 2011)

26. Januar 2011
"Da muss die Sprache wohl kapitulieren. Denn für all die Formen musikalischen Dialogs, (...) reichen Worte nicht aus. Da gibt es uneindliche viele Abstufungen zwischen Kontrast und Übereinstimmung, Zwiegesang und Solospiel, Kontrapunkt und Unisono - mehr als es Begriffe geben könnte. Skride und Vogler zeigen die ganze Bandbreite davon, (...). Technische Perfektion kann ihnen, die über sie verfügen, gleichgültig sein. Was jenseits dessen interessiert, sind die Nuancen der Partitur, jener wundervollen Studie über die musikalischen Möglichkeiten auf acht Saiten. Skride und Vogler reichen sich die Hand über dieser Partitur, spielen sich in Gestik und Ausdruck gegenseitig vor und nach, nehmen permanente Feinabstimmung vor. (...) Voglers Celloton ist sonor, aber nie feist. (...)
Leipziger Volkszeitung, 25. Januar 2011

"Für diese komplizierte Musik mit ihren oft unmittelbar wechselnden Ausdrücken, benötigt es Solisten, die sich gut kennen und harmonieren. Mit der jungen Lettin Baiba Skride und dem Dresdner Cellisten Jan Vogler wurde so eine Idealbesetzung gefunden. Gibt Vogler in seinen ersten Takten zielstrebig drängend den Grundtenor des Werkes vor, (...)
Als hätten Skride und Vogler nicht zuvor ein halbstündiges Doppelkonzert gespielt, schnellen sie hier technisch perfekt über die halsbrecherischen Variationen mit einer begeisternden Leichtigkeit hinweg."
Mitteldeutsche Zeitung, 25. Januar 2011

"... und wie beide Solisten sich hier präsentierten, ließ dem Publikum (...) von Beginn an fast den Atem stocken. Besonders Jan Vogler hat einen wahrlich überwältigend schönen Klang, und er versteht es, seinem Instrument alle Ausdrucksvarianten zu entlocken."
Magdeburger Volksstimme, 24. Januar 2011

JAN VOGLER IN MAGDEBURG UND LEIPZIG

19. Januar 2011
Jan Vogler gastiert am 22. und 23. Januar beim mdr-Sinfonieorchester. Gemeinsam mit der Geigerin Baiba Skride spielt er unter der Leitung von Jun Märkl das Doppelkonzert op. 102 von Johannes Brahms.
Die Konzerte sind am 22. Januar um 17 Uhr in der Johanniskirche Magdeburg und am 23. Januar um 19:30 Uhr im Gewandhaus Leipzig.

KRITIK: FORT WORTH STAR TELEGRAM, 14. JANUAR 2011

18. Januar 2011
“Vogler präsentierte eine virtuose Darbietung und ließ, was wie ein sehr schweres Werk wirkt, einleuchtend, ja leicht klingen und brachte im langsamen Satz wirklich schöne Klänge zu Gehör.“


JAN VOGLER ERHÄLT DEN ERICH-KÄSTNER-PREIS 2011

10. Januar 2011
Den renommierten Erich-Kästner-Preis des Presseclubs Dresden erhält 2011 der Cellist Jan Vogler. Der 1964 geborene Jan Vogler erhielt in Berlin seine musikalische Ausbildung und wurde bereits mit 20 Jahren erster Konzertmeister Violoncello bei der Sächsischen Staatskapelle Dresden. 1997 begann er seine Solo-Karriere und zog nach New York. 2006 erhielt er den Europäischen Kulturpreis Er ist er Künstlerischer Leiter des Moritzburg Festivals und seit 2008 Intendant der Dresdner Musikfestspiele.

Jan Vogler: „Dresden ist nach wie vor meine musikalische Heimat. Hier gehört Kultur zum Leben und mir ist es ein großes persönliches Anliegen, in dieser Stadt zur Verständigung und Begegnung der Menschen durch Musik beizutragen“.

„Als einer der besten Cellisten der Welt ist Jan Vogler auf Konzertbühnen rund um den Globus aktiv, wirbt dabei für seine Heimat und lebt Toleranz und Völkerverständigung aktiv.“, so Dieter Hoefer, der Vorsitzende des Presseclubs Dresden.

Als Jan Vogler 2008 die Intendanz der Dresdner Musikfestspiele übernahm, initiierte er eine Neuausrichtung, die sich weltweitgroßer positiver Resonanz erfreut. Er bringt die bedeutendsten Künstler unserer Zeit auf die Bühnen in und um Dresden. Seine zweite Heimat New York bietet ihm die idealen Voraussetzungen um die dafür notwendigen Kontakte aufzubauen. Vor allem der internationale, Kulturen übergreifende Ansatz ist ihm wichtig. So soll das Motto der 34. Dresdner Musikfestspiele 2011 – Fünf Elemente – eine Brücke schlagen zwischen europäischer Kultur und asiatischen Philosophien, zwischen unterschiedlichen Religionen und Lebensmaximen und dabei gleichzeitig, nicht zuletzt aufgrund des zeitgleich stattfindenden Evangelischen Kirchentages, auch das Thema Religion und Spiritualität auf unterschiedliche und farbige Weise reflektieren.

Die Preisübergabe erfolgt am 4. September 2011 auf Schloss Albrechtsberg in Dresden. Bisherige Preisträger waren u.a. Marion Gräfin Dönhoff, Joachim Gauck, Richard von Weizsäcker und Hans-Dietrich Genscher.

LIEBE BESUCHER,

23. Dezember 2010

ein besonders schönes und spannendes Musikjahr neigt sich dem Ende entgegen. 

Viele Herausforderungen und wunderbare Aufgaben haben das Jahr wie im Flug vergehen lassen. Ich bin sehr dankbar für das große Interesse an meinen Konzerten, Projekten und Festivals - dem Moritzburg Festival und den Dresdner Musikfestspielen. 

Ich wünsche Ihnen/Euch erholsame Feiertage und einen schwungvollen und guten Start in ein gesundes und friedliches 2011. 

Ihr/Euer Jan Vogler

DIE GLÄSERNE MANUFAKTUR VON VOLKSWAGEN IN DRESDEN

09. Dezember 2010
Die Gläserne Manufaktur in Dresden ist ein magischer Ort. Innovation und modernste Technik gehen dort Hand in Hand mit der Liebe zum handwerklichen Detail und einer geradezu romantischen Lage direkt am Großen Garten. Wie ein Burggraben zieht sich ein schilfbewachsener Teich um die Manufaktur, atmosphärisch nicht unähnlich dem Schlossteich in Moritzburg. Vielleicht war es dieser nostalgische Bezug zu Moritzburg, der auch die Manufaktur für mich zum idealen Ort für musikalische Begegnungen werden ließ. Hier habe ich Hélène Grimaud, Udo Lindenberg und Lorin Maazel kennen gelernt, habe viele Konzerte mit spannenden musikalischen Partnern gespielt und bin in jedem Sommer Zeuge, wenn 45 Musiker der Moritzburg Festival Akademie mit staunenden Augen diesen Tempel der Moderne zum ersten Mal betreten. Ich bin froh, daß es dieses Symbol der Zukunft in der Barockstadt Dresden gibt und fahre mit Stolz das dort handgefertigte automobile Wunderwerk Phaeton auf meinen Tourneen durch Deutschland und Europa. 
Jan Vogler, 6. Dezember 2010

Mehr Photos finden Sie hier.


REZENSION: KONZERT MIT MARTIN STADTFELD, NOVEMBER 2010

20. November 2010
„Die ganze Körpersprache signalisierte höchste Anspannung. Mit einemal wurde Musik gearbeitet, um Ausdruck gerungen. Wenn Vogler sich den aberwitzigen Schwierigkeiten der Sonate stellen musste, wusste man (…), warum dieser Künstler zu den herausragenden Cellisten unserer Zeit gezählt wird. Das Spiel von Stadtfeld und Vogler war von einer packenden, mitunter sprachlos machenden Intensität, […] Bei Schostakowitsch offenbarten Stadtfeld und Vogler neben ihren außergewöhnlichen technischen Fähigkeiten auch ihren Sinn für Humor. Allerdings jenen bitterbösen, (...)“
Die Rheinpfalz, 20. November 2010

MEINE LIEBSTE WEIHNACHTSGESCHICHTE IM MDR-FERNSEHEN

03. Dezember 2010
Jan Vogler wird am Dienstag, 7. Dezember um 18.45 Uhr im mdr-Fernsehen in der Reihe "Meine liebste Weihnachtsgeschichte" die seine vorlesen.

MY TUNES 2 (SONY CLASSICAL 2010)

01. Dezember 2010


Auf seiner aktuellen CD "My Tunes 2" legt Vogler den zweiten Teil seiner Lieblingsmelodien vor, darunter den Schwan aus Saint-Saëns' Karneval der Tiere, Schuberts Ave Maria oder Kreislers Farewell to Cucullain. Die Financial Times Deutschland schrieb darüber „Es ist zum Weinen schön, wenn sich das Cello sehnsuchtsvoll schmachtend aufschwingt“, der Rheinische Merkur "Angenehm süß, aber nie süßlich klingen seine Bögen. Nur einer mit seiner Klasse kann so fein zwischen Sentimentalität und Gefühlstiefe unterscheiden."

JAN VOGLER - DEUTSCHLANDFUNK "ZWISCHENTÖNE" VOM 14.11.2010

15. November 2010
Jan Vogler war am 14. November 2010 live zu Gast in der Sendung "Zwischentöne". Sie können die Sendung hier nachhören (mp3):
Teil 1
Teil 2

JAN VOGLER UND MARTIN STADTFELD IN KAISERSLAUTERN

09. November 2010
Am 18. November 2010 treten Jan Vogler und der Pianist Martin Stadtfeld gemeinsam in der Fruchthalle Kaiserslautern auf. Auf dem Programm stehen Werke von Bach, Schnittke und Schostakowitsch. Das Konzert beginnt um 20 Uhr.
Die Bach-Sonaten haben Vogler und Stadtfeld 2009 auf CD bei Sony vorgelegt.
Am 19. November spielt Jan Vogler in der Börse Coswig die Bach'schen Solosuiten Nr. 1-3.
Mit seiner Frau, der Geigerin Mira Wang, tritt er am 25./26. November mit Brahms' Doppelkonzert und der Neuen Elblandphilharmonie in Riesa und Pirna auf.

JAN VOGLER AM 7. NOVEMBER IM 3SAT "MUSEUMSCHECK"

02. November 2010

Jan Vogler ist am Sonntag, 7. November um 18:30 Uhr in 3sat in der Sendung "Museumscheck" zu Gast. Zum Dreh kam er direkt aus New York eingeflogen und begleitete Markus Brock durchs wiedereröffnete Albertinum in Dresden. 


Das Dresdner Residenzschloss und seine Gemälde kennt Jan Vogler gut. Schon Mitte der 80er Jahre war er hier Stammgast. Als 20-jähriger begann der Spross einer Berliner Musikerfamilie seine Karriere in der Staatskapelle Dresden. Informationen zur Sendung gibt es hier: 
http://www.3sat.de/museumscheck/museumscheck_titel.htm

PRESSESTIMMEN ZUR TOURNEE MIT DEM SINGAPORE SYMPHONY ORCHESTRA

21. Oktober 2010
Fauré “Elegie” und Tschaikowsky “Rokoko-Variationen” - Konzerttournee mit dem Singapore Symphony Orchestra, Lan Shui, Oktober 2010

„Solist Jan Vogler, (…), schaltet hier plötzlich um auf ein definiertes, präzises, aber auch elegisch singendes Spiel.“ Udo Badelt
Tagesspiegel, 21. Oktober 2010

„Viele waren in den Herkulessaal gekommen, um den großartigen Cellisten Jan Vogler zu hören, […] Aber danach belohnte uns Jan Vogler mit schwelgerischem Gabriel Fauré (Elégie, op. 24) und den Rokoko-Variationen op. 33 von Tschaikowsky und seinen hochvirtuosen Soli zwischen feinen Parfumdüften. Immer wieder ein Ereignis: der Klang seines Montagnana- Instruments von 1721.“ Klaus P. Richter
Süddeutsche Zeitung, 18. Oktober 2010

„Danach schlug erst einmal die Stunde des Cellisten Jan Vogler. Der vorzügliche Virtuose hat nach seinem fulminanten Darmstädter Auftritt mit Schostakowitschs Cellokonzert Nr. 1 […] nun auch in Frankfurt überzeugt: Mit gebotener Noblesse, schönem Ton und angemessen verhaltener Leidenschaft spielte er den Solopart der Elégie op. 24 von Gabriel Fauré und der Variationen über ein Rokothema […] von Peter Tschaikowsky.“ Harald Budweg
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Oktober 2010

DIE FRANKFURTER ALLGEMEINE ZUM KONZERT MIT DEN KNIGHTS (OKTOBER 2010)

20. Oktober 2010
„An diesem Abend […] ging es mit Beethovens Sinfonie Nr. 7 A-Dur op. 92 gleich ins Herz der Musik. (…) Von unglaublicher Verve getragene Leichtigkeit und kammermusikalische Transparenz prägten unter der Leitung von Eric Jacobsen von Anfang an das Klangbild. Das Allegretto, ein stilisierter Trauermarsch, schien um beinahe beschwingte, optimistische Facetten bereichert, das grandiose Finale wurde, wie zuvor schon im Kopfsatz, in sehr zügigem, aber nicht überhastetem Tempo dramaturgisch elegant interpretiert. Packende Intensität sprach aus der Wiedergabe von Dmitri Schostakowitsches erstem Cellokonzert mit dem Solisten Jan Vogler, […].
Enthusiastischer Applaus galt den ausdrucksstarken, grandiosen Darbietungen […]" Joachim Wormsbächer

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16. Oktober 2010

DAS LUXEMBURGER TAGEBLATT ZUM KONZERT MIT DEN KNIGHTS

13. Oktober 2010
Beethovenfest Bonn: Begeisterung für The Knights und Jan Vogler
No risk, no fun!

Kaum ein anderes Konzert hat den Leitgedanken des diesjährigen Beethovenfestes „Ins Offene“ wohl so treffend wiedergegeben, wie jenes mit dem amerikanischen Kammerorchester „The Knights“. Wobei man bei diesen Musikern die Bezeichnung Kammerorchester allerdings nicht zu eng sehen darf.

„The Knights“ haben in ihrer Art und Weise zu spielen mehr von einer Rock- oder Jazzband, als von dem Wesen eines traditionellen Kammerensembles. The Knights versuchen in ihren Konzerten, die gängige Programmpolitik ganz einfach umzustoßen und Klassik mit Rock- und Worldmusik zu kombinieren. Aber Achtung: Das hat nichts mit den Mega-Produktionen eines David Garrett oder André Rieu zu tun. Hier werden qualitativ hochwertige Rockklassiker quasi als zeitgenössische Musik arrangiert und es wird auf verblüffende Weise deutlich, wie nahe diese sogenannten U-Musikstücke  an der ebenso sogenannten E-Musik dran sind.

Mehrmals im Jahr treffen an die 40 begeisterte Musiker, die in allen Gebieten der Musik tätig sind, ob als Bandmitglieder oder als klassische Musiker, Lehrer, Sänger oder Komponisten, zu sogenannten Projekten zusammen. Und die sollen vor allem eines machen: Spaß!

Spielbegeisterung und Experimentierfreude

Unter dem Motto „Go out and have fun“ leben die Knights-Konzerte von einer außerordentlichen Spielbegeisterung, Kommunikationsfreude und Experimentierfreudigkeit.

Aufmerksam wurde ich auf „The Knights“ durch ihre erste CD, die sie zusammen mit dem Cellisten Jan Vogler im neu eröffneten „Le Poisson Rouge“ in New York aufgenommen haben, jenem Club, in dem früher Musiker wie Jimi Hendrix aufgetreten sind.

In Bonn konnte man dieses außergewöhnliche Ensemble nun endlich live erleben. Und das mit einem Programm, das Freiheit, Offenheit und Utopie als Hauptgedanken vermitteln wollte. Die erste Konzerthälfte war klassisch, aber dennoch durch ihre seltsame Konstellation neu. Nach dem Türkischen Marsch aus Beethovens Ruinen von Athen erklangen jeweils nur der Kopfsatz aus Schostakowitschs Cellokonzert Nr. 1 und Beethovens 7. Symphonie.

Unter der Leitung von Eric Jacobsen hörte man einen revolutionären Haufen, der die Musik nicht nur von innen nach außen kehrte, sondern sich vor allem durch eine musikalisch brillante Leistung und ein interpretatorisch schlüssiges Konzept durchsetzte.

Bob Marley & Jimi Hendrix

Der zweite Konzertteil war dann (noch einmal) Dimitri Schostakowitsch mit dem 2. Walzer aus der Jazz-Suite Nr. 2 sowie Astor Piazzolla (Oblivon, Herbst aus „Las Cuatro Estanciones“), Lev Zubin (Garmoshka), Osvaldo Golijov (Lullaby Doina, Tancas) vorbehalten. Aber auch Rock und Reggae waren mit einem Bob-Marley-Mix (gesungen von einer Violonistin), einem Pink-Floyd-Mix und natürlich Jimi Hendrix’ „Machine Gun“ bestens vertreten und zeigten dabei die absolute Souveränität, mit der sich die Knights durch die verschiedenen Genres bewegen.

Ein Risiko, sicher, aber: No risk, no fun! Jan Vogler, der die jeweiligen Cellosoli spielte, wurde seinem Namen als einer der innovativsten und besten Cellospieler der Gegenwart hundertprozentig gerecht.
 
Aber auch Eric Jacobsen, der sich nicht als Maestro sieht, sondern als ein ganz normales Mitglied des Orchesters, muss man hier unbedingt erwähnen, weil dieser junge Dirigent (und Cellist) nicht nur ein wahrer Feuerkopf ist, sondern vor allem ein absolut ernstzunehmender Interpret, der genau weiß, wie er die Musik zu spielen hat und wo er und seine Ritter mit ihrer unkonventionellen Philosophie hinsteuern wollen.

The Knights selber sind ein technisch hochrangiges Ensemble, das es ohne Zweifel mit  jedem anderen Orchester aufnehmen kann, hier aber den Vorzug hat, enorm offen und spieltechnisch sowohl mit dem romantischen wie auch dem historischen Stil vertraut zu sein. Das Bonner Publikum reagierte begeistert. [...] Alain Steffen

Tageblatt, 12. Oktober 2010

DER BONNER GENERAL-ANZEIGER ZUM KONZERT MIT DEN KNIGHTS

12. Oktober 2010
Cellist Vogler und New Yorker Ensemble im Telekom Forum

Bonn. Am Ende eines seiner legendären Konzerte - es war 1967 beim Monterey-Festival - zündete Jimi Hendrix einmal seine E-Gitarre an. Eine vergleichbare Aktion musste man zwar nicht befürchten, als der Cellist Jan Vogler, begleitet von dem New Yorker Ensemble The Knights, Hendrix" "Machine Gun" intonierte.

Aber es ging in diesem als Anklage gegen den Vietnam-Krieg gemeinten Stück selbst ohne verzerrte E-Gitarre noch hoch emotional und aggressiv zur Sache. Ein Hendrix-Fan war Vogler, der gerade erst mit Hélène Grimaud einen klassischen Duoabend in der Beethovenhalle gegeben hatte, schon immer. Früher, in der DDR, so erzählte er bei seinem zweiten Beethovenfest-Auftritt im nahezu ausverkauften Telekom Forum, habe er ein Porträt seines Idols auf dem Rücken seiner Jacke getragen. "Das war nicht ganz ungefährlich!"

Mit den Knights hat Vogler bereits häufiger zusammengearbeitet. Man ist befreundet und von derselben Idee begeistert. Nämlich Klassik so zu präsentieren wie Pop-Musik und zugleich das klassisch besetzte Ensemble für die Pop-Musik, aber auch für andere Richtung von Jazz über Klezmer bis Welt-Musik zu öffnen. Das gelang im Telekom Forum ganz wunderbar. Die Zuhörer, darunter viele Jugendliche, waren von Beginn an begeistert.

Abgesehen von der Tatsache, dass die Musik elektronisch verstärkt erklang und das Geschehen auf der Bühne durch einen nicht immer ganz geschmackssicheren Live-Video-Mix verdoppelt wurde, lief die erste Programmhälfte des Abends (fast) noch in vertrauten klassischen Bahnen. Dem entspannt schwungvollen Beethoven"schen Türkischen Marsch aus den "Ruinen von Athen" folgte der von Vogler am Solocello virtuos vorgetragene erste Satz aus Dmitri Schostakowitschs Cellokokonzert op. 107 und ebenfalls der erste Satz aus Beethovens siebter Sinfonie, den das kleine Orchester unter der Leitung von Eric Jacobsen mit viel Temperament in Szene setzte.

"The Knights", das spürte man schon hier, scheinen vor allem eines zu wollen: zeigen, dass jede Art von guter Musik Spaß macht. Der zweite Teil des Programms war dann ein echtes Cross Over, wie man die Verbindung unterschiedlichster Musikstile neudeutsch nennt. Astor Piazzollas "Oblivion" in einem Arrangement für Violine, Violoncello und Orchester. An der Seite von Vogler spielte hier Colin Jacobsen, der Bruder des Dirigenten, der sich auch als glutvoller Solist in dem melancholisch abgetönten "Herbst" aus dem Jahreszeitenzyklus des Tango-Nueovo-Komponisten hervortat.

Und am Ende des Konzertes sogar als Komponist. In Stücken wie dem "Herbst", die nicht unbedingt einen Dirigenten erfordern, machte Eric Jacobsen Pause. Auch der New Yorker Indie-Pop-Sängerin Christina Courtin, die bei den "Knights" in der Gruppe der zweiten Geigen mitspielt, überließ der Dirigent an diesem Abend für zwei bemerkenswerte Songs das Feld. Überhaupt sind die Mitglieder der Knights überaus kreativ:

Die meisten der Arrangements, die an diesem Abend zu hören waren, wurden von den "Rittern" selbst fürs Ensemble maßgeschneidert. Im Zugabenteil spielte Jan Vogler noch einmal Solocello: in Anton Dvoraks melodiöser "Waldesruhe". Zur zweiten Zugabe mischte er sich dann unter die Cellisten, um beim Finale aus Beethovens siebter Sinfonie dabei zu sein, mit der Jacobsen den Bogen zum Konzertbeginn schloss. In rasantem Tempo galoppierten die Ritter hier durchs Stück, ein Ritt, an dem auch Vogler sichtlich Freude hatte.
Von Bernhard Hartmann

General-Anzeiger, 4. Oktober 2010

DAS DARMSTÄDTER ECHO ZUM KONZERT MIT DEN KNIGHTS

12. Oktober 2010
Später Rausch der Klänge

Musikalischer Herbst: Jan Vogler und »The Knights« spielen auf Einladung der Philharmonie Merck in Darmstadt

Seine Körperhaltung ist aufrecht und auf das Wesentliche reduziert. Freundlich lächelt der Dirigent Eric Jacobsen in die Runde. Gemeinsam mit seinem Bruder Colin Jacobsen, der als Geiger im Orchester sitzt, hat der New Yorker »The Knights« ins Leben gerufen. »Die Ritter« sind Verbündete jenseits der traditionellen Orchesterlandschaft. Sie sind meist junge Musiker, die in Freundschaft und Vertrauen die Basis der Kunst sehen. Zudem bereichern sie das gängige Repertoire. Der Spaß am gemeinsamen Spiel ist allgegenwärtig an diesem Freitagabend, der zum »Musikalischen Herbst« der Philharmonie Merck zählt. [...]

Bereits im zweiten Satz weiß er den Trauermarsch effektvoll zu nehmen, um im anschließenden Presto eine erste Kostprobe davon zu geben, welches Potenzial das Ensemble besitzt. Beim Finale setzt er zunächst behäbig an, reißt seine Mitstreiter aber schon bald mit zu einem gewaltigen Rausch der Klänge.

Die vollen Klangfarben des klassischen Orchesters noch im Ohr, stehen die pittoresken Musikgebilde von Schostakowitsch zunächst etwas verloren da. Sein Cellokonzert ist ein Werk voller Doppelbödigkeiten, skurril und bewegend zugleich. Der Virtuose Jan Vogler spielt sein Instrument nicht, er bearbeitet es regelrecht und bewältigt die hohen Anforderungen grandios. Er meistert den Spagat zwischen rauer Spieltechnik und melodischer Melancholie. Ob dieses Cellokonzert das beste des 20. Jahrhunderts ist, wie Vogler meint, mag dahingestellt sein. Aber zweifellos ist es eine große Bereicherung der Celloliteratur.

Komplettiert wird der Freitagabend durch eine Bearbeitung des Jimi-Hendrix-Songs »Machine Gun«, der durch seine ratternden Tonsalven alle drei Werke in ihrer motorischen Kraft miteinander verbindet. Jan Vogler und »The Knights« bewegen sich vor allem in der zweiten Hälfte in ihrem Element und sorgen für Beifallsstürme.

Darmstädter Echo, 4. Oktober 2010


DIE BACKNANGER KREISZEITUNG ZUM KONZERT MIT DEN KNIGHTS

12. Oktober 2010
Die Ritter aus New York reiten auf den Wogen guter Musik

Jan Vogler and The Knights eröffneten die Kultursaison im Backnanger Bürgerhaus – Klänge von Schostakowitsch, Beethoven und Jimi Hendrix

Jan Vogler an seinem Cello als Solist und an die etwa 50 Solisten, genannt The Knights, von Dirigent Eric Jacobsen zu einem homogenen Klangkörper geformt, eröffneten am sonnigen Sonntagabend die Backnanger Kultursaison im Bürgerhaus. Und wie!

BACKNANG. Aus New York sind sie angereist, jene Ritter, die nicht auf Pferden, sondern auf den Wogen guter Musik reiten und die ihre Schwerter glücklicherweise in Instrumente eingetauscht haben.

Sie befinden sich auf ihrer ersten Tournee außerhalb des Schmelztiegels. Das offizielle Programm ist zu Ende. Beifall brandet auf. Vogler und seine Freunde erheben sich. Strahlend und mit einem Augenzwinkern. Auch ein (mutiger) Besucher steht auf. Ein vom ersten Geiger Colin Jacobsen – er sieht aus wie Paganini persönlich und ist der Bruder des Dirigenten – arrangiertes persisches Volkslied erklingt. Vogler und seine Freunde erheben sich. Und jetzt auch das (restlos hingerissene) Publikum. Dann ein weicher Piazzolla-Tango. Dasselbe Spiel. Und ein Schostakowitsch-Walzer, der zeigt, wie überaus süßlich der vom Stalin-Regime geplagte Komponist komponieren konnte, wenn er denn Lust dazu verspürte. Das Spiel ist aus. Was ist geschehen?


Da spielt ein Orchester. Bestehend aus vorwiegend eher jungen Leuten – das wäre ja noch nichts Besonderes. Sie präsentieren mit Jan Vogler das erste Cello-Konzert von Schostakowitsch. Nicht unbedingt zart geschmorte Kost. Vor Beginn erläutert Vogler in knappen, aber unterhaltsamen Worten das Werk. Er bezeichnet es als eines der „größten bedeutenden Cello-Werke des 20. Jahrhunderts“. Stalins Lieblingsvolkslied eröffnet den ersten Satz. Allerdings so verfremdet, dass man dem Komponisten beim besten Willen seinen Spott nicht nachweisen kann, er also keine Repressalien befürchten muss. Den zweiten Satz empfindet der Cello-Virtuose als „den schönsten, langsamen Satz des 20. Jahrhunderts“. Der dritte ist eine Solo-Kadenz und der vierte „ebenfalls ein Tanz auf heißen Kohlen“. In der Tat geht es da schon sehr heftig zu, was Harmonik, Dynamik und Rasanz, also die rein technischen Fertigkeiten betrifft. Zu Hause über die Stereo-Anlage werden es eher weniger, höchstens die eingefleischten Kenner und Liebhaber sein, die sich Werke dieser Couleur zu Gemüte führen.

Jetzt aber kommt’s: Die Knights und insbesondere Vogler spielen dieses Werk so, dass man sich nicht entziehen kann. Das überaus Expressive dieser Musik ist es, was den Hörer, so er sich darauf einlässt, in ihren Bann zieht. Ein Beweis dafür, dass Musik eben nicht nur „schön“ klingen muss, um zu faszinieren. Oder „schön“ eben relativ ist. Zum anderen, und das ist ein Alleinstellungsmerkmal der Knights, ist es die spürbare, auch durch Musikstudium nicht verloren gegangene Urlust am Musizieren. Das musikantische Moment. Das gilt ebenso für Spielleiter Eric Jacobsen. Mal hat er seine Jungs und Mädels hart im Griff. Dann wiederum lässt er sie einfach laufen. Wippt relaxed ein bisschen mit.

Minimale und gänzlich unprätentiöse Gestik, eher erinnernd an einen Big-Band-Leader. Überhaupt belegt das Orchester augen- und ohrenscheinlich, dass es eben nur gute und gut gespielte Musik und ihr Gegenteil gibt. Trennung von U- und E-Musik? Völlige Fehlanzeige. Wenn, wie alles an diesem denkwürdigen Abend, mal wieder etwas voll gelungen ist, ersetzen Umarmungen die sonst üblichen, konventionellen Händedrücke. Auffallend auch, wie viel bei der Arbeit hier gegrinst, geschmunzelt, grimassiert wird. Allen voran die Bassisten.

An Roger Norrington und dessen Credo für vibratoarmes, wenn nicht gar vibratoloses Spiel auch bei klassischen und romantischen Werken, erinnert die Interpretation von Beethovens siebter Sinfonie in A-Dur. Straight, auf den Punkt, eher rasch und ohne Romantisierung dargeboten, geben die New Yorker da gleich zu Beginn des Abends eine Visitenkarte ab nach dem Motto: Wir wissen, dass es nachher etwas härter kommt, nur dass ihr seht, wir können auch euren geliebten Beethoven.

Wie Schostakowitsch sich meist weigerte, liebliche Musik zu schreiben, um seiner inneren Verzweiflung über die Verhältnisse in der UdSSR Ausdruck zu verleihen, verschaffte sich auch Jimi Hendrix in den 1970er-Jahren Luft über die Verhältnisse in seinem Heimatland USA. Dem Klassikliebhaber mag der Vergleich, den Vogler hier anstellt, womöglich despektierlich erscheinen.

Doch das ist ihm egal. Er stimmt sein Cello um – „halt, ich muss ja noch die C-Saite einen Ton hochstimmen“, wie bei der E-Gitarre – , und dann geht’s los mit einer Orchesterfassung von Hendrix’ „Machine Gun“. Bluesig, mit Slides, in der klassischen Musik Glissandi genannt, mit Tönen, hervorgebracht von Instrumenten, für die diese eigentlich nicht gebaut worden sind, mit effektvollen, nicht effektheischenden abgerissenen Bogenstrichen und – einer gehörigen Prise freudiger Selbstdistanz.
Die neue Saison ist eröffnet. Und wie! Thomas Roth

Backnanger Kreiszeitung, 5. Oktober 2010

DIE BERLINER ZEITUNG ZUM KONZERT MIT DEN KNIGHTS

12. Oktober 2010
Orchestermusiker, ein schlimmer Beruf

Oder doch nicht? Das grandiose Spiel von Jan Vogler und dem New Yorker Kammerorchester The Knights im Radialsystem

[...] Orchestermusiker muss ein herrlicher Beruf sein. Man arbeitet mit Gleichgesinnten am schönsten, was es auf Erden gibt, und empfängt dadurch Energie, entdeckt Neues, bringt sich ein, beglückt das Publikum - es tobt. Am Dienstag, zwei Tage nach dem ersten Orchesterstreik, stellte sich erstmals in Berlin das New Yorker Kammerorchester The Knights vor, machte relativ spontan und trotz nicht ganz klarer Finanzierung seines Auftritts während eine Biege ins Radialsystem. Das Konzert war ein solcher Erfolg, dass das Ensemble vor der dritten Zugabe gefragt wurde, ob es nicht Hausorchester des Radialsystems werden wolle. Ohne zu zögern erhoben sich die Musiker und nahmen das Angebot an.

The Knights sind eine Gründung junger Musiker, auf Initiative von Eric Jacobsen, Dirigent, und seinem Bruder Colin, Konzertmeister. Auf der Homepage werden Freunde und Sponsoren geworben, man weiß, dass man für sein Geld etwas tun muss, interessante Programme spielen etwa. Das im Radialsystem wurde mit Beethovens Siebenter Sinfonie eröffnet und beschlossen mit einem Arrangement von Jimi Hendrix Machine Gun, zugegeben wurden ein Bob Marley-Song, den eine Geigerin zur Begleitung ihrer Kollegen und ihres eigenen Trommelns sang, ein Tango von Astor Piazzolla und ein von Colin Jacobsen verblüffend bearbeitetes arabisches Volkslied. Enorm, welche stilistische Bandbreite allein von den Zugaben abgedeckt wird: Mit welchem musikalischen Verständnis die vierteltönigen Abweichungen der arabischen Melodie getroffen werden, wie sich die Streicher auch auf das Anrühren einer filmmusikalischen Sauce verstehen während der von Kyle Sanna bearbeitete Hendrix dessen experimentelles Gitarrenspiel in einen Streichersatz transformiert.

Die Musiker von The Knights , das zeigt sich schnell, verdanken ihre Wirkung einem mitreißenden Gefühl für Rhythmus. Beethovens Siebente gibt ihnen da viel Stoff, und die Kombination einer rhythmischen Struktur mit einer durchaus historisch inspirierten, vibratoarmen Artikulation erzeugt einen Beethoven-Klang von großer Prägnanz. Obwohl die Partitur bis ins letzte Sechzehntel geprobt ist, wird dieser Klang nicht von der Verschmelzung, vom Tutti aus gedacht, sondern von Individuen verantwortet, die sich im Konzert durch ihre Alltagskleidung auch als Individuen darstellen. Dieser Klang hat eine gewisse Rauigkeit, die sich auf den Aufnahmen zuweilen sehr ungewohnt ausnimmt. The Knights sind ein Live-Orchester, es würde ihrer Ästhetik widersprechen, schon im Konzert wie eine abgemischte CD zu klingen. Ihre beiden CDs sind denn auch Live-Aufnahmen.
Auf beiden spielt der Cellist Jan Vogler. Er hat The Knights in New York quasi entdeckt und zu den von ihm geleiteten Dresdener Musikfestspielen eingeladen.

Am Dienstag spielte er Schostakowitschs erstes Cellokonzert in einer kraftvollen, risikofreudigen Aufführung. Man mag diese Interpretation in ihrer Geradlinigkeit, ihren fröhlich drastischen Orchesterfarben für naiv halten - sie klingt nicht nach dem Schmerzensmann, sondern eher nach einem der vitalsten Musiker des letzten Jahrhunderts. Aber zugleich zeigte diese Aneigung eine uramerikanische Offenheit, eine eklektische Freude an verschiedensten Musikstilen, die den Hörer ansteckt. Und ein Beispiel ist für jene, die Dienste schieben, und denen zu ihrem Beruf vor allem die Forderung nach mehr Geld einfällt. Peter Uehling

Berliner Zeitung, 7. Oktober 2010

DRESDNER MUSIKFESTSPIELE 2011 "FÜNF ELEMENTE"

12. Oktober 2010

Am heutigen 12. Oktober stellte der Intendant der Dresdner Musikfestspiele Jan Vogler in einer Pressekonferenz das Programm der Festspiele 2011 (18. Mai-5. Juni) mit dem Motto "Fünf Elemente" vor.


In Europa betrachten wir die rasante Entwicklung Asiens häufig als losgelöstes und gänzlich materialistisches Phänomen. Die Dresdner Musikfestspiele 2011 richten dagegen den Fokus auf die kulturellen Werte, die die Menschen lenken, auf die Lebensphilosophien und die Verbindungen zwischen Asien und Europa. Paradoxerweise erscheint es, als sei uns das Morgenland in längst vergangenen Zeiten näher gewesen, als wir es heute empfinden. Die Menschen, die auf der berühmten Seidenstraße nach Asien reisten, tauschten nicht nur Handels-, sondern auch Gedankengut aus und lernten viele Kulturen kennen. So fanden sie ihren persönlichen Zugang zu den »Fünf Elementen«. Diesem Geiste folgend möchten die Dresdner Musikfestspiele 2011 einen Bogen nach Fernost schlagen und berühren auf diesem Weg auch einige Kulturen der ehemaligen Seidenstraße.


Den kulturellen Botschaftern Asiens wie Cloud Gate, Rain oder den Künstlern unserer Reihe »Asiens Stars von morgen« kommt eine große Bedeutung zu, denn sie erzählen uns – auch wenn sie westliche Musik interpretieren – Geschichten aus der reichen Vergangenheit und der spannenden Zukunft Asiens.


Das zeitliche Zusammentreffen des Evangelischen Kirchentages und der Musikfestspiele in Dresden 2011 inspirierte das Festspielprogramm. So kommunizieren die Themen Religion und Spiritualität mit den »Fünf Elementen« und eröffnen neue Perspektiven für die Zukunft. Erde, Wasser, Feuer, Luft und Spiritualität: Finden Sie Ihre eigene Interpretation der Elemente auf unserer musikalischen Reise und werden Sie so Teil unseres Festivals.


http://www.musikfestspiele.com/cms/de/musikfestspiele/thema_2011/

REZENSIONEN: KONZERTE MIT HÉLÈNE GRIMAUD

21. September 2010
"Aber die atmosphärischen Nachteile der Halle lassen sich hinwegspielen, wenn man so intensiv und beseelt zu Werke geht wie die Pianistin Hélène Grimaud und der Cellist Jan Vogler in ihrem umjubelten Abend. Die beiden sind, was ihr die Partituren tief auslotendes Musikverständnis angeht, schlichtweg das perfekte Duo; (…) Voglers sonorer und trotzdem schlanker Celloton korrespondiert aufs Beste mit den markanten, aber nie kühlen Klavier-Akzenten Grimauds. (…) speziell die Innensätze – ein von den beiden Solisten auf die groteske Spitze getriebenes Allegro und ein ganz in sich versunkenes Largo – gerieten unübertrefflich. Zugaben fürs enthusiasmierte Publikum in der ausverkauften Halle gab’s reichlich.“
Bonner General-Anzeiger, 20. September 2010


"Für den Cellisten gab es hier keinerlei spieltechnische Finessen, alles war pure Linie, die er aufs Beglückendste auskostete. Ein wenig spielte Vogler mit den Oktavlagen, um den "Rhein, den heiligen Strom" in der Basslage wuchtiger, den "Groll" kraftvoller, die Lyrik vieler Lieder im Tenorbereich jedoch zarter erscheinen zu lassen. Vogler stand hier sein volles Spektrum an Ausdrucksmöglichkeiten zur Verfügung (...) Ein starker Abend."
Rheinische Post, 18. September 2010

JAN VOGLER | SAISONBEGINN 2010-11 | AKTUELLE CDS

24. August 2010
Nach einem ereignisreichen Sommer 2010, in dem er u.a. mit dem Baltic Youth Philharmonic und mit den Dresdner Kapellsolisten auf Tournee war, das Moritzburg  Festival erfolgreich dem Ende zuging und seine neue CD "My Tunes 2" bei Sony Classical erschienen ist, beginnt Jan Vogler die neue Saison mit Duo-Rezitalen mit der Pianistin Hélène Grimaud:

Do, 16. September, 20 Uhr, Düsseldorf, Robert-Schumann-Saal
Debussy: Cellosonate; Schostakowitsch: Cellosonate; Schumann: Dichterliebe

Fr, 17. September, 20 Uhr, Bonn, Beethovenhalle (Beethovenfest)
Schumann: Fantasiestücke op. 73; Brahms: Sonate e-Moll op. 38; Schostakowitsch: Cellosonate


Anfang Oktober ist Jan Vogler mit dem amerikanischen Orchester The Knights in Darmstadt (1. Oktober), wiederum beim Beethovenfest in Bonn (2. Oktober), in Backnang bei Stuttgart (3. Oktober), Berlin (5. Oktober) und Dresden (8. Oktober) zu hören. Auf dem Programm stehen Schostakowitschs Cellokonzert, aber auch Werke von Piazzolla, Golijov bis hin zu Jimi Hendrix ("Machine Gun").

Soeben erschienen ist Jan Voglers Aufnahme der Cellokonzerte von Udo Zimmermann (2009) und Elliott Carter (2001), gemeinsam mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und Kristjan Järvi (Neos). Die CD entstand bei der Uraufführung des Vogler gewidmeten Zimmermann'schen Konzerts "Lieder von einer Insel" in München im Mai 2009.

Nach November-Auftritten in Köln, Kaiserslautern, Berlin u.a. steht im Dezember die CD-Aufnahme des Cellokonzerts von Robert Schumann mit den Wiener Philharmonikern unter Valery Gergiev auf dem Programm (Sony). 

MORITZBURG FESTIVAL GEHT ZUENDE

23. August 2010
Das Moritzburg Festival ist am Sonntag mit einer Rekordnachfrage nach Eintrittskarten und praktisch ausverkauften Aufführungen zu Ende gegangen. 

„In Moritzburg treffen außergewöhnlich enthusiastische Aufführungen auf ein wunderbares und über 18 Jahre gewachsenes Publikum“, sagte der künstlerische Leiter Jan Vogler. In den vergangenen zwei Wochen gab es 14 Konzerte, drei öffentliche Proben, zwei Porträtkonzerte und zwei Komponistengespräche.

MORITZBURG FESTIVAL | 8.-22. AUGUST 2010

28. Juli 2010
Unter der Künstlerischen Leitung des Cellisten Jan Vogler findet das Moritzburg Festival in diesem Jahr vom 8.-22. August 2010 statt. In diesem Jahr liegt der Fokus auf Werken der Romantik, nicht zuletzt anlässlich des 200. Geburtstags von Robert Schumann.

Composer-in-Residence 2010 ist der Schweizer Komponist und Saxophonist Daniel Schnyder. Sein "Songbook für Saxophon und Orchester" und Beethovens “Eroica” erarbeitet vom 2.-15. August die Moritzburg Festival Akademie unter der Leitung der mexikanischen Dirigentin Alondra de la Parra, die u.a. das Eröffnungskonzert (8. August, Gläserne Manufaktur von Volkswagen) bestreitet.

Neben Jan Vogler werden dieses Jahr Künstler wie die Geigerin Viviane Hagner, der Pianist Oliver Triendl und der Klarinettist Charles Neidich zu erleben sein, um nur einige zu nennen.

Das Festival steht 2010 unter der Schirmherrschaft von Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister des Innern.

Weitere Informationen sowie ein Video über das Festival finden Sie unter www.moritzburgfestival.de.

CD MIT CELLOKONZERTEN VON ZIMMERMANN UND CARTER

27. Juli 2010
Elliott Carter Cello Concerto [2001]
Udo Zimmermann Lieder von einer Insel für Violoncello und Orchester [2009]
Jan Vogler (Violoncello)
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks | Leitung: Kristjan Järvi
Konzertmitschnitt vom 15. Mai 2009 Herkulessaal der Münchner Residenz
Neos
www.neos-music.com

REZENSION RHEINISCHER MERKUR: "MY TUNES 2"

20. Juli 2010
Melodien, zur Saite genommen

Wenn er Schuberts „Ave Maria“ in einem Kaufhaus-Lautsprecher in Tokio hört, dann geht ihm diese Melodie mehrere Tage nicht aus dem Kopf. Ein solches Bekenntnis könnte Medientenor Paul Potts abgelegt haben, es stammt jedoch vom Weltklasse-Cellisten Jan Vogler. Der wurde nicht gecastet, sondern spielte erst klassisch an der Musikhochschule vor und später in immer größeren Hallen. Schon zum zweiten Mal hat er ein Album mit seinen Lieblingsmelodien aufgenommen: Gesangsstücke nimmt er zur Saite wie besagtes „Ave Maria“, Mendelssohn-Bartholdys „Auf den Flügeln des Gesanges“ und Wagners Wesendonck-Lied „Träume“; der Geige entwindet er unter anderem Paganinis „Cantabile“ und die Moses-Variationen. Angenehm süß, aber nie süßlich klingen seine Bögen. Nur einer mit seiner Klasse kann so fein zwischen Sentimentalität und Gefühlstiefe unterscheiden. cfl

Rheinischer Merkur, 15. Juli 2010

JAN VOGLER IM ZDF MITTAGSMAGAZIN

12. Juli 2010
Jan Vogler tritt am Mittwoch, den 14. Juli gegen 13:40 Uhr im ZDF Mittagsmagazin auf. SEINEN AUFTRITT KÖNNEN SIE HIER IM ZDF-ARCHIV SEHEN: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/interaktiv/957238/Die-Gaeste-im-mittagsmagazin---2010#/beitrag/interaktiv/957238/Die-Gaeste-im-mittagsmagazin---2010.
Noch am selben Tag beginnt seine Tournee mit den Dresdner Kapellsolisten, die ihn zum Rheingau Musik Festival (14.7.), zum Festival Mitte Europa (15.7.) und zum Lausitzer Musiksommer (16.7.) führen wird.

JAN VOGLER MIT DEM BALTIC YOUTH ORCHESTRA AUF TOURNEE

30. Juni 2010
Am 30. Juni startet Jan Vogler mit dem Baltic Youth Orchestra unter der Leitung von Kristjan Järvi eine gemeinsame Europatournee mit Werken, die auf musikalische Weise die Länder Ostseeregion verbinden:

30. Juni, Gdansk, Sala Koncertowa na Ołowiance
Baltic Youth Philharmonic, Kristjan Järvi
Pärt: Pro et Contra
Tschaikowsky: Rokoko-Variationen


2. Juli, Kopenhagen, Tivoli
siehe 30. Juni

5. Juli, Pärnu, Oistrach-Festival
Eller: Prelude
Tschaikowsky: Rokoko-Variationen


8. Juli, St. Petersburg, Mariinsky, White Nights Festival
siehe 30. Juni

"MY TUNES 2"

10. Juni 2010
Am 18. Juni erscheint bei Sony die neue CD "My Tunes II". Darauf zu hören sind Stücke von Saint-Saëns, Paganini, Mendelssohn, Fauré, Glasunov, Kreisler, Wagner u.a. HIER können Sie Auszüge hören und sie bestellen.
28. Juli 2010: Die "My Tunes 2" ist auf Platz
11 der Klassik-Charts (Quelle: Media Control).


Kritik:
"Bereits vor drei Jahren stellte Jan Vogler auf der ersten Ausgabe von "My Tunes" seine Lieblingsstücke auf dem Cello vor. Nun legt er 14 kleine Werke nach, die einen charmanten Querschnitt des populären Cellorepertoires geben.
Vogler wählte Klassiker wie "Der Schwan" aus dem "Karneval der Tiere" von Camille Saint-Saëns, den "Hummelflug" von Nicolai Rimski-Korsakow oder das "Ave Maria" von Franz Schubert. Doch ebenso wagt er sich an die irrwitzig schwer zu spielenden "Moses Variationen" von Niccoló Paganini und nutzt gleichzeitig diese CD, um Kleinode wie die "Melodie" op. 20 No. 1 von Alexaner Glazunov vorzustellen. Sie ist ebenso wie das "Allegro appassionato" op. 43 von Saint-Saëns keine Transkription, sondern wurde auch ursprünglich für Cello geschrieben.
Voglers Stärke sind die kantablen Melodiebögen, die nicht zu enden scheinen. Davon profitieren Stücke wie "Farewell To Cucullain" von Fritz Kreisler oder "Träume" aus den Wesendonck-Liedern von Richard Wagner, die sanft klagend ertönen. Auch darf mit "Oblivion", einem ungewöhnlich ruhigen Tango von Astor Piazolla, ein Stück von Voglers Lieblingskomponisten nicht fehlen - es setzt den Höhepunkt auf diesem Album. Insgesamt gelang Jan Vogler, begleitet von den Dresdner Kapellsolisten unter der Leitung von Helmut Branny, eine stimmige Fortführung der ersten Ausgabe; ein Abum, an dem man sich einfach nicht statt hören kann." (Birgit Schlinger, Juni 2010)
Quelle: musikwoche.de

DRESDNER MUSIKFESTSPIELE 2010 ZUENDE GEGANGEN

07. Juni 2010
33. Dresdner Musikfestspiele mit umjubelten Konzerten zu Ende gegangen
Mit einem mitreißenden Open Air Konzert haben sich die Dresdner Musikfestspiele von »Russlandia« verabschiedet. David Krakauer’s »Klezmer Madness!« boten zum Abschluss eine faszinierende Mischung aus Klezmer, Jazz, Rock, Soul, Funk und Hip-Hop, und begeisterten damit das Publikum in der Jungen Garde. Der Intendant der Dresdner Musikfestspiele, Jan Vogler, ist mit der Resonanz zufrieden: »Wir sind sehr glücklich über den großen Publikumszuspruch und die wundervolle Festivalatmosphäre. Das schöne Wetter des Abschlusswochenendes hat uns den Abschied von ›Russlandia‹ leichter gemacht.«

DRESDNER MUSIKFESTSPIELE BEGINNEN

19. Mai 2010
Am heutigen Mittwoch, den 19. Mai beginnen die Dresdner Musikfestspiele 2010. Im Eröffnungskonzert in der Semperoper Dresden wird das Russische Nationalorchester unter Mikhail Tatarnikov zu hören sein. Auf dem Programm stehen Tschaikowskys Violinkonzert D-Dur (Solist: Vadim Repin) und Rachmaninoffs 2. Sinfonie. Die Dresdner Musikfestspiele 2010 finden zum zweiten Mal unter der Intendanz von Jan Vogler statt.

JAN VOGLER - RADIOKIRCHE AUF N-JOY

01. Mai 2010
Jan Vogler bei N-Joy Radio am 1. Mai 2010: http://www.n-joy.de/media/audio33774.html

REZENSIONEN URAUFFÜHRUNG MANSURIAN CELLOKONZERT MUSIKTRIENNALE KÖLN 2010

26. April 2010
"Jan Vogler spielte die elegischen, fragenden, manchmal verzweifelt sich aufschwingenden Violoncello-Linien wunderbar weich und sprechend."
Bonner Generalanzeiger, 26. April 2010

"Dies Konzert, jetzt uraufgeführt am 24. April, genau 95 Jahre nach der Vernichtung der armenischen Intelligenz durch die jungtürkische Regierung, setzt auf sparsam benutzte Farben, trauert, leidet und klagt in den Tönen des kompetenten Solisten Jan Vogler."
Kölnische Rundschau, 26. April 2010

"Mansuryans neues Werk, das der Cellist Jan Vogler als klagender Sänger auf seinem Interument grandios vorstellte, (...). In einen statischen, eine große Terz umspannenden Klangraum hinein spricht das Cello seinen dunklen Monolog hinein, ehe sich später intensive Dialoge mit dem Orchester und einzelnen Instrumenten entspinnen."
Kölner Stadt-Anzeiger, 26. April 2010

REZENSION: URAUFFÜHRUNG HARBINSON-KONZERT IN BOSTON

09. April 2010
John Harbison, neues Cellokonzert, Boston Symphony, Carlos Kalmar
“Wang und Vogler spielten mit schöner tonaler Wärme und konzentrierter Hingabe, doch ebenso mit leichtgängig sicherem Auftreten, als sei das Stück längst Teil ihres Repertoires.”
The Boston Globe, 9. April 2010
http://www.boston.com/ae/music/articles/2010/04/09/bso_unveils_new_harbison_for_husband_and_wife/

JAN VOGLER HEBT ZWEI KONZERTE BEDEUTENDER KOMPONISTEN UNSERER ZEIT AUS DER TAUFE

22. März 2010
Am 24. April wird Jan Vogler im Eröffnungskonzert der MusikTriennale Köln (live auf 3sat und WDR3) gemeinsam mit dem WDR-Sinfonieorchester und Semyon Bychkov ein neues Cellokonzert des armenischen Komponisten Tigran Mansurian uraufführen. Jan Vogler: „Ich bewundere die Werke Tigran Mansurians seit vielen Jahren und habe sein 2. Cellokonzert oft gespielt. Im November traf ich ihn in Los Angeles und er erzählte mir, dass das Datum der Uraufführung entscheidend den Charakter des Werkes bestimmt hat: Der 24. April ist der Gedenktag der Armenier an die Opfer des Genozids der osmanischen Türken am armenischen Volk.“
Am 8. April (auch 9./10.4.) hat Jan Vogler gemeinsam mit der Geigerin Mira Wang und dem Boston Symphony Orchestra das Doppelkonzert von John Harbison in der Symphony Hall in Boston uraufgeführt. Der Boston Globe über das Konzert: “Wang und Vogler spielten mit schöner tonaler Wärme und konzentrierter Hingabe, doch ebenso mit leichtgängig sicherem Auftreten, als sei das Stück längst Teil ihres Repertoires.”

REZENSIONEN: TOURNEE MIT MARTIN STADTFELD (MÄRZ 2010)

19. März 2010
„Vogler überzeugt mit einem vibratoarmen Spiel, sehr genau ausgehorcht und austariert, einem Celloton in schönster Klangrede. (…) Die geistige Klarheit, die aus den vier kurzen Stücken für Cello solo von György Kurtág spricht, erinnert an Bach. Und so pointiert wie Vogler diese Miniaturen in ihrer aphoristischen Kürze erfasst, hätten sie liebend gern länger dauern dürfen.“
Südkurier, 17. März 2010

„Jan Vogler spielte "Vier kurze Stücke für Cello solo" von György Kurtág (geb. 1926). Obwohl keines der Stücke länger als eine Minute dauerte, kamen darin doch - bei faszinierender Fingerfertigkeit und heiterem Glissando - Poetik, Humor sowie Trauer um einen Verstorbenen vor.“
Eckernförder Zeitung, 10. März 2010

„Vogler ließ die letzten Vorbehalte vergessen mit seinem sehr gefühlvollen, sich durch hohe musikalische Intelligenz auszeichnenden Spiel, gepaart mit einem höchst durchdrungenen Gestaltungswillen ins dunkle Nichts, welcher alle Stimmungen der Werke mit gleicher Intensität durchdrang.“
Kieler Nachrichten, 10. März 2010

„Vogler mit einem ausgesprochen kantablen Celloton und feinen klanglichen Nuancierungen, (…). Er präsentiert vier Stücke des Ungarn György Kurtag (geb. 1926), die er sehr amüsant anmoderiert. Nicht von Bach war auch die Zugabe der beiden Echoklassik-Preisträger: Der fulminante zweite Satz aus der Cellosonate Dmitri Schostakowitschs sorgte einmal mehr für Begeisterung im ausverkauften Haus.“
Flensburger Tageblatt, 9. März 2010

„Dann kamen mit Jan Vogler Nähe und Wärme des Lebens ins Spiel. Sein musikalisches Talent ist gezügelt von wacher Intelligenz, aber nie unterdrückt. Den weichen Klang der Viola da Gamba, (…), gewinnt er auch dem Cello ab, ohne damit dessen ganz anders geartete Natur zu verfälschen. (…) Verwegen, grell, grotesk, vital und so auch lustvoll vorgetragen.“
Landshuter Zeitung, 5. März 2010

JAN VOGLER AUF STAATSBESUCH IN KOREA

06. Februar 2010
Jan Vogler begleitet Bundespräsident Horst Köhler auf einem Staatsbesuch nach Seoul. Vom 7. bis 10. Februar trifft Jan Vogler mit hochrangigen Vertretern aus Politik und Kultur zusammen. Dabei tritt er auch in seiner Eigenschaft als Cellist auf, etwa im Rahmen einer Meisterklasse für junge koreanische Talente oder bei der offiziellen Begegnung in Seoul, wo er Bachs »Prélude« aus der Suite Nr. 3 C-Dur spielen wird.

JAN VOGLER - THE KNIGHTS - NEUE CD

22. Januar 2010
Am 22. Januar erscheint die neue CD von Jan Vogler und den Knights, New Worlds bei Sony Classical:
Das junge New Yorker Ensemble "The Knights" und der in Dresden und New York lebende Cellist Jan Vogler kennen sich gut von ihrer ersten gemeinsamen Aufnahme mit Werken von Schostakowitsch. Dabei entstand die Idee zu einer weiteren gemeinsamen CD mit Werken amerikanischer Herkunft, welche die Künstler mit dem Titel "New Worlds" jetzt vorlegen. Mit "The Unanswered Question" von Charles Ives, Coplands "Appalachian Spring" und Dvoráks "Waldesruh" für Cello und Orchester sind Werke auf der CD zu hören, die aus Nordamerika stammen. Mit der Komponistin Gabriela Lena Frank und dem in Argentinien geborenen Osvaldo Golijov sind zwei Komponisten Südamerikas vertreten.
Charles Yves: The Unanswered Question (II)
Gabriela Frank Leyendas: An Andean Walkabout
Antonin Dvořák: Waldesruh (Jan Vogler, Cello)
Osvaldo Golijov: Last Round
Aaron Copland: Appalachian Spring

The Knights, Eric Jacobsen
Sony Classical

REZENSIONEN: BACH-CD MIT MARTIN STADTFELD

01. März 2010
"zurückgenommene Begleitkunst plus fein gewürzte Choralvorspiele bei Bachs von Jan Vogler kraftvoll absolvierten Gambensonaten"
Die Welt, 21. November 2009
„Ein ausdrucksstarkes Cello, das mit mächtigen Klangfiguren und breitem, sattem Strich aus sich herausgeht, …“
Ensemble, Februar/März 2010

„Wenn zwei Solisten miteinander spielen, kann das Resultat enttäuschend sein. Nicht so hier: Vogler und Stadtfeld hören aufeinander, keiner spielt sich in den Vordergrund, und so ist es ein Erlebnis, ihrem geistvollen Dialog in diesen frühen, bereits vielschichtigen Bach-Werken zu lauschen: Während sich in den Sonaten tänzerische und kantable Teile munter abwechseln, füllen die Choral-Bearbeitungen den schlichten Rahmen kunstvoll aus, gut dokumentiert vom klaren Klangbild. Vogler und Stadtfeld – doppelter Genuss."
Audio, 2/2010

„Denn hier sind keine Interpreten am Werk, die einer möglichst alten Aufführungspraxis huldigen, sondern Musiker, die das Streben nach analytischer Klarheit und klanglicher Schönheit mit den Möglichkeiten eines modernen Steinways in den Konzertsaal von heute tragen. Das Ergebnis ist überaus prächtig in seinem frischen, klaren Spiel, seiner Nachdenklichkeit, seinem geistvoll anmutigen Dialog.“
Freie Presse, 15.01.10

„Ein traumhaft schönes Album, das auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit hoffen lässt.“
Morgenpost

„Vogler und Stadtfeld investieren ihr ganzes Können, ihre ganze wunderbare Kunst der Gestaltung in die Auslotung dieser Werke, so, dass sie dem Hörer als absolut vollendete Kunstwerke erscheinen. Atemlos hört man zu, lässt sich von der einmaligen Klangwelt Bachs verführen…“
Pizzicato

"Zwei Echo-Klassik-Preisträger spielen Johann Sebastian Bachs Gambensonaten. Diese erste gemeinsame Aufnahme von Jan Vogler und Martin Stadtfeld erscheint nicht direkt weihnachtlich, wird aber umspielt und ergänzt von weihnachtlichen Choralbearbeitungen aus Bachs Orgelbüchlein. Diese hatte Bach noch am Weimarer Hof auf die Melodien des lutherischen Gesangbuches verfasst, z.B. "Gottes Sohn ist kommen" oder "Vom Himmel hoch, da komm’ ich her". Gerade diese zurückhaltende Kombination aus Cello und Klavier sorgt für entrückte Momente und innere Einkehr."
mdr Figaro "Take five", 30. November 2009

REZENSION: KONZERT IN DRESDEN, SAINT-SAËNS CELLOKONZERT, DRESDNER PHILHARMONIE, MIGUEL HARTH-BEDOYA, JANUAR 2010

19. Januar 2010
„Er spielte seinen Part unbeirrt und frei und ließ so dem eigentlich unprätentiösen Werk seine natürlichen Schönheiten, die nicht durch künstliche Zutaten aufgebessert werden müssen.“
Dresdner Neueste Nachrichten, 18. Januar 2010

REZENSION: KONZERTE IN CHEMNITZ, SCHUMANN CELLOKONZERT A-MOLL, ROBERT-SCHUMANN-PHILHARMONIE CHEMNITZ, FRANK BEERMANN, JANUAR 2010

19. Januar 2010

„Jan Vogler spielte mit Beermann und der Philharmonie derart feinsinnig das Cellokonzert a-Moll, dass sich wohl der ganze Robert Schumann hören ließ: die aus der Leidenschaft seines Empfindens resultierende "Zerrissenheit", auf die sich Svoboda in seiner Komposition beruft. Die liedhafte Schönheit, die in der Frühlingssinfonie lebendig ist, die Rastlosigkeit - und vielleicht auch Ratlosigkeit - des Suchers, des Zweiflers und letztlich Verzweifelnden, das ist das Cellokonzert. Ein strömender Gesang des ganzen unergründlichen Lebens, wer da gut hinhört, kann zu sich finden.
Jan Vogler ist fraglos, unbestreitbar ein Meister. Und er spielt in aller Welt mit allen Partnern von Rang und Namen, seit vielen Jahren. […] Aber hier war nichts anderes vorstellbar, als dieser samtweiche Ton, mit dem Vogler den Gesang des Lebens in die Herzen senkte.“
Freie Presse, 16. Januar 2010

LIEBE BESUCHER,

06. Januar 2010
ich wünsche Ihnen ein gutes und musikalisches 2010!

Es ist immer ein spannender Moment, wenn ein neues Musikjahr beginnt, zwischen den Jahren nehme ich mir Zeit und versuche die Energien für alle Konzerte und Projekte vorzubereiten. Wenn ich dann den Kalender für 2010 durchblättere, kommt Vorfreude auf. Vorfreude auf besondere Konzerthöhepunkte wie die Uraufführung des Doppelkonzertes von John Harbison mit dem Boston Symphony und James Levine, die Uraufführung von Tigran Mansurians Cellokonzert mit dem WDR-Sinfonieorchester und Semyon Bychkov, oder Duo-Abende mit wunderbaren Partnern wie Hélène Grimaud oder Martin Stadtfeld. Genauso freue ich mich jedoch auch auf meine beiden Festivals, die Dresdner Musikfestspiele und das Moritzburg Festival. Beide Projekte inspirieren mich und geben mir die Möglichkeit, das Musikleben in Deutschland mit zu beeinflussen. Gastgeber für meine Kollegen aus aller Welt zu sein bedeutet mir viel, und immer wieder entstehen einmalige Momente: in der Begegnung zwischen den Musikern untereinander und im Kontakt mit dem Publikum.

JAN VOGLER IM ZDF MORGENMAGAZIN

01. Dezember 2009
Jan Vogler war am Dienstag, 1. Dezember gemeinsam mit Martin Stadtfeld live im ZDF Morgenmagazin zu sehen und sprach u.a. über die erste gemeinsame CD. Hier können Sie den Beitrag sehen: www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/913856/Klassik-in-Schulen:-Emotional#/beitrag/video/913856/Klassik-in-Schulen-Emotional

NEUE CD: BACH - GAMBENSONATEN

13. November 2009
Die beiden ECHO Klassik-Preisträger Jan Vogler und Martin Stadtfeld kennen sich aus zahlreichen Konzerten. Jetzt sind sie zum ersten Mal zusammen ins Aufnahmestudio gegangen, um sich dem kammermusikalischen Schaffen von Johann Sebastian Bach für Violoncello und Klavier zu widmen. Es sind die drei ursprünglich für Viola da Gamba und Cembalo komponierten Sonaten, die von Choral-Bearbeitungen aus Bachs „Orgelbüchlein“ ergänzt werden.

»RUSSLANDIA« THEMA DER DRESDNER MUSIKFESTSPIELE 2010

20. Oktober 2009
»Russlandia« Thema der Dresdner Musikfestspiele 2010
Dresden, 29.10.2009. Jan Vogler, Intendant der Dresdner Musikfestspiele, gab bei der heutigen Pressekonferenz des traditionsreichen Festivals das Programm für die Dresdner Musikfestspiele 2010 bekannt, die vom 19. Mai bis zum 6. Juni 2010 stattfinden werden. Nachdem die Festspiele 2009 unter dem Motto »Neue Welt« mit ihrem Programm nach Westen geblickt haben, lautet das Motto der 33. Ausgabe der Dresdner Musikfestspiele nun »Russlandia«.
***Heute Nachmittag Zusammenfassung der Pressekonferenz als Video auf www.musikfestspiele.com***
Jan Vogler: »Die Dresdner Musikfestspiele warten 2010 mit einer einzigartigen Werkschau der Musik Russlands auf. Vor allem im 20. Jahrhundert wird das Drama der Spannung zwischen Ost und West zur kreativen Quelle für geniale russische Komponisten und Interpreten. Dresden liegt geografisch und kulturell in der Mitte zwischen Ost und West. Die Dresdner Musikfestspiele wurden während des Kalten Krieges gegründet, als der Einfluss der Sowjetunion in jedem Lebensbereich spürbar war. Zwanzig Jahre sind seit dem Fall des >Eisernen Vorhangs< vergangen, und es ist an der Zeit, einen neuen Blick auf die Werke der russischen Komponisten und ihre modernen Interpreten zu werfen.«
Zu den weltberühmten Orchestern, Ensembles und Interpreten, die 2010 bei den Musikfestspielen zu Gast sein werden, zählen das Orchester des Mariinsky-Theaters unter Valery Gergiev mit Hélène Grimaud, das Russische Nationalorchester unter Mikhail Pletnev mit Emanuel Ax, Chor und Orchester des Bolschoi-Theaters Moskau unter Vassily Sinaisky, die Dresdner Philharmonie unter Kurt Masur sowie mit Yuri Bashmet unter Gennadi Rozhdestvensky, das WDR Sinfonieorchester Köln unter Semyon Bychkov mit Jan Vogler, Vadim Repin sowie das Borodin Quartet.
Neben dem Schwerpunkt auf russischen Komponisten, Künstlern und Werken präsentieren die Dresdner Musikfestspiele 2010 viele große Künstler unserer Zeit mit Werken, die mit Dresden in Verbindung stehen. So werden anlässlich des Schumann-Jahres Werke des Komponisten unter dem Titel »Schumann 200« von Künstlern wie Juliane Banse und András Schiff, Murray Perahia und die Academy of St. Martin in the Fields, der Staatskapelle Dresden und Leonidas Kavakos, dem Pittsburgh Symphony Orchestra und Jan Vogler, Frans Brüggen und seinem Orchestra of the Eighteenth Century und dem Hagen Quartett interpretiert.
Auch junge Künstler erhalten wieder eine große Bühne bei den Dresdner Musikfestspielen: Baiba und Lauma Skride, Alice Sara Ott, Mikhail Simonyan sowie die herausragenden jungen Dirigenten Mikhail Tatarnikov und Yannick Nézet-Séguin.
Die Dresdner Musikfestspiele möchten mit der Vielfalt der Musik auch für die Verständigung zwischen den Menschen eintreten, und so werden vor diesem Hintergrund 2010 gleich zwei Projekte realisiert: »Let’s dance! Der Feuervogel« und »Anatevka«. Ersteres ein Projekt mit sozialem Schwerpunkt, bei dem der berühmte Choreograf Royston Maldoom gemeinsam mit Josef Eder die künstlerische Leitung und Choreografie übernimmt und mit ca. 120 Dresdner Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichsten sozialen Schichten den »Feuervogel« einstudiert und mit dem MDR Sinfonieorchester zur Aufführung bringt. Letzeres eine Koproduktion mit dem Staatsschauspiel Dresden, bei der unter der Leitung eines professionellen künstlerischen Teams jugendliche und erwachsene Bürgerinnen und Bürger Dresdens die Geschichte von »Anatevka« auf der Bühne erzählen werden.
Als Vorboten der Festspielsaison präsentieren die Dresdner Musikfestspiele am 8. März 2010 ein Konzert mit Cecilia Bartoli und dem Kammerorchester Basel.
Das »Abo U 30«, das mit 4 Veranstaltungen für junge Leute bis 30 Jahre im vergangenen Jahr sehr erfolgreich eingeführt wurde, wird fortgesetzt.
Die Dresdner Musikfestspiele freuen sich über die Zusammenarbeit mit nunmehr drei starken Partnern, die das hohe künstlerische Engagement erst möglich machen: Die Partnerschaft mit der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden, die im letzten Jahr begonnen wurde und mit dem ungewöhnlichen Veranstaltungsort dem Festival einen neuen und innovativen Charakterzug verleiht, wird fortgeführt. Die langjährige Zusammenarbeit mit Glashütte Original, deren Kern die jährliche Vergabe des Glashütte Original-Musikfestspiel-Preises ist, wird ebenso fortgeführt und weiter vertieft. Als neuer Partner konnte die Ostsächsische Sparkasse Dresden gemeinsam mit der Sparkassen-Versicherung Sachsen gewonnen werden.

JAN VOGLER – SAISON 2009/10 – URAUFFÜHRUNGEN – NEUE CDS

25. September 2009
Ende Oktober gibt der Cellist Jan Vogler zwei Konzerte mit der Pianistin Hélène Grimaud: Am 25. Oktober in Dresden (Schloss Albrechtsberg) und am 28. Oktober in München (Herkulessaal). Auf dem Programm stehen Werke von Schumann, Brahms und Schostakowitsch.

Zu den Höhepunkten des im August zuende gegangenen Moritzburg Festivals 2009, dessen Künstlerischer Leiter er ist, zählten sicherlich die Europa-Premieren zweier Werke des composer-in-residence John Harbison: Abu Ghraib für Violine und Violoncello und das Klaviertrio Nr. 2. Am 8. April 2010 wird Jan Vogler in Boston John Harbisons Doppelkonzert für Violoncello und Violine mit dem Boston Symphony Orchestra unter der Leitung von James Levine uraufführen.

Im selben Monat präsentiert er eine weitere Uraufführung: Das ihm gewidmete neue Cellokonzert des armenischen Komponisten Tigran Mansurian. Das Konzertdatum fällt auf den 24. April, den Gedanktag der Armenier an den an ihnen verübten türkischen Genozid von 1915-1917. Mit diesem Konzert wird die MusikTriennale Köln 2010 eröffnet; es spielt das WDR-Sinfonieorchester unter Semyon Bychkov.

Neben Rezitalen mit Martin Stadtfeld stehen 2009/10 Engagements u.a. beim Pacific Symphony Orchestra (Grant Llewellyn), Cincinnati Symphony (John Storgårds) und Singapore Symphony Orchestra (Christoph Poppen) auf dem Saisonprogramm.

Zudem erscheinen in den nächsten Monaten zwei neue CDs bei Sony: Bachs Gambensonaten mit Martin Stadtfeld und Dvoráks Waldesruh, seine zweite CD mit dem New Yorker Orchester The Knights. Die Knights eröffneten im Mai 2009 mit großem Erfolg die ersten Dresdner Musikfestspiele unter Jan Voglers Intendanz.
Das Moritzburg Festival 2010 läuft vom 7.-22. August, die nächsten Dresdner Musikfestspiele vom 19. Mai-6. Juni 2010.

SIE HÄLT MICH JUNG UND WILD! - CRESCENDO

18. September 2009
Der Cellist Jan Vogler (45) über nostalgische Stücke, neue Projekte und den alten Jimi Hendrix

Dresden, Innenstadt. Wir treffen Jan Vogler im Büro eines unscheinbaren Hauses, nur ein paar Schritte vom berühmten “Goldenen Reiter” entfernt. Hier sitzen die Mitarbeiter der “Neuen Dresdner Musikfestspiele”. Vogler, ihr neuer Intendant, ist sehr entspannt, fast vergnügt. Zeit für ein paar ernste Fragen:
crescendo: Herr Vogler, der Intendant des Europäischen Zentrums der Künste in Hellerau, Dieter Jaenicke, stellte kürzlich fest: “Die zeitgenössische Musikproduktion gleicht eher einem Minenfeld von Abgrenzungen und Missgunst …” Was ist Ihr Eindruck?

Jan Vogler: Das sehe ich gelassen. Natürlich wird auch mit zeitgenössischer Musik Karriere gemacht und das bringt dann die eine oder andere Diskussion über “modern” und “reaktionär” oder “schön” und “hässlich” in Gang. Die Zukunft wird entscheiden…

crescendo: Nun haben wir ja nicht Zeit, 100 Jahre mit dem eigenen Kunsturteil zu warten. Woran wäre denn festzumachen, ob Sie ein vorher nie gehörtes Werk interessant finden?

Vogler: Ich glaube sehr daran, dass Musik zunächst etwas mit der Zeit zu tun haben muss, in der sie geschrieben wird. Sie muss etwas von unserem heutigen Denken und Fühlen ausdrücken, dann hören wir aus persönlichem Interesse zu - wir oder unsere Nachkommen.

crescendo: Als Künstler wird man schnell in eine Schublade geschoben - “Neue Musik”, “Crossover”, “junger Wilder” etc. Für Letzteres sind Sie - mit Verlaub - eigentlich zu lange im Geschäft. Welchen Raum nimmt die Neue Musik in Ihrem musikalischen Leben ein?

Vogler: Sie ist die frische Luft zum Atmen, sie hält mich jung und wild und hilft mir, neue Interpretationswege - auch für die Klassiker - zu finden.

crescendo: War das Interesse schon immer da?

Vogler: Das war schon immer da, aber es ist stetig gewachsen. Ich hatte das Glück, besonders durch das Moritzburg Festival und die dortige “composer-in-residence”-Position, viele Komponisten persönlich kennen zu lernen, da habe ich bei den abendlichen Gesprächen viel zugehört.

crescendo: In München haben Sie kürzlich das lang erwartete neue Cellokonzert des Dresdner Komponisten Udo Zimmermann mit dem Titel “Lieder von einer Insel” aufgeführt, in Kombination mit Elliot Carters spätem Cellokonzert. Auf welche Projekte dürfen wir in der kommenden Saison gespannt sein?

Vogler: Mit dem Boston Symphony und James Levine werde ich mit Mira Wang das Doppelkonzert von John Harbison uraufführen, ein melodisches und nostalgisches Stück - es ist gerade fertig geworden. Und für Semyon Bychkov, das WDR-Sinfonieorchester und mein Cello schreibt der armenische Komponist Tigran Mansurian gerade ein Konzert.

crescendo: Das Datum der Uraufführung liegt wohl nicht ganz zufällig auf dem 24. April - dem Tag, der für alle Armenier mit dem Gedenken an den Genozid durch die Türken verbunden ist.

Vogler: Musik kann uns helfen, uns zu erinnern und auch zu versöhnen.

crescendo: Auf ihrer letzten CD “Experience, live from New York” findet sich Ihre Interpretation von “Machine Gun”. Was entgegnen Sie Puristen, die das geniale Hendrix-Stück nur im Original kennen und wahrscheinlich alles andere ablehnen würden?

Vogler: Das ist ein ähnliches Thema: Hendrix war Pazifist und hat mit diesem Lied den Vietnamkrieg angeklagt. Das Stück ist heute wieder sehr aktuell und ich habe in letzter Zeit den Geist von Woodstock für mich entdeckt. Ich wollte es unbedingt auf dem Cello spielen und das war dann auch ein geradezu physisches Erlebnis. Ich habe viel über Rockmusik und die Variationskunst von Jimi Hendrix erfahren und ein paar neue Klänge auf meinem Cello gefunden.

crescendo: Bekommt zeitgenössische Musik an unseren Musikhochschulen genügend Gewicht?
Vogler: Im Prinzip ja. Aber auch da gibt es die Abgrenzungen, es würde nichts schaden, wenn ein paar “junge Wilde” da demnächst ein paar Zäune niederreißen würden … (lächelt)
crescendo: Wie könnte man das breite Publikum noch besser für Zeitgenössisches begeistern? Helfen Gesprächskonzerte, oder eine zeitgemäße Präsentation, etwa im Internet?

Vogler: Vor allem mit guten Konzerten, schlüssigen Programmen und entsprechendem Enthusiasmus. “Lieder von einer Insel” von Zimmermann könnte ein Repertoirestück werden, aber das kommt nicht von selbst. Auch das ganz breite Publikum würde gern ein paar alternativ-Lieblingsmusiken zu den “Vier Jahreszeiten” oder dem Bach’schen Doppelkonzert entdecken - wir müssen ihm dabei helfen.
8.10.: Halle/Saale;
9.10.: Göppingen;
25.10.: Dresden;
28.10.: München, zusammen mit Hélène Grimaud;
Dresdner Musikfestspiele, 19.05. - 06.06.2010, www.musikfestspiele.com;
Moritzburg Festival, 7. - 22.08.2010, www.moritzburgfestival.de
Seine aktuelle CD:
Experience, live from New York
(Sony Classical)
Martin Morgenstern

WILLKOMMEN AUF DER NEUEN HOMEPAGE

01. September 2009
Willkommen auf der neuen Homepage von Jan Vogler! Sie finden hier nicht nur eine ausführliche Biographie des Cellisten, sondern auch seine Diskographie, Hörbeispiele, Photos, aktuelle Presse und sonstige Neuigkeiten, Videoclips sowie Hinweise auf ausgewählte Konzerte - schauen Sie einfach zu Beginn jedes Monats vorbei! Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

VIDEO: JAN VOGLER AND THE KNIGHTS

01. September 2009

VIDEO: PRESSEKONFERENZ DRESDNER MUSIKFESTSPIELE OKTOBER 2010

12. Oktober 2010
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JAN VOGLER AND THE KNIGHTS EXPERIENCE - VOGUE

01. August 2009
MEISTERMIX
Starcellist Jan Vogler live in New York. Das Album "Experience" (Sony) beginnt mit einem Cellokonzert und Walzern von Schostakowitsch, und es endet mit Jimi Hendrix' "Machine Gun". Gewagt. Gelungen.

TRANSATLANTISCHER BRÜCKENBAU - FONO FORUM

01. Mai 2009
Der Cellist Jan Vogler ist ideenreicher und leidenschaftlicher Vermittler. Nicht nur als anerkannter Solist hat er internationalen Erfolg, sondern auch als Intendant der Dresdner Musikfestspiele und des Moritzburg-Festivals. Ein Universalist, der musikalisch Brücken baut zwischen Amerika, Europa und der ganzen Welt.

Vorsicht, ich habe zu tun“, fährt die Verkäuferin einen jungen Japaner vor einem CD-Regal an und setzt leicht gereizt hinzu, dass das hier kein Konzertsaal sei, sondern ein Geschäft. Der Mann weicht aufgeschreckt zur Seite und macht der Bedienung gehorsam Platz. Gerade noch war er versunken, der Kaufhausatmosphäre entrückt. Ein paar Meter von ihm entfernt sitzt der Cellist Jan Vogler auf einem alten Hocker und spielt nach dem bekannten G-Dur-Prélude aus der ersten Solocello-Suite von Johann Sebastian Bach die Allemande. Vier weitere Tänze werden noch folgen, denen dicht gedrängt gut 50 Zuhörer in einem großen Kaufhaus der Münchener Innenstadt andächtig folgen. Vor dem Fach mit CDs von David Bowie schließt eine Frau ihren Mann in die Arme und legt den Kopf an seinen Rücken. Ihr Mund lächelt, die Augen sind geschlossen. Auch der Japaner hat  wieder zurück zur Musik gefunden und blickt anerkennend auf Finger und Griffbrett des Künstlers und seines Instrumentes. In der Ecke sitzt ein älteres Ehepaar und genießt dankbar jeden Ton. Die Espressomaschine der kleinen Kaufhausbar ist ausgeschaltet, genusssüchtige Kaffeetrinker müssen warten und machen vielleicht gerade eine neue musikalische Entdeckung.
Jan Vogler erzählt später, dass es ihm gelungen ist, zwischen Partitur und Publikum zu übersetzen, dass die Musik angekommen sei. Das ist sowieso das Wichtigste für ihn: sein Publikum zu verstehen und ernst zu nehmen, ganz gleich ob in einer CD-Abteilung, einem Club oder im Konzertsaal. Er will seine Zuhörer verstehen und mit ihnen kommunizieren. Dabei liebt er es, sich während des Spielens vom Cello zu lösen und in eine Art Gesang einzutauchen, das „Stück Holz“ vergessen zu machen, den mechanischen Prozess des Spielens auszuschalten: „Ziel ist, dass der Celloklang so schön ist, dass man sich hinterher überlegt, ob es das Instrument oder die Emotion des Spielers ist, die so sehr bewegt. Das Publikum soll sich fragen, woher eigentlich dieser Klang kommt.“
Nach der Darbietung nimmt sich Jan Vogler viel Zeit für seine Zuhörer. Mehr als eine Stunde beantwortet er Fragen und gibt Autogramme. „Rufen Sie mich an, vielleicht kann ich noch zwei Plätze organisieren“, verkündet er hoffnungsfroh einer Frau und meint damit ein längst ausverkauftes Konzert. Einen jungen Cellisten fragt er interessiert nach seinem bevorzugten Studienort, begrüßt freudig eine alte Bekannte. Vor wenigen Stunden war er noch in Amerika. Dann raus aus dem Flieger, hinein ins Kaufhaus zur   Signierstunde. Eine kurze Ansage des Verkäufers, und los geht’s mit Bachs erster Cellosuite. Im Konzertsaal würde er das nicht machen, da nimmt er sich vorher eine Pause. Und wenn er durchs Fahrrad fahren, Joggen und Spazierengehen körperlich nicht so fit wäre, ginge das alles sowieso nicht.
Seit zwölf Jahren lebt er mit seiner Frau und zwei Töchtern in New York. Auch in Dresden hat Familie Vogler noch eine Wohnung. In der sächsischen Hauptstadt spielte Jan Vogler bereits vor seiner AmerikaZeit gut zehn Jahre in der Staatskapelle als Erster  Konzertmeister Violoncello, und ohne Erfahrung als Orchestermusiker wäre er wohl  niemals Solist geworden. Im Tuttispiel hat er sich den musikalischen Fundus erarbeitet. Freunde, Verwandte und Kollegen sprachen ihm schließlich Mut zu und unterstützten ihn bei seiner Entscheidung, das Orchester zu verlassen: „Ich selber hatte mehr Bedenken als diese.“ Das erste Jahr in Amerika war der „Wahnsinn“, so viel Zeit, um über seine musikalische Zukunft nachzudenken, hatte er noch nie zuvor gehabt: „Es gab Tage, da bin ich aufgewacht und hatte keinen Plan. Ich musste mich musikalisch ganz neu finden.“
Späte Reue gab es nicht: „Ich gucke niemals zurück, stehe immer zu meinen Entscheidungen.“ Alles ging gut, und der selbstbewusste Cellist gehört heute ganz sicher zu den interessantesten Persönlichkeiten des internationalen Musiklebens. Einen Schwerpunkt setzt er dabei auf die transatlantischen Beziehungen: „Zwischen Europa und Amerika gibt es viel zu vermitteln“, und das nicht nur in musikalischer Hinsicht. Der Künstler schwärmt von Barack Obama. Ein Vorbild sei der 44. Präsident der Vereinigten Staaten. Nicht jeder Mensch hätte so viel Begabung, andere Persönlichkeiten von seinen Ideen zu überzeugen, ohne sie damit gleich zu überrumpeln. Von diesem respektvollen und intelligenten Umgang des Politikers mit seinen Mitmenschen könne man viel lernen, auch in Bezug auf die eigenen Interessen und Ziele.
Überzeugungsstark verhält sich Jan Vogler auch seinen Mitarbeitern des Moritzburg- Festivals gegenüber, dessen künstlerischer Leiter er seit acht Jahren ist. Das beruht auf Gegenseitigkeit, denn die hohe künstlerische Qualität fordert zwangsläufig ein gut funktionierendes Organisationsteam. Zusätzlich übernimmt der Cellist 2009 erstmalig die Intendanz der Dresdner Musikfest spiele: „Das hat sich alles ganz natürlich und organisch entwickelt.“ Mit der Doppelrolle als Musiker und zweifacher künstlerischer Leiter ist Vogler keinesfalls überfordert, es bereichert ihn: „Ich habe überhaupt keinen Stress, bin mit meiner Arbeit im Reinen.“ Diese Universalität spornt ihn an. Nach Aufführungen geht der leidenschaftliche Konzertgänger Jan Vogler häufig direkt auf die Musikerkollegen zu und lädt sie auf die Festivals ein.
Neugierde und Offenheit gegenüber den Leistungen anderer sind zugleich Inspiration seines eigenen Spiels: „Seitdem ich das mit den Festivals mache, bin ich auch für mich auf dem Cello viel weiter gekommen. Das ist wie Batterie-aufladen.“ Aus dieser Inspirationsquelle schöpft er ebenfalls neue Ideen für eigene Projekte und entwickelt Leidenschaftlich gerne Konzepte. „Neue Welt“ ist das diesjährige Thema der Dresdner Musikfestspiele. War nicht auch die Entscheidung, nach Amerika zu gehen, eine Flucht aus der alten Welt, eine Abrechnung mit der DDR-Vergangenheit? „Vielleicht“, entgegnet Vogler. Entscheidender ist jedoch seine Sympathie für die vitale Lebenseinstellung vieler Emigranten. Sie übt auf den Cellisten eine ganz besondere Faszination aus. Konfrontiert mit Neuem, anpassungsbereit und kulturell offen, ist den meisten Auswanderern bürgerliche Bequemlichkeit untersagt. Mit allen Sinnen geschärft und der Verpflichtung, sich auf das Fremde einzulassen, stehen sie zwischen den Welten.
Jan Vogler kokettiert nicht, sondern weiß, wovon er spricht, und verweist auf seine chinesische Ehefrau, die Violinistin Mira Wang, die, bedingt durch das Tian’anmen-Massaker, ein Visum für Amerika erhielt und in seinen Augen „eine wirkliche Emigrantin“ ist. Er selber hat sich nie ganz losgelöst, kulturelle Heimat sind für ihn immer noch Dresden und der Geburtsort Berlin. Dorthin will Vogler eine Brücke spannen. New York liefert ihm so viele Anreize, dass er diese auf künstlerischem Weg unbedingt mit dem alten Kontinent verbinden möchte. Daher erwartet der neue Intendant der Dresdner Musikfestspiele neben Gästen wie Nikolaus Harnoncourt, Gustavo Dudamel, Anne-Sophie Mutter oder Hélène Grimaud auch Künstler aus den USA. Und er legt nach: Die Neue Welt bezieht sich selbstverständlich nicht nur auf Amerika, sondern auf die ganze Welt, immer auf allerhöchstem musikalischen Niveau.
Er greift nach einer industriell gefertigten Apfelsaftschorle und füllt die Gläser: „Nicht gesund, aber durstlöschend.“ Dann knistert eine Gummibär chentüte: „Ich habe Hunger. Aber fragen Sie nur weiter!“ Die Augen sind wach, und es scheint, als hätte er noch unendlich viel Zeit für das Gespräch. Wirkt so viel Agilität nicht manchmal ermüdend auf die Menschen seiner Umgebung? Er lacht, da müsste man schon einen Psychologen fragen. Aber durch die Tür gepoltert käme er schließlich nie und verweist wieder auf das hohe Einfühlungsvermögen und den menschlich respektvollen Umgang des amerikanischen Präsidenten Obama. Bequem ist Jan Vogler aber sicher nicht. Stets macht er den nächsten Schritt, „quält sich mit Neuem“, allein schon, um interessant zu bleiben.
Es geht ihm um Mut und perfektionistische Vorbereitung von Inhalten. Bedenken und Risiken will er besiegen. Mit seinem Talent erweckt er durch spannende Konzerte und mit ungewöhnlichen CD-Einspielungen viel Aufmerksamkeit. „Tango!“ heißt die letzte CD. Ein makelloses Frauenbein rekelt sich da von hinten um Voglers Hals, die hochhackigen Schuhe mit der Spitze auf sein Instrument von Domenico Montagnana aus dem Jahr 1721 gerichtet. Er gibt zu, bei den Fotoaufnahmen fürs Booklet viel Freu de gehabt zu haben, kommt dann auf den Punkt: Astor Piazzolla wird von Vogler und dem Moritzburg-Festival-Ensemble, bestehend aus Colin Jacobsen, Mira Wang, Vanessa Perez und Nicholas Cords, als großer klassischer Komponist des 20. Jahrhunderts neu eingeordnet. Nach einer „klassischen Piazzolla-Auf führungspraxis“ haben die fünf gesucht, wollten bewusst kein Crossover machen. So sind auf der Aufnahme ausschließlich klassische Musiker zu hören.
Der CD-Fan Jan Vogler freut sich ganz besonders auf die neue Aufnahme, auf der es Schostakowitsch zu hören gibt. Bearbeitungen aus seinen Jazz-Suiten, das erste Cellokonzert und „Machine Gun“ von Jimi Hendrix. Aufge nommen vor Live-Publikum im New Yorker Club „Le Poisson Rouge“, dem früheren „Village Gate“, in dem Hendrix zu Lebzeiten selbst gespielt hat. Begleitet wird der Cellist von den „Knights“, benannt nach den Rittern der Tafelrunde. „Ein Spitzenorchester, voll junger Talente, die besten jungen Musiker New Yorks“, schwärmt Vogler: „Wenn sie mich heute nach dem Ort fragen, wo man Schostakowitschs erstes Cellokon zert am besten aufführen kann, dann muss ich ironischerweise sagen: New York!“
Dort findet Vogler den Geruch westlicher Avantgarde, der auch Scho s takowitsch berührt haben soll. Die Musiker von The Knights geben auch das Eröffnungskonzert in Dresden, zusammen mit der amerikanischen Sopranistin Dawn Upshaw. Wieder zeigt sich Vogler als Vermittler und schickt Musiker von Weltrang über seine transatlantische Brücke zwischen den Kontinenten. Kritiker unterstellen ihm, wenig Neues zu schaffen, aber Eklektizismus als Vorurteil prallt von ihm ab. Er muss nichts mehr beweisen, als Cellist hat er überzeugt, und als ideenreicher Mensch kritisiert zu werden ist immanent.
Dass Vogler Grenzen überschreitet und dabei für sich immer das Beste verlangt, macht ihn glaubwürdig und begründet seine Professionalität. Auch das hat er bereits mehrfach gezeigt. „Wir müssen etwas bieten“, sagt er „und auf das Klassikgeschäft aufpassen, es mitgestalten. Es darf nicht verflachen.“ Er glaubt nicht an das immer und ewig diskutierte Ende der Klassik oder dass diese in Zukunft bloß eine elitäre Minderheit anspricht: „Das wäre eine Niederlage!“
Einen Sog will Vogler erzeugen, so dass die Leute ohne Konzerte gar nicht leben können. Ein letztes Gummibärchen, dann packt er die Sachen und macht sich auf den Weg: „Kommen Sie mich mal in Moritzburg besuchen“, ruft er noch über den Bürgersteig. Es gibt sicher viele Orte, wo man ihn besuchen und bald wieder sehen und hören kann. Der Sog, denke ich.

Torben Schmidt

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11. Februar 2009

DER STIMMIGE - RHEINISCHER MERKUR

15. Mai 2008
TERMIN MIT JAN VOGLER „Moon River“ hat er ebenso im Griff wie die großen Cello-Konzerte, Tangos ebenso wie Bachs Cello-Suiten. Klassische Musik ist mehr als ernste Muse, so sein Credo

Eines Tages wird sein Cello fliegen lernen, schwerelos sein, auf den Flügeln des Gesanges entschweben. „Ein Cellist“, sagt Jan Vogler, „muss vor allem dieses Stück Holz vergessen machen.“ Doch Vergessen fällt schwer. Das Stück Holz will umarmt, gestreichelt, gehalten werden. Sein Besitzer muss es durch schmale Flugzeuggänge wuchten und bei jedem Sicherheitscheck erklären, dass die Explosionsgefahr, die von dem Korpus Baujahr 1721 ausgeht, das Kontrollpersonal nicht beunruhigen muss.
Allenfalls die  Kulturkontrolleure sind alarmiert, wenn Jan Vogler sein Instrument mit festem Griff aufs Publikum loslässt: Musikkritiker schwärmen von seinem charaktervollen Celloton. Der 44-Jährige kann es sich leisten, seinen Namen auf CD-Hüllen größer drucken zu lassen als den des Komponisten. Spätestens seit er im November 2005 die Frauenkirche musikalisch einweihte, ist er über Klassikkreise hinaus  bekannt. „Dass mein Name groß auf dem Cover steht, ist keine Arroganz, sondern heute Notwendigkeit“, stellt er klar. „Die meisten Werke für Cello sind oft eingespielt, da macht eben der Name des Interpreten den Unterschied.“ Arroganz würde dem unkomplizierten Kunstkommunikator ohnehin niemand unterstellen.
„My Tunes“ hat er eine seiner jüngeren CDs genannt, eine subjektive Auswahl seiner liebsten Melodien. Eines der Wesendonck-Lieder, die Bachkantate „Ich freue mich auf meinen Tod“ und „Moon River“ hat er dafür unter anderem eingespielt. Musikalische Kurzstreckenflüge in ungewohnter Höhe. Das Cello  schwingt sich auf zur menschlichen Stimme, zur zart besaiteten Audrey Hepburn. Puristen mögen derartige Transkriptionen als billigen Trick zur Repertoireaufblähung verachten, Vogler verlässt sich auf den eigenen Geschmack. „Moon River“ etwa spielt er wie eine die Jahrhunderte überdauernde Melodie, die es verdient, von seinem kostbaren Montagnana-Instrument verwöhnt zu werden. Gerade hat er eine CD mit Tangos aufgenommen. „Auch kein Crossover“, betont er, bevor das Wort in einer Frage auftaucht. „Tangos von Piazzolla sind, wie Werke von de Falla, Gershwin und Bartók, Nationalkomposition. Ich biedere mich nicht bei der Unterhaltungsmusik an, sondern nehme sie als klassische Musik ernst."
Das Ernstnehmen ist ihm auf vielen Pressefotos ins Gesicht geschrieben. Mal hockt er einsam auf einem Stuhl, mal schaut er wie ein Adorno-Jünger mit schwarzem Rollkragen den CD-Käufer an. Auf der Hülle von „Concerti brillanti“ blickt er einem Vogel in die Augen, fest entschlossen, die höchst vertrackten  Konzerte des 18. Jahrhunderts zu bewältigen. Ist das derselbe, der da in Ringelpulli und Cordhose durch die Hotellobby federt? Jan Vogler winkt fröhlich vom gläsernen Aufzug aus, kommt im Lauftempo auf den Tisch zu, die Haare wippen frisch gefönt bei jedem Schritt. Aus der Hosentasche lugt ein Blackberry, das Instrument des Businessmenschen. Der Interpret ist auch Manager: Er gründete vor 15 Jahren das Moritzburg-Festival, vor kurzem übernahm er zusätzlich die Leitung der Dresdner Musikfestspiele. Ein Job, der Hingabe ans organisatorische Detail fordert. Programme diskutieren, Mozart mit Schulhoff kombinieren, festlegen, wer wann was in welchem Raum an welchem Flügel auf welchem Stuhl spielen wird.
Diesmal hält er den Telefoncomputer aus familiären Gründen griffbereit. Seine Frau, die Geigerin Mira Wang, und die beiden Töchter sind unterwegs zu ihm nach Köln. Normalerweise lebt die Familie in New York, Jan Vogler pendelt zwischen Dresden und der amerikanischen Metropole. Die Kinder sprechen mit  der Mutter Chinesisch, in der Schule Englisch, mit dem Vater und untereinander Deutsch. Ein globalisierungsfestes Leben.
Ein sehr deutsches zugleich. Dass der Sohn eines Tages als gefeierter Cellist um die Welt jetten würde, hatte den Voglers im Ostberlin des Jahres 1964 wohl niemand prophezeit. Doch als Profimusiker wussten sie, dass Musik befreit – nach innen wie außen. „Orchestermusiker ist ein Beruf, mit dem du überleben kannst. Du musst nicht in die Partei, du kannst reisen“, zitiert Jan Vogler seine Eltern. Mit sechs bekam er ein Cello. Das passende Instrument für einen kleinen, dicken Jungen, erzählt er, während die Hand kurz über den aktuellen, undicken Bauch streift. Die filigrane Geige bekam der Bruder.
Hauptsache Aufmerksamkeit
Schnell fühlte sich Jan Vogler auf dem Instrument wohl, übte freiwillig stundenlang. Manchmal, wenn die Eltern Gäste hatten und er spätabends wach wurde, spielte er den Besuchern vor. „Ich bin danach völlig zufrieden schlafen gegangen“, erinnert er sich. „Ich habe mich nie vorgeführt gefühlt.“ Ein Stubenhocker wurde der Hochbegabte nicht. „Ich wollte oft raus, Fußballspielen, die Natur entdecken. Heute würde man sagen, ich hatte ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom.“ Sanfter Spott schwingt mit.
Als Musikstudent bewarb er sich auf  die Stelle des 1. Konzertmeisters Cello bei der Dresdner  Staatskapelle. Ein vermessenes Vorhaben für einen jungen Mann ohne Diplom und Wettbewerbserfolg. Er war kein Typ für den Konkurrenzkampf vor einer Jury. „Die Welt hat Platz für mehr als einen guten  Cellisten“, hatte ihm der Vater mit auf den Weg gegeben. Jan Voglers Gesicht wirkt bis heute unverbissen. Der 20-jährige Bewerber aus Berlin bekam den Prestigeposten in Dresden. „Als ich in dieser dunklen Stadt ankam, gab es nur die Gemäldegalerie, mein Cello und meine Aufgabe“, erinnert er sich eher dankbar als bitter. Er sog das Orchesterrepertoire in sich auf, die Mozart-Opern, die sinfonischen Schlachtrösser von Wagner, Brahms und Beethoven. Musik „gefressen“ habe er damals.
Die Staatskapelle durfte im Sommer 1989 zum Marlboro-Festival in die USA reisen. Ins Land von Saul Bellow, das Jan Vogler nur aus dem Bücherschrank der Eltern kannte. Er lernte den Cellisten Heinrich Schiff kennen, damals einer der wenigen Stars auf diesem Instrument. Ein Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom hätte die Konfrontation mit dem Klassenfeind leichter gemacht, doch weil er die Unterschiede registrierte, wollte er raus aus der DDR. Aus Rücksicht auf die Eltern blieb er. „Die Wende kam für mich zum perfekten Zeitpunkt.“
Acht Jahre später wollte er wieder raus. Er kündigte den sicheren Orchesterjob und zog, ohne einen mächtigen Konzertagenten im Rücken, in die USA. Mit New York kompensierte er sein DDR-bedingtes Defizit. Die freie Welt hielt, was er sich von ihr versprochen hatte: „Ich wurde offen aufgenommen“, schwärmt er. Die amerikanischen Klassikfans staunten über den jungen Mann, der sich hinter dem Eisernen Vorhang und unbeeinflusst von allen Moden die Liebe zur deutschen Celloschule erhalten hatte.
Jan Vogler bestellt sich im Café Kiba Kirschsaft mit Banane. „Das soll gesund sein“, sagt er wie einer dieser körperbewussten Sonnyboys aus einer US-Teenie-Serie. Doch Kirsche und Banane sind aus, er schwenkt um auf Johannisbeere, die ist reich an Vitamin C. Ein Glas Rotwein nachmittags um vier, eine Geste des künstlerischen Weltschmerzes, ist von ihm nicht zu erwarten.
Er hat Videoclips zur Entstehung seiner CDs drehen lassen, einige davon sind bei Youtube zu sehen. Musizieren, so lernt der Zuschauer, ist Spaß und Hochleistungssport zugleich. Der globale Saitenspringer hält die Spannung zwischen Tiefgang und Lässigkeit schadlos aus. Er kennt die Geschichte der Dresdner Lukaskirche, in der er „My Tunes“ aufgenommen hat, ebenso gut wie die Finessen des digitalen Mischpults. Er redet gern, hört aber noch lieber zu.
Vor dem Auftritt putsche er sich auf, erzählt er. Mit Koks? „Nein, mit schwarzem Tee.“ Der Komponist Jörg Widmann schrieb für ihn das Stück „Dunkle Saiten“. Doch abgesehen vom Tee und den Schattierungen mancher CD-Cover fallen Vogler partout keine dunklen Seiten ein.
Er liebt die todernsten Stellen in vermeintlich heiteren Schumann- und Beethovensonaten, er begeistert sich für die Höllenfahrt des Don Giovanni, die ihm in so vielen Stücken aufscheint. Aber eigene dunkle Seiten? Nein, er habe ein spannendes Leben, einen faszinierenden Beruf, eine gesunde Familie, sinniert er und wendet das Wort „glücklich“ hin und her, das Glücklichsein und das Glückhaben, luck, happiness, fortune.
Treue zum Instrument
„Selbst wenn ich nicht mehr Cello spielen könnte, würde ich etwas finden, was mich fasziniert“, sagt er und nippt am Johannisbeersaft. „Aber keine Angst, ich werde nicht dirigieren, in der Aufführung von Musik ist das Cello mein einziges Werkzeug.“ Viele Solisten treibt die Angst vor dem Alter, vor der   Konkurrenz mit den jungen Klassik-Popstars ans Pult. Jan Vogler hat trotz der lässigen Ich-könnte-auch-anders-Antwort viel vor mit seinem Instrument. Heute morgen hat er Tonleitern geübt, oder besser: Klangmaßnahmen ergriffen. Der Klang soll sich permanent verändern, dem Ideal annähern. Vor zwei   Jahren, als ihm sein Ton nicht mehr gefiel, suchte er sich eine neue hölzerne Lebensabschnittsgefährtin, eine glühendere, wärmere, kraftvollere. Klangsucher können grausam unsentimental sein: Er tauschte das Guerneri-Cello gegen ein Montagnana.
Die Tangos werfen ihn im Projekt Schwerelosigkeit scheinbar zurück. Die Tänze verlangen Erdung, schärfen das Körperbewusstsein.
Doch schon bald wird sein Cello wieder schweben, fast körperlos. Das Blackberry meldet sich. Die Familie naht. Morgen Abend wird er bei einem gemeinsamen Konzert mit seiner Frau in der Philharmonie zum Brahms-Flug anheben. Erst einmal taucht er mit den Kindern im Hotelpool ab.

Dr. Christiane Florin

HELL UND LEICHT SOLL ES SEIN - WELT AM SONNTAG

18. März 2007
Weltklasse-Cellist Jan Vogler wehrt sich mit einer überzeugenden CD gegen die aktuelle Definnition des "deutschen Klangs"

DEUTSCHER KLANG - was haben wir in den letzten Jahren nicht alles über ihn gehört! Dunkel und schwer soll er sein. Der Ton spreche spät an, der Übergang vom Schweigen zum Klingen sei vage. So redet Dirigent Daniel Barenboim, und so lässt er die Berliner Staatskapelle auch spielen, wenn es recht schön deutsch klingen soll. Aber Cellist Jan vogler - groß, flink und geschätzte 28 Jahre alt (in Wahrheit ist er 1964 geboren) - denkt anders über den deutschen Klang, zumindest bei seinem Violoncellospiel.

Hell sei das Tonideal der deutschen Schule im späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts gewesen. Man wollte das Cello aus dem tiefen Mulm herausholen, die Tonanfänge klar definieren, sich nicht reinschummeln in den Klang. Es ging um deutliches Sprechen auf dem Instrument. Schon Julius Klengel, zu Brahms' Zeiten Solocellist des Leipziger Gewandhausorchesters, habe dieses Ideal verkörpert und an seine großen Schüler Emanuel Feuermann und Gregor Piatigorsky weitergegeben. Jan Vogler sieht sich selbst in dieser Tradition. Bis heute liebt er den hellen ins Hohe ziehenden Ton. So richtig bewusst geworden ist Vogler seine Eigenart aber erst in New York, als er mit der starken französischen Schule konfrontiert wurde. Die Unterschiede haben weniger mit der Spieltechnik zu tun als mit dem Verhältnis zu Ausdruck. "Ich sah neulich im Metropolitan Museum of Arts in New York eine Ausstellung mit Porträts des deutschen Expressionismus. Da ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen, was den Unterschied zur französischen Schule ausmacht", sagt er, noch frisch von den Bildern begeistert. "Es geht bei den Prträts, wie in der deutschen Celloschule auch, immer gleich um Bekenntnisse und weniger um subtile Beschreibungen. Die deutschen Expressionisten schreien die Botschaft wirklich fast heraus."

Vogler ging 1998 nach New York. In Ost-Berlin aufgewachsen, mit 20 Jahren bereits als erster Solo-Cellist von der Staatskapelle Dresden engagiert, fragte er sich als Dreißigjähriger, ob das nun noch 35 Jahre so weitergehen soll. "Ich wollte ausprobieren, auf eigenen Füßen zu stehen. Oft habe ich mit Musikerkollegen hier im Osten am Küchentisch diskutiert, dass man sich der neuen Situation nach der Wende aktiv aussetzen müsse. New York schien mir in dieser Hinsicht die westlichste und extremste Stadt zu sein."

Seither lebt er in New York und bleibt doch Sachsen treu, wo er als künstlerische Leiter das renommierte Kammermusikfestival auf dem Jagdschloss Moritzburg führt. Seine Frau, die chinesische Geigerin Mira Wang, ist nicht selten mit ihm gemeinsam auf dem Podium. Ihre beiden Töchter, drei und sechs Jahre alt, wachsen in New York dreisprachig auf - und mit viel Musik. "Die Große spielt Geige. Und sie hat im Moment das Gefühl, es sei gar keine Frage, ob man ein Instrument spielt oder nicht, sonder vielmehr, welches Instrument man spielt. Alle Leute, die zu uns nach Hause kommen, bringen entweder eine Geige mit oder eine Bratsche oder spielen Klavier. Vielleicht denkt meine Tochter: Jeder Mensch spielt ein Intrument, und Musik gehört ganz normal zum Leben. Und ich bemühe mich gerade, dieses Bild überhaupt nicht zu korrigieren, auch wenn es vielleicht nicht die Wirklichkeit widerspiegelt."

Vogler fühlt sich in New York unerwartet herzlich aufgenommen. Er wurde sofort eingeladen, im Lincoln Center alle Cellosonaten von Beethoven zu spielen. Viele Freundschaften waren bereits vorab entstanden, beim Marlboro Festival für Kammermusik, zu dessen Gästen Vogler seit längerem gehörte. Der Gründer, Rudolf Serkin, einer der bedeutendsten Pianisten des 20. Jahrhunderts, war vor den Nazis aus Europa geflohen. "In Marlboro habe ich gemerkt, dass unsere ganze europäische Musikkultur im Zweiten Weltkrieg im Grunde nach Amerika abgewandert ist. Wer dem Krieg nicht zu Opfer fiel, ist in New York gelandet."
Da wundert es nicht, dass Vogler mit seiner neuen CD "My Tunes", einem kosmopolitischen Ideal huldigt. Sie versammelt Miniaturen für Cello und Orchester, die Vogler seit langem am Herzen liegen. Geografisch führen sie nach Sankt Petersburg - mit dem "Nocturne" von Tschaikowsky etwa - nach New York, wo der Film "Frühstück bei Tiffany" spielt, aus dem Henry Mancinis berühmter Song "Moon River" stammt. Deutsches, von Wagner und Bach, steht neben jüdischen Instrumentalgebeten von Bloch un Bruch.

"Meine Vorstellung ist immer noch, dass der Mensch intelligent genug ist, seine eigene Kultur in voller Authentizität zu leben und es dennoch schafft, mit anderen friedlich auszukommen", sagt Vogler. Und unbeirrbar zukunftsfroh setzt er hinzu: "Ich glaube nicht, dass durch Globalisierung verschwindet, was den Reiz des Kosmopolitismus ausmacht: der Genuss kultureller Unterschiede. In New York sehen Sie das deutlich. Die sprachlichen und kulturellen Differenzen bleiben erhalten. Kultur ist etwas sehr Starkes, das man gar nicht so leicht kaputt kriegt."

Jan Brachmann

PARKETTGLEITER - FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG

12. Januar 2007
Ob es mehr Musiker gibt, die nichts von Verträgen, von Kalkulationen und Logistik verstehen, oder mehr Manager, die keinen blassen Schimmer von der temperierten Stimmung, der Sonatenform oder vom Streichervibrato haben, ist noch von keinem Wissenschaftler festgestellt worden. Aber dass es wenige Menschen gibt, die von beidem zumindest eine Ahnung haben, dürfte auch ohne interdisziplinäre Untersuchung sicher sein. Als Indiz dafür mag gelten, dass seit geraumer Zeit jede bessere Kunsthochschule sich ihres modernen Lehrplans rühmt, zu dem die qualifizierte Ausbildung in Kulturmanagement gehört. Einen weiteren Hinweis auf den Mangel an Doppelbegabung in Unternehmensführung und musikalischer Kompetenz findet man freilich auch in den immergleichen Bewerberlisten für die entsprechenden Kulturmanagerposten. Offenbar sitzt das Misstrauen, das die eine Disziplin für die andere hegt, doch noch sehr tief im kollektiven Unterbewusstsein, vor allem hierzulande.

Einen Mann wie Jan Vogler ficht das alles nicht an. Er gehört zu der Handvoll Künstler, die offenbar ebenso virtuos mit dem Cellobogen hantieren können, wie wie sie mit dem Laptop Konzerte zu organisieren vermögen. Außerdem scheint er ein überaus flexibler Mensch zu sein, der nicht unbedingt in frühen Jahren schon das Musikerbeamtentum angestrebt hat. Als man ihm während des Cello-Studiums an der Hanns Eisler-Musikhochscttule 2u Berlin schon eine Stelle in der Dresdner Staatskapelle anbot, ließ er - gerade zwanzig Jahre alt - das Studium Studium und das Examen Examen sein und wechselte ans erste Pult von einem der ältesten Klangkörper Deutschlands, das heißt der musikalischen Welt. Aber als er nach einigen Jahren wusste, wie man in einem renommierten Orchester die Cello-Stimmen fährt, quittierte er den sicheren Dienst, um sich auf das glatte Parkett des Solisten zu begeben. Nicht ohne Erfolg, wie seine zahlreichen Schallplattenaufnahmen, etwa mit dem Cello-Gesamtwerk von Richard Strauss, beweisen.

Es wäre verwunderlich gewesen, hätte den Spross einer Berliner Musikerfamilie diese Tätigkeit auf Dauer wirklich befriedigt. 1993 schließlich, im Alter von neunundzwanzig Jahren, konnte er erstmals zeigen, dass er auch über außergewöhnliche Fähigkeiten fürs Management verfügte. Seit dieser Zeit leitet er das seither hochangesehene Kammermusikfestival auf Schloss Moritzburg bei Dresden, zudem noch eine Meisterkonzertreihe auf Schloss Albrechtsberg. Mittlerweile hat er, ganz seinem Naturell entsprechend, auch seinen ständiger Wohnsitz flexibel zwischen Dresden und New York aufgeteilt. Die große Reputation, die er seit langem schon auch in Amerika genießt, wird ihm sicher zugutekommen, wenn er Ende nächsten Jahren - wie es den Stadtvätern vorschwebt - von dem Dirigenten Hartmut Haenchen die Leitung der Dresdner Musikfestspiele übernehmen wird. Fragt sich nur, was er danach oder zudem noch tun wird. Denn bei Jan Vogler steht eines fest: dass er sich und die musikalische Welt bewegen wird.

Wolfgang Sandner

HEIMKEHRER AM CELLO - BERLINER MORGENPOST

07. Februar 2006
Weltbürger der klassischen Musik: Jan Vogler spielt heute in Berlin

Er gehört nicht zu jenen leichtsinnigen Zeitgenossen, die das Publikum durch Mainstream und Cross-over für die Klassik gewinnen wollen. Jan Vogler, der heute gemeinsam mit fünf Freunden im Kammermusiksaal auftritt, glaubt an den Ernst der Musik. Dieser Ernst kann durchaus heiter sein, ist aber seinem Wesen nach das Gegenteil von Entertainment. Es geht nicht darum, sich bei den Zuhörern durch nette Plattheiten oder schrille Frisuren anzubiedern, es geht darum, sie zu überzeugen, dass klassische Musik vor allem deswegen gross ist und einzigartig, weil sie bestimmten Regeln folgt. Man kann das konservativ nennen. Man kann es aber auch Niveau nennen.

Jan Vogler hat sein Niveau mit unzähligen Aufführungen und einigen ausgezeichneten Aufnahmen bewiesen. Er hat es immer verstanden, die Menschen für sich und sein Cello zu gewinnen. Als 20jähriger gewann er die Staatskapelle Dresden für sich, die ihn gleich als 1. Konzertmeister einstellte, dann gewann er Heinrich Schiff für sich, der ihm in Basel Unterricht erteilte, und schliesslich gewann er die Überzeugung, dass virtuose Selbstständigkeit besser ist als Orchesterdienst. Seit knapp zehn Jahren ist Vogler auf Tour, wobei er neben dem klassischen Repertoire auch die Meisterwerke der Moderne pflegt.

Voglers Wohnsitz ist zur Zeit New York, aber er hält sich genauso oft in Dresden auf. Dem Musikfestival Moritzburg fühlt er sich besonders stark verbunden, und das tun auch seine Mitstreiter, unter ihnen die Geigerin Viviane Hagner und der Klarinettist Jörg Widmann. Das Programm lockt mit der Suite aus “Figaro’s Hochzeit’ in einer Fassung für Streichquartett sowie mit Strawinskys Suite aus ‘Die Geschicht vom Soldaten’, ebenfalls bearbeitet, und zwar für Klarinette, Violine und Klavier. Höhepunkt ist Mozarts Divertimento Es-Dur KV 563. Da Jan Vogler auch ein ausgewiesener Kammermusiker ist, dürfte bei ihm das schönste und tiefsinnigste Trio der Musikgeschichte in besten Händen sein. Alles in allem ein seriöses, aber kurzweiliges Programm, mit dem Jan Vogler in seine Heimatstadt zurückkehrt.

Volker Tarnow

15 QUESTIONS TO JAN VOGLER - MOUVEMENT NOUVEAU

09. August 2005
15 Questions to Jan Vogler 

There's something unusual about Jan Vogler's career as a Cellist. We're not talking about the fact that he learned playing Classical Music as a little child and visited the special school for music in East Berlin. And there's nothing truly special anymore in being taught by some of the best musicians of the trade, such as Heinrich Schiff. What truly distinguishes Jan from many of his collegues is that he started out as a member of an orchestra and only later went on to become a renowned soloist - saving him from the prodigal nightmares so many young talents had to endure. Slowly but surely the wish to take things into his own hands matured and he finally decided to resign his position with the Dresdner Staatskapelle in 1997. Since then, Vogler has become not only a guest at the most prestigious concert halls and a succesful recording artist, but also an organisor - presenting the Moritzburg Festival, which just opened its doors for this year's proceedings. As a modern artist devoted to an ancient trade, Jan Vogler still hasn't given up on his mission: To get people addicted to Classical Music again.

Hi! How are you? Where are you?
I am fine. I am in New York.

What’s on your schedule right now?
I just finished four concerts in New York. This was the end of the season for me and I am happy to have a two week break now, before the summer season starts with concerts in Germany at the Fürstenberg Classics Festival with the Scottish Chamber Orchestra, and at the Moritzburg Festival.

If you hadn’t chosen for music, what do you think you would do right now?
Hard question...I grew up in a musical family, my parents and most of their friends were musicians. As a child I was under the impression that playing music is an integral part of everybody’s life. I have a lot of interests, but none of them is nearly as strong as the one for music.

What or who was your biggest influence as an artist?
I try to learn from everybody I meet and everything I do. Sometimes it is a phrase in a book and sometimes a word or gesture of a person which opens new doors and makes you understand music better. One of the great musical influences was the Marlboro Music Festival. I came out of East Germany and caught the right moment to still be able to meet with the impressive immigrant generation from Europe like Rudolf Serkin or Felix Galimir.  Serkin kept close contact to his European roots and brought young musicians from all over the world to his Festival. The long summers in Marlboro seemed like a sort of a musical paradise to me, it was a contrast to the serious and strict musical training in East Berlin.

What’s the hardest part about being a musician and what’s the best?
Let’s start with the best part: After the concert you get to eat... ;-)
Seriously: it is a great privilege to work on your favorite project. Music is my life and I am very lucky to be able to do it as a profession.
Hard part: Every concert is an adventure! I love this challenge, but you have to fight with everything you have every time. Every audience is different and certainly every piece of music.The moment you relax you may loose the sharp sense for the edge of each situation.

W
hat’s your view on the classical music scene at present? Is there a crisis?
Well, most of my musician friends are running around in the world and are incredibly busy... If that is a crisis... But of course you are right: changes are on the way and the audience has started to be much more selective and does not always accept what presenters and record companies think is good for them. I see it mostly positive. We have the chance to influence the music scene. I try to do that with my Festivals. The results are interesting and encouraging.

Programming is an important issue. I learned that audiences like good program-combinations which help them to understand motivations and thoughts of the composers and parallels between different periods in music history.

Some feel there is no need to record classical music any more, that it’s all been done before. What do you tell them?
If you listen to recordings from the1970’s and 1980’s for example, you will be surprised how few interpretations will still convince you. We learn something new about the composers and their pieces every year. Taste and concept of sound, tempi, and style change drastically at least every decade. We have to remember that interpretation is always linked to the moment when it is presented. I have a few great recordings of all time, but the rest of the records I listen to are not older than 3 years.

What constitutes a good live performance in your opinion? What’s your approach to performing on stage?
It should be ‘alive’.  All the research and hard work is done when the concert is coming up. When I am on stage I don?t want to prove anything, I just want to give my best to make the piece appear. That mainly requires high concentration and full emotional and physical involvement. For me the first seconds on stage are important, that’s when I try to throw myself into the  piece and establish a contact with my musical partners on stage and with the audience.

What does the word ‘interpretation’ mean to you?
At first: to understand as much as possible about the composer and his work. You can never have enough interpretation-tools... I usually concentrate on a period in music history for a few years and try discover all the possible sounds, articulations and phrasings which create the particular style. 
But interpretation does not stop when you are not playing. The musical partner you choose, the programs you create, that all plays an important role.
One example: I recently had the pleasure to record the Dvoràk cello concerto with the New York Philharmonic and David Robertson; Sony will release the CD in September.  Dvoràk wrote the piece in New York and was still under the influence of American tunes form the ‘new world’. At the same time a love story influenced this piece very much. I did a lot of research on the subjct and decided to couple the concerto with pieces which might help to see this famous work in a different and new light. Besides the cello concerto, Angelika Kirchschlager, Helmut Deutsch and I are performing songs on the CD which were important for this great concerto.

True or false: It is the duty of an artist to put his personal emotions into the music he plays.
100% true!!

True or false: Music is my first love?
I think it is true... I was very young…

True or false: People need to be educated about classical music, before they can really appreciate it.
Not necessarily true. Education is a key for almost everything and certainly helps to understand music. But I have seen people who had no musical education being deeply touched by a concert. A person who likes the first concert he/she hears might become very interested in musical education after the experience. That is our chance and responsibility, to bring our enthusiasm for music across to the audience.

You are given the position of artistic director of a concert hall. What would be on your program for this season?
Big job and very difficult to do really well!

There is no general answer to this. It depends very much on many factors such as: Where is the concert hall? What kind of hall? What kind of audiences? Does the place have a musical history or is this a completely new project? My focus would be to bring an authentic program to the people which represents their own culture, but also puts them in touch with new pieces from areas of the world they don’t know well and/or by composers they hadn’t had a chance yet to discover. The hardest part is to mix those elements right... ;-)

What’s your favourite classical CD at the moment?
Vivaldi with Andreas Scholl und Australian Brandenburg Orchestra. I especially recommend track No. 4, ‘Nisi dominus’...

Have you ever tried playing a different instrument? If yes, how good were you at it? 
Piano, when I was in school... I was terrible...! I guess my heart was always with the cello...

www.mouvement-nouveau.com
, 9 August 2005 

SAITENLIEBE - MADAME

01. August 2005
Das Cello ist für Solist Jan Vogler nicht nur Instrument, sondern Projekt: New York & Dresden bieten ihm den passenden Rahmen

Warum er auf den Covers seiner CDs oft so bärbeißig dreinschaut, wollen wir von Jan vogler wissen. Ist denn das Cellospiel für ihn Berserker-Arbeit? "Nein", wehrt er ab, "ich bin ein ganz freundlicher Mensch. Warum ich auf Fotos so überkonzentriert aussehe, weiß ich auch nicht. Und das Cello ist für mich keine Arbeit, sondern ganz einfach mein Projekt." Also Cello pur: "Ja, etwa so, wie ein Biochemiker sein Leben lang an einem bestimmten Enzym forschen kann. Wenn ich spiele, dann lade ich meinen Generator auf." Vielleicht sich ja Jan Vogler nach der Mikrobe guter Musik, so wie Curt Goetz seinen Dr. Hiob Prätorius nach der Mikrobe menschlicher Dummheit fahnden ließ? "Ganz konkret will ich erst einmal herausfinden, wie man aus diesem Stück Holz noch schönere, noch lebendigere Töne hervorlockt. Und daraus ergeben sich alle anderen Fragen wie von selbst - nach Technik, nach Stil, nach dem Zusammenspiel mit anderen Menschen."

Vogler und sein Cello sind auch der Mittelpunkt zweier Festivals: Das eine auf Schloss Moritzburg bei Dresden hat er begründet, um gemeinsam mit Freunden und Kollegen Kammermusik nach Herzenslust zu treiben. Und in Donaueschingen leitet er die neuen Fürstenberg Classics eher eine Ergänzung als eine KOnkurrenz zu den auf Uraufführungen spezialisierten Musiktagen dort, wie er findet.

Die Grundlagen wurden bei Jan Vogler, Jahrgang 1964, früh gelegt: Beide Eltern sind Orchestermusiker in Ostberlin, der Vater an der Komischen Oper, die Mutter im Berliner Symphonie-Orchester. "Morgens schleppte man mich mit in eine Probe, zu Hause bearbeitete ich nachmittags das Cello", erinnert er sich. Das Instrument hat er nicht selbst gewählt, sondern die Eltern, weil es am besten zu ihm passe. Er war ein pummeliges, lustiges und vor allem hyperaktives Kind. "Ich habe mich gleich mit dem Cello angefreundet. Da gibt es nette Geschichten: Man konnte mich nachts aufwecken und ans Cello setzen, da habe ich gespielt und anschließend gleich weitergeschlafen. Mein cello hat mir einfach Spaß gemacht", erzählt Jan Vogler. Als er zwölf ist, steckt man ihn in die beste Spezialschule für Musik, mit 20 bietet man ihm den besten Posten an, der in der DDR für einen Solisten zu haben ist: Solocellist der Staatskapelle Dresden, des Top-Orchesters im Lande. Denn Solisten-Karrieren gibt es nicht. Was ihn nicht davon abhält, immer häufiger als Solist aufzutreten. Aber erst 1997 gibt er mit einem weinenden Auge seine Position bei der "Kapelle" endgültig auf. Und noch immer ist Dresden neben New York seine zweite Heimat. In Amerika, beim Marlboro-Festival, hatten ihn seineAltersgenossen Christian Tetzlaff und Jushua Bell - als Geiger beide schon junge Star-Solisten - mit großen Augen gefragt, was denn einer wie er im Orchester treibe. "Erst da wurde mir klar, dass einzig und allein meine Entscheidung ist, wie bzw. ob ich überhaupt mein Leben als Musiker gestalte. Am wohlsten fühle ich mich in New York. Vielleicht arbeite ich da meine DDR-Vergangenheit auf. In New York lerne ich Dinge nach, die andere ganz selbstverständlich mitbekommen haben."

Jan Vogler lebt den deutsch-amerikanischen Spagat. Sowohl in der Familie - er ist mit der Geigerin Mira Wang, einer aus Shanghei stammenden Amerikanerin, verheiratet und Vater zweier Kinder im Alter von zwei und vier Jahren - wie auch als Musiker. Seine hinreißend gelungene Aufnahme des "Don Quixote" von Richard Strauss wollte er unbedingt mit seinen alten Kollegen von der Staatskapelle Dresden, Hort aller Strauss-Pflege, realisieren. Für die Einspielung von Dvoráks Cellokonzert, die im September erscheint, klopfte er seine Plattefirma so lang weih, bis sie ihm das New York Philharmonic Orchestra spendierte. "Nicht nur, weil das Stück in New York geschrieben wurde, sondern weil die New Yorker das ideale Orchester für Dvorák sind: hervorragender Rhythmus, sehr romantisches Gefühl, aber nicht romantisch im Klang."

Dabei hat Jan Vogler zu Platteneinspielungen ein sehr aufgeräumtes Verhältnis. Interpretationen seien Zeitdokumente, meint er: "Die wenigsten können nach zehn Jahren noch bestehen, die meisten findet man dann grausig. Geschichte wird nur mit ganz wenigen Aufnahmen geschrieben." Er überlegt einen Moment und präzisiert: "Eigentlich muss eine gute Interpretation ihrer Zeit sogar ein Stück vorraus sein, muss bündeln, was an Strömungen in der Luft liegt, wohin sich eine Generation bewegt. So wie Madonna ihr "Die Another Day" eben schon vor dem 11. September gesungen hat. Oder Harnoncourt mit seinem Monteverdi-Zyklus der gesamten Beschäftigung mit alter Musik plötzlich einen Fokus gab." Für einen Vollblutmusiker wie Jan Vogler endet die Wahrnehmung eben nicht beim eigenen Instrument, übrigens einem ganz wunderbar klingenden Joseph filius Andrea Guarneri von 1712.

"Immer wenn es erotisch wird, muss das Cello ran", witzelte Avantgarde-Cellist Siegfried Palm. Für Jan Vogler ist der Celloklang Eros pur, und er kultiviert den androgynen Charakter seines Instruments: mal polternder Bariton, mal schmeichelnde Verführerin. Vor allem in den USA fand man in Voglers Spiel die fast vergessene deutsch Cello-Schule wieder. "Schule in der Musik ist wie eine Sprache", erklärt Jan Vogler, "man sollte sie beherrschen, aber sich nicht von ihr beherrschen lassen - und sie auch nicht verwässern. Es geht darum, sich auf dieser Basis selbst frei auszdrücken." Wieder ist Jan Vogler bei dem Thema, um das es ihm im Innersten geht. Selbstverwirklichung greift dafür als Schlagwort zu kurz. "Wie man mit sich selbst klarkommt, wie man seinen Weg im Leben findet, das ist doch der wesentliche Punkt. Das mögen Fragen sein, die schon Sartre gestellt hat. Aber beantworten muss sie doch jeder für sich selbst."

Reinhard Beuth

EINMISCHUNGEN - MUSIK & THEATER

01. April 2005
Intellekt und Sensibilität: Jan Vogler setzt Akzente – auch bei „les muséiques“

Eine Trendwende im hergebrachten klassischen Musikbetrieb ist notwendig. Davon ist der 1964 in Berlin geborene deutsche Cellist Jan Vogler, der heute sowohl in Dresden als auch in New York seinen Wohnsitz hat, überzeugt. Ein Musiker mit klaren Vorstellungen und Ideen auf seinem Instrument – aber auch, wie ein verkrusteter Betrieb mit frischem Sauerstoff versorgt werden kann.

M&T: Von Ihnen kursiert die Bemerkung: „Ich spiele 24 Stunden am Tag Cello“. Jan Vogler, wie extrem sind Sie?

Jan Vogler:
Das ist natürlich eine Übertreibung. Aber ich liebe das Cellospiel tatsächlich. Noch vor fünf Jahren fragte ich mich, ob ich mit Cello spielen mein ganzes Leben verbringen möchte. Meine Antwort war eindeutig: ja. Das Cello ist für mich eine ständige Aufgabe. Ich versuche herauszufinden, wie diese Teile aus Holz und die darauf gespannten Saiten noch besser klingen können.

M&T: Pflegen Sie ein besonderes Klangkonzept?

Jan Vogler: Sicher. Doch das ändert sich von Zeit zu Zeit. Man muss sein Klangkonzept jede Dekade einmal überprüfen, sonst welkt es dahin. Derzeit interessieren mich besonders Gesang und Rezitation als Spieltechnik. Da rückt jener Übergang vom 18. ins 19. Jahrhundert ins Blickfeld, als die Artikulation, die bei Bach stark ausgeprägt war, sich über Haydn und Schumann zum Gesang veränderte. Modell dafür war zweifellos die menschliche Stimme. Die Artikulation ist analog zu Vokalen und Konsonanten konturiert. Beim Cello-Gesang wird diese Qualität auf den Beginn einer Phrase beschränkt, wenn man etwa eine Note als Nasal oder Vibrant intoniert, doch dann folgt die Gestaltung des Tones. Da eröffnen sich tausend Varianten. Und das beschäftigt mich im Moment sehr im Kontext der deutschen Spätromantik. Da hat das Cello durch diese unbegrenzten Melodien eine völlig neue Funktion bekommen.

M&T: Wie suchen Sie die Möglichkeiten solcher stilistischer Erweiterungen zu entwickeln und umzusetzen?

Jan Vogler:
Durch meine Konzentration auf ein neues Forschungsgebiet. Das kann eine Stilepoche sein, mit der man sich allerdings einige Jahre beschäftigen muss, sonst bleibt man an der Oberfläche.

M&T: Ergeben sich da jeweils Wechselwirkungen zu Dingen, die Sie zuvor beschäftigt haben?

Jan Vogler:
Auf jeden Fall. Ich denke, dass es sinnvoller ist, sich chronologisch in der Musikgeschichte zu bewegen, von einer früheren zu einer späteren Epoche, als umgekehrt. Wenn man das 18. und 19. Jahrhundert gut kennt, fällt es einem leichter, auch die zeitgenössische Musik zu verstehen. Selten bezieht die zeitgenössische Musik sich ja auf das 20. Jahrhundert, hingegen sehr oft auf die philosophischen Ideale des 18. und 19.Jahrhunderts.

M&T: Sie haben einmal die Meinung geäußert, das Cellokonzert von Dvorák werde zu „tschechisch“ gespielt. Wer kann denn über „konkrete“ Lesarten eines Werkes entscheiden?

Jan Vogler: Ich werde nie beanspruchen, etwas als richtig oder falsch zu beurteilen. Man sollte jedoch berücksichtigen, dass das Werk entstand, kurz bevor Dvorák nach Tschechien zurückkehrte, und es ist für mich ganz klar von amerikanischer Musik beeinflusst. In New York hat Dvorák fast nur Stücke geschrieben, die intensiv beobachten, was er dort kennen lernte, auch wenn darin genauso Erinnerungen an seine Heimat verarbeitet werden. Eigentlich wird in diesem Stück immer die Kantilene pointiert; wenn ich jedoch die Partitur ganz unbefangen lese, erkenne ich darin sehr viel amerikanischen Rhythmus. Wahrscheinlich werde ich das Cellokonzert bald mit den New Yorker Philharmonikern aufnehmen, also mit einem amerikanischen Orchester, und mit einem Dirigenten, der bereit ist, diese Ritardandi zu ignorieren. Ich glaube, dass man das Cellokonzert von Dvorák so auf neue Weise entdecken kann.

M&T:
Wie entwickeln Sie eine Beziehung zu einem Werk?

Jan Vogler: Zunächst intuitiv. Es gibt auch Stücke, mit denen man sich jahrelang befasst und trotzdem keine Affinität zu ihnen gewinnt. Aber gerade dadurch kommt man weiter – bis man vielleicht irgendwie einen Hinweis findet, wie diese Musik zu verstehen sein könnte. Das lässt sich mit wissenschaftlicher Forschung vergleichen.

M&T:
Also reflektieren die Werke, die Sie spielen, etwas von Ihrer Persönlichkeit?

Jan Vogler:
Ja. Wahrscheinlich viel mehr als das diffuse Gefühl, Medium eines Komponisten zu sein, was ich mir auch nie anmaßen würde. Es ist letztlich immer die eigene Fantasie, die angeregt wird, und auch der Impuls für die Aufgabe, dem Publikum ein Werk nahe zu bringen.

M&T: Das deutsche Repertoire hat für Sie wesentliche Bedeutung. Hat sich das durch das
Studium in Leipzig ergeben?

Jan Vogler: Erst als ich 1998 nach New York kam, bin ich auf die deutsche Celloschule aufmerksam gemacht worden. Da haben alle gesagt, du spielst noch so deutsch. Ich dachte zuerst, das wäre eine Beleidigung. Aber damit war gemeint, dass ich wie die Repräsentanten eines Interpretationsstiles spiele, der aus Leipzig stammt. Ich hatte Unterricht bei meinem Vater Peter Vogler und bei Josef Schwab, beide standen in der ungebrochenen Tradition einer Schule, die in den 1920er Jahren von Julius Klengel und seinem Schüler Emanuel Feuermann in Leipzig begründet worden war. Daher zunächst deutsches Repertoire, aber inzwischen befasse ich mich auch mit französischer Musik und versuche auch, neue Interpretationstechniken zu entwickeln.

M&T: Hat sich dieser Stil auch auf die Aneignung von Werken ganz anderer Herkunft ausgewirkt?

Jan Vogler:
Eine bestimmte Interpretationsrichtung gehört zu meiner Identität und ist daher jeweils festgelegt. So pflege ich ein individuelles Tonideal: Mir liegt der fette und dunkle Ton nicht, vielmehr bevorzuge ich einen lichten, hellen Celloton. Dadurch ist interpretatorisch schon einiges vorentschieden. Ich wechsle nicht willkürlich meine Überzeugungen als Interpret.

M&T: Sie haben ein besonderes Interesse für Musik entwickelt, die in der Emigration entstanden ist. Warum?

Jan Vogler: Mir imponiert, ohne zynisch sein zu wollen, das enorme Adrenalin, was vielen Komponisten in den USA half, noch einmal ganz neu anzufangen. Sie haben eine unglaubliche schöpferische Kraft in der Emigration entfaltet, die bis in die Nachkriegszeit wirkte. Der wichtigste Punkt ist allerdings, dass unsere, durch den Zweiten Weltkrieg verlorene Kultur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Amerika, in den Emigranten überlebt hat. Deshalb war es für mich ein folgenreiches und wichtiges Erlebnis, dass ich dort so viele Überlebende aus Wien oder aus Berlin und sogar aus dem zerstörten Warschauer Ghetto getroffen habe. Diese Möglichkeit hätte ich niemals in Deutschland gehabt.

M&T: Die klassische Musik ist in der Krise, sowohl in Bezug auf reguläre Konzertreihen wie auch beim Umsatz der Plattenfirmen. Sie arbeiten für eine Trendwende...

Jan Vogler: ... Sie haben wohl Recht, trotzdem ist mir die Krise der klassischen Musik nicht so bewusst. Alle Musiker, die ich kenne, sind mehr als beschäftigt. Wenn das eine Krise sein soll, dann ist es eine schöne Krise. Aber es gibt schon einige Probleme zu bedenken, etwa das Ambiente: Neben wunderschönen Abo-Konzerten gibt es aber auch schreckliche Szenen in neon-beleuchteten Räumen mit routiniert spielenden Musikern. Wenn wir nicht zumindest versuchen, das Publikum bei jedem Konzert wirklich zu begeistern, laufen wir Gefahr, dass die Leute sich abwenden. Es gibt ja genug andere Zerstreuungen, als in ein Konzert zu gehen. Aber viele meiner Kollegen arbeiten doch mit Elan daran, dass klassische Musik, ganz pauschal gesagt, wieder als ein unverzichtbares Erlebnis wahrgenommen wird.

M&T: Dennoch sind in den letzten zehn Jahren in ganz Europa viele kammermusikalische Veranstaltungen, aber auch einst gut frequentierte Festivals und Konzertreihen mangels ausreichender Budgets eingegangen.

Jan Vogler: Nun, es gibt auch Finanzierungsmöglichkeiten, die nicht so krisenanfällig sind, man muss sie nur suchen. Meine Vision ist, dass man mit Freundeskreisen und Fördervereinen die Lasten verteilen kann. Da sind große Firmen beteiligt, einige private Mäzene und andere Sponsoren, die das Budget für einen Zeitraum festlegen. So kann man langfristiger planen. Es wird sich wohl beim Trend, Kulturetats zu kürzen, nicht vermeiden lassen, dass sich die Mitglieder der Gesellschaft wieder mehr für ihre Kultur stark machen wie im 19. Jahrhundert der bürgerliche Salon. In diesem Sinne müssen wir wieder aktiver werden. Wir Künstler müssen Alternativen zur Praxis der Agenten suchen, die uns mit Konzertterminen versorgen, zu denen wir hinfahren und so gut wie möglich spielen.

M&T: Sie fordern also von den Musikern, ihre Rolle im Musikbetrieb neu zu überdenken?

Jan Vogler: Genau. Diese Rolle, in der wir jetzt noch denken, war in den USA und Deutschland etwa von 1970 bis 1990 etabliert, eine Periode mit wechselndem Einfluss der Agenten. Die Emigranten waren im Gegensatz dazu in einer so schlechten Situation, dass sie kämpfen mussten, um überhaupt spielen zu dürfen. Sie waren dann aber so erfolgreich, dass die nächste Generation darauf aufbauen konnte. Das waren zwei Jahrzehnte der Musikgeschichte. Mehr nicht. Wir müssen wieder lernen, uns selbst zu vermarkten, allerdings ohne unser Fach zu verlassen. Ansonsten wird man als Musiker angreifbar. Dann könnte mir die Zeit zum Cello spielen fehlen, und das wäre fatal.
Hans-Dieter Grünefeld

DER FUNKE MUSS ÜBERSPRINGEN - CRESCENDO

01. Februar 2002
Crescendo: Herr Vogler, was macht für Sie die Faszination des Cellos aus?

Vogler:
Es hat einen völlig eigenen Charakter. Das Cello ist vor allem ein Instrument auf dem man singen und sehr viel mit Farben spielen kann, um die "Seele der Musik" zu erfassen. Es schafft so eine Art Klangskulpturen, und das mag ich.

Crescendo: Sie haben ja kurzzeitig mal ein Stradivari-Cello gespielt.

Vogler:
Ich habe mal für ein Jahr das Cello zur Verfügung gestellt bekommen, auf dem das Brahms-Doppelkonzert uraufgeführt wurde, das Cello von Robert Hausmann vom Joachim-Quartett. Anschließend wurde es für einen astronomischen Preis verkauft, und ich bin wieder zu meinem Guaneri-Cello zurückgekehrt. Das passt vielleicht auch eine Spur besser zu mir. Es ist etwas rauher, während die Stradivari-Celli eher glatt sind und sehr poliert klingen.

Crescendo: Wie wichtig ist denn überhaupt das Instrument?

Vogler:
Das macht maximal drei oder vier Prozent aus. Natürlich ist der Unterschied zwischen sehr guten und ausgezeichneten Musikern auch sehr klein, und da braucht man schon ein sehr gutes Instrument. Aber es werden heute auch sehr gute neue Instrumente gebaut. Das wichtigste ist, dass sich eine Partnerschaft mit dem Instrument entwickelt. (Das) braucht sehr viele Jahre, um ein Instrument so gut kennenzulernen, dass man wirklich jede Ecke ausloten und spezielle Facetten darstellen kann. Mein Guarneri-Cello und ich, wir sind ein Team.

Crescendo: Sie haben nur dieses eine Cello? 
Vogler: Nur dieses Cello, das spiele ich eigentlich 24 Stunden.

Crescendo: Sie hatten lange die begehrte Stelle des ersten Solo-Cellisten in Dresden inne. Warum haben Sie dort wieder aufgehört? 
Vogler: Ich habe mit der Zeit gemerkt, dass mir das 'Einzelkämpferdasein ' liegt. Ich habe dann ein Urlaubsjahr genommen, um den Kopf frei zu bekommen und zu sehen, ob ich auch solistisch Fuß fassen könnte. Die Entscheidung zu kündigen fiel mir dann eigentlich leicht. Trotzdem war der Weg über Dresden für mich ein Glücksfall. Hätte ich mich direkt nach dem Studium entschieden, Solist zu werden, wäre es sicher schwieriger geworden. Mir hat es geholfen, die gesamte Orchester-Literatur zu kennen.

Crescendo: Aber ein richtiger Einzelkämpfer sind Sie nicht, denn sie machen ja auch gern Kammermusik. 
Vogler: Aber nur relativ wenig, weil mir die Zeit dafür fehlt. Dabei ist das Musizieren zu mehreren für mich wie ein Aufladen meiner Batterie. Beim solistischen Spiel zehrt man eher von den eigenen Reserven. Andererseits muss gute Kammermusik viel geprobt werden. Eine Woche Kammermusik ist viel probenintensiver als eine Woche mit dem Dvorak-Konzert.
Mein Kammermusik-Festival in Moritzburg ist aus diesem Bedürfnis entstanden in einer völlig ungestörten Umgebung sehr intensiv, und mit viel Zeit, an den großen Werken der Kammermusik zu arbeiten.

Crescendo: In Ihrer Diskographie dominieren Werke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 
Vogler: Ja, das interessiert mich auch sehr. Wir haben die Vorstellung, dass in den 20er Jahren die Wiener Schule alles dominierte und sich aus ihr die Avantgarde entwickelt hat. Aber das ist viel zu eindimensional. Es gab noch eine andere Richtungen, die genauso stark waren.

Crescendo: Wie entwickeln Sie da Ihr Repertoire? 
Vogler: Die Emigrantengeschichte interessiert mich sehr. Durch den Zweiten Weltkrieg hat Europa kulturell wahnsinnig viel verloren. Sämtliche Traditionslinien wurden unterbrochen, alles sammelte sich in Amerika, besonders in New York, wo Emigranten aus der ganzen Welt eine neue Kultur begründet haben. Deshalb fasziniert mich auch New York so. Und daher suche ich auch nach unbekannten Stücken aus dem 20. Jahrhundert. Mittlerweile habe ich eine Liste von über 20 Cellokonzerten, die ich noch spielen möchte. Das sind teilweise wirklich gute Stücke und es ist noch nicht entschieden, wie die sich einmal einordnen werden.

Cresendo: Sind Sie da auf dem Weg zum Spezialisten? 
Vogler: Das wär mir auch zu wenig, wir leben ja schließlich in der Gegenwart. Ich finde die Kombination interessant, dass man sagt, wie kann man die alten Werke neu entdecken, wie kann man in der Musik des 20. Jahrhunderts noch ein bisschen aufräumen und gucken, ob da nicht noch was übriggeblieben ist. Und dann ist da natürlich unsere Zeit, in der wir leben.

Crescendo: Wie beurteilen Sie da die Qualität? 
Vogler: Ich denke, es gibt gerade jetzt viele interessante Sachen. Und außerdem hat man als Interpret auch eine Verpflichtung. Sonst könnte man seine Existenz nur damit rechtfertigen, nach einer neuen Interpretation der bekannten Werke zu suchen - das ist mir nicht genug.

Crescendo: Haben Sie das Gefühl, dass die Veranstalter zu wenig Mut haben?

Vogler:
Ich glaube, es ist für niemanden einfach, 'unpopulär' wirkende Programme zusammenzustellen. Da braucht es sehr, sehr viel Einsatz. Das ist überhaupt die Schlüsselfrage. Ich denke, der Enthusiasmus und der persönliche Einsatz der Interpreten und Veranstalter sind das wichtigste. Als Interpret studiere ich ein Stück, und dann verliebe ich mich schnell in irgendeine Passage oder eine Farbe. Fast jedes neue Stück mit einem gewissen Niveau hat seine Qualitäten, die man als Interpret schnell zu schätzen lernt, während das Publikum sie bei einer Aufführung vielleicht gar nicht alle begreifen kann. Aber als Interpret muss man versuchen, es so überzeugend zu spielen, dass der Funke überspringt.

Crescendo: Sie haben ja vor kurzem das Cellokonzert von Jörg Widmann uraufgeführt. Kann man ein Stück "pushen"?

Vogler:
Das ist nicht leicht. Man hat sein Repertoire, ich habe vielleicht 25 Cellokonzerte im Angebot, und die Auswahl erfolgt ausschließlich durch die Veranstalter.

Crescendo: Sie stellen kein Saison-Repertoire auf?

Vogler:
Nein, ich brauche die Abwechslung. Aber allein dadurch, dass ich das Dutilleux-Konzert oder den Schönberg ins Repertoire nehme, haben die Veranstalter die Möglichkeit, überhaupt zu sagen: Gut, das machen wir mal. Dann bekommt man vielleicht auch einen gewissen Ruf und wird öfter mit diesem Repertoire eingeladen.

Crescendo: Und wie sieht's mit historischer Aufführungspraxis aus?

Vogler:
Ich würde nicht auf einem Barockcello spielen, und ich denke, dass die Protagonisten der Alten Musik auch schon sagen: Es ist eigentlich egal, ob man ein modernes oder ein altes Instrument nimmt. Viel wichtiger ist, wie man die Sache umsetzt. Man muss nicht unbedingt Darmsaiten auf sein Instrument spannen, um einen Haydn interessanter und spannender zu spielen.

Crescendo: Aber mit den alten Techniken setzen Sie sich auseinandersetzen?

Vogler:
Ja, natürlich. Phrasierung, Dynamik, Klang, Vibratotechniken - oder eben kein Vibrato - diese Dinge sind zehnmal wichtiger. Außerdem kann man ein altes Instrument in einem großen Saal nicht einfach klingen lassen, man muss übersetzten, zeichnen. Und diese Zeichnung kann man sowohl auf einem alten Instrument als auch auf einem neuen machen.

Crescendo: Wie gehen Sie denn an ein neues Stück heran? Hören Sie sich die Aufnahmen von Kollegen an? 
Vogler: Das ist eigentlich der letzte Schritt. Ich hab mich schon manchmal geärgert: Hättest du dir die Aufnahme vorher mal angehört, der hat hier doch so eine schöne Idee gehabt. Aber natürlich macht es viel mehr Spaß, im Notentext zu graben, völlig klar.

Crescendo: Haben Sie bestimmte Arbeitsphasen im Jahr, in denen Sie sich neue Stücke erarbeiten? 
Vogler: Inzwischen fahre ich immer zweigleisig, ich habe immer etwas Neues auf der Wartebank.

Crescendo: Lernen Sie alle Stücke auswendig? 
Vogler: Die meisten. Aber die endgültige Entscheidung fälle ich oft erst eine Woche vor dem Konzert. Neue Musik auswendig zu spielen, ist natürlich toll. Wenn aber irgendwas passiert, kann man eine Menge durcheinanderbringen. Es ist ja überhaupt interessant, dass wir in letzter Zeit unglaublich intolerant geworden sind gegenüber technischen Pannen. Und das hängt nicht nur mit der CD zusammen. Die Ausbildung ist heute einfach sehr gut, und jeder, der sich im Musikbetrieb hält, kann sein Instrument wirklich gut spielen. Das hebt natürlich unsere Ansprüche auch für kleinste Konzerte. Man erwartet heutzutage von dem Interpreten eine unglaubliche Perfektion - in möglichst jedem Konzert. Nur hat das mit Musik überhaupt noch nichts zu tun, es ist noch nicht mal die Grundlage von Musik.

Crescendo: Muss man also immer auf Nummer sicher gehen? 
Vogler: Das wäre sehr schade. Wenn ich mich nicht ganz wohl fühle, dann trete ich meist die Flucht nach vorne an - das ist eine Frage des Typs - und spiele mit noch mehr Risiko. Ich persönlich finde auch die Kollegen interessanter, die große Risiken eingehen. Und komischerweise spielen die am Ende oft nicht weniger perfekt.

CELLIST MIT SENDUNGSBEWUSSTSEIN - FONO FORUM

01. März 2001
Norbert Hornig
Sie haben als musikalisch hochbegabtes Kind das Ausbildungs- und Förderungssystem der ehemaligen DDR durchlaufen. Wie wurde dort unterrichtet?

Jan Vogler
Zwischen dem 12. und 17. Lebensjahr besuchte ich die Spezialschule für Musik in Ostberlin, die an die Hochschule Hanns Eisler angegliedert war. Eine Schule mit Internat, in der der Musikunterricht schon von Professoren der Hochschule erteilt wurde. Es herrschte dort eine sehr intensive Atmosphäre, die Lehrer waren extrem an Musik interessiert. Wir hatten mehrmals in der Woche Unterricht. Es gab einen intensiven Austausch auch über Kunst allgemein. Wir haben uns gegenseitig vorgespielt und sind jeden Abend ins Konzert oder ins Theater gegangen. Eine schöne, sehr ergiebige Zeit.

NH
Also hatte diese Ausnahmesituation auch gewisse Vorteile?

JV
Wir waren abgeschottet durch die politische Situation. Da war die Musik etwas, worauf man sich extrem konzentrieren konnte. Wir hatten zwar nicht das ganze "Know How" der westlichen Welt. Man konnte ja nicht einfach zum Studium nach New York oder Bloomington gehen. Wir haben versucht, durch Aufnahmen und Literatur den Kontakt nach außen zu halten. Wir hatten auch Platten aus dem Westen, Aufnahmen von Heifetz, Oistrach oder Rostropowitsch waren bekannt. Man hat sich diesen Einflüssen nicht verschlossen, musikalisch war alles offen. Was spannend war, ging in den Unterricht ein. Jede Aufführung, jede Platte, die jemand aufgetrieben hatte. Die Lehrer waren auch keine linientreuen Leute. Die hatten das extreme Gefühl, etwas zu verpassen. Dass die Entwicklung da stattfand, wo sie nicht dabeisein konnten. Das hat man versucht zu kompensieren.

NH
War die Ausbildung in dieser Isolierung nicht zwangsläufig sehr konservativ?

JV

Sicher. Mit sehr viel Engagement wollten unsere Lehrer die musikalischen Ideale der alten deutschen Schule vermitteln. Die Wurzeln waren in Leipzig, vor allem bei Julius Klengel, der u. a. Emanuel Feuermann unterrichtete. Meine beiden Lehrer, Peter Vogler und Josef Schwab, hatten noch Unterricht bei August Eichhorn, einem Schüler von Feuermann. Die von Andre Navarra geprägte französische Celloschule, die auch die westdeutsche Schule stark beeinflusst hat, kannte man gar nicht.

NH

Sie haben noch eine kurze Zeit an der Hochschule Hanns Eisler studiert und dann sofort die Stelle als Solocellist bei der Dresdner Staatskapelle angenommen. Zum eigenen Erstaunen?

JV
Es kam ein Brief aus Dresden, ob ich nicht vorspielen wollte. Seit zwölf Jahren war dort eine Solostelle frei. Die Orchester haben direkt Kontakt zu den Hochschulen gehalten und sich dort umgehört. Ich bin zu einem "informativen" Vorspiel, nicht zu einem regulären Probespiel, nach Dresden gefahren und habe dann völlig überraschend die Stelle bekommen. Mein Leben änderte sich über Nacht völlig. Ich habe mein Studium abgebrochen und bin nach Dresden gegangen. Aber es war völlig normal im damaligen Ausbildungssystem der DDR, mit 20 das Studium zu beenden. Wir wurden fast ausschließlich von Orchestermusikern ausgebildet, es gab kaum Solisten in der DDR. So war es auch das Ziel, die möglichst beste Orchesterstelle zu bekommen. Und eine Solostelle in der Staatskapelle war das Höchste, was man damals erreichen konnte. Die Position hat mich sehr gereizt, und gewartet hätte sie vielleicht doch nicht.

NH
Sie haben aber den Orchesterdienst dann noch einmal unterbrochen, um bei Heinrich Schiff zu studieren...

JV
Mit der Staatskapelle ging es sofort auf Tournee nach Amerika, wo ich auch als Solist auftrat. Dort sah ich die Studenten auf dem Campus, wie sie gelesen und gelernt haben. Und da bekam ich Lust, noch einmal zu studieren. Es gelang mir, 1989 ein Urlaubsjahr durchzusetzen. Ich kannte Heinrich Schiff von einem Meisterkurs und habe ihn um Unterstützung gebeten. Er half mir, für ein Jahr nach Basel zu kommen. Ich wollte etwas nachholen, technische Dinge, gewisse gestalterische Freiheiten. Wir waren daran gewöhnt, sehr diszipliniert und textgenau zu sein. Im selben Jahr war ich auch beim Marlboro Festival bei Siegfried Palm. Ich lernte Rudolf Serkin und die Mitglieder des Guarneri Quartetts kennen. Und habe gemerkt, was es in der Musikwelt noch alles gibt.

NH
Sie waren zehn Jahre Solocellist der Dresdner Staatskapelle. Was hat Sie bewogen, das Orchester 1997 zu verlassen?

JV

Die ersten fünf Jahre im Orchester habe ich an nichts anderes gedacht. Auch das Studium bei Heinrich Schiff war nicht darauf ausgerichtet, Solist zu werden. In Marlboro traf ich dann Leute, die durch die Welt reisten und unabhängig waren. Ich war der Einzige, der eine feste Stelle hatte. Allmählich spielte ich immer mehr solistisch, 1988 auch als "Einspringer" für Heinrich Schiff das Schumann-Konzert in Berlin, noch bevor ich bei ihm studierte. Stück für Stück kamen dann solistische Erfahrungen; und ich fand Gefallen daran, allein zu kämpfen und künstlerische Verantwortung zu tragen. Es hat noch einmal fünf Jahre gedauert, bis ich mir wirklich sicher war. Gegen den Rat sämtlicher Freunde und Bekannten habe ich diese Entscheidung getroffen. Giuseppe Sinopoli unterstützte mich in meinem Entschluss. Es war nicht leicht, diese sichere Position aufzugeben. Stück für Stück bin ich dann in die neue Aufgabe hineingewachsen.

NH
Welche Erfahrungen haben Sie aus dem Orchester in die solistische Karriere mitgenommen?

JV
Im Orchester habe ich natürlich extrem viel gelernt. Alle großen Dirigenten kamen nach Dresden. Ich erlebte die Ersten Geigen in Bruckner-Sinfonien und dachte: So möchte ich auch einmal phrasieren. So ein Orchester kann Dinge, die man sich als Solist sehr gut abschauen kann. Eine ganze Geigengruppe kann nie so falsch phrasieren wie einer allein. Mir war klar, dass es sehr schwer sein würde, eigene Interpretationen zu schaffen, die mindestens auf dem Niveau eines sehr guten Konzertes der Dresdner Staatskapelle liegen. Die gleiche emotionale Dimension allein zu erschaffen, war eine riesige Umstellung und Herausforderung. Was ich auch konkret mitnehmen konnte, war natürlich die Erfahrung mit diesem großen Volumen an Literatur aus Oper und Sinfonik. Als Solist hätte ich ohne diesen Hintergrund keine Chance gehabt. Für mich war es der richtige Weg. Ich glaube nicht, dass ich Zeit verloren habe.

NH
Und dann wagten Sie auch noch den Sprung nach NewYork...

JV
Ich brauchte ein Umfeld wie New York, um zu sehen, wo ich stand. Was wird eigentlich gespielt, wie ist das Weltniveau, auf dem man sich zurechtfinden muss? Ich habe davon gelebt, dass ich etwas Besonderes mitbekommen hatte durch meine Ausbildung und die Zeit in der Dresdner Staatskapelle. Und mit dieser Prägung bin ich ganz gut gefahren. Schon ein Jahr vorher hatte ich eine amerikanische Managerin kennen gelernt, die mir anbot, mich zu vertreten. Das war Glück ich kam nach Amerika und konnte gleich auftreten! Im November 1998 spielte ich dann sämtliche Beethoven-Cellosonaten im Lincoln-Center mit Andrea Lucchesini. Und die New York Times schrieb eine sehr gute Kritik. Das hat mir sehr geholfen, denn noch am selben Tag kamen per e-mail Konzertangebote.

NH
Und Europa?

JV
Da ist Berlin meine Glücksstadt, neben Dresden. In Berlin spiele ich immer wieder Orchesterkonzerte und Recitals.

NH
Wo liegen Ihre Repertoire-Schwerpunkte?

JV
Nach den Orchesterjahren war mein Interesse für Sonaten natürlich besonders groß. Ich habe mich zunächst intensiv mit den Beethoven-Sonaten beschäftigt, die auch das erste größere Plattenprojekt wurden. Zusammen mit Schumann. Das waren meine Lieblingskomponisten zwischen 20 und 30, mit denen ich förmlich aufgewachsen bin.

NH
Ihre Repertoireliste verzeichnet auch die Standardwerke des 20. Jahrhunderts. Gibt es da persönliche Vorlieben?

JV

Das Ligeti-Konzert und auch Werke wie Schnittkes Konzert Nr. 1 müssen jetzt fest in unserem Repertoire verankert sein. Das sind Werke, die ich als gleichwertig neben das Dvorák-Konzert stelle. Oder Brittens Cello-Sinfonie, ein schweres, aber sehr dankbares Stück. Auch im 20. Jahrhundert ist die Stilistik scharf umrissen. Ich halte auch Hindemith für sehr bedeutend. Man darf ihn nur nicht glätten, er muss extrem kantig klingen. In seiner Härte ist er etwas der Beethoven des 20. Jahrhunderts. Und das können wir noch entdecken.

NH

Jörg Widmann hat ein Cellokonzert für Sie geschrieben, das Sie letztes Jahr uraufgeführt und dann zusammen mit dem Schumann-Konzert aufgenommen haben. Was zeichnet seine Musik aus?

JV
Es ist ein großdimensioniertes Werk von 45 Minuten Länge und extremer Besetzung mit vier Hörnern und großem Schlagzeug. Formal ist es wie eine Art Sinfonie in einem Satz. Zwei Frauenstimmen ersetzen das Cello in längeren Passagen. Es ist ein Stück, das die Grenzen der Emotionen austestet, vor allem die dunklen Seiten. Es gibt keine Pause, und das Cello spielt die ersten 35 Minuten ununterbrochen, was auch rein physisch eine Erfahrung ist. Stilistisch hat das Werk keine zeitgenössische Parallele. Vom Gestus her ist es ein romantisches Stück, im Sinne des 21. Jahrhunderts natürlich. Das finde ich spannend. Jörg Widmann ist auf dem Weg, eine ganz eigene Musiksprache zu entwickeln, die mir sehr nahe ist.

NH
Wie könnte das Konzertleben in Zukunft aussehen? Wird die "ernste Musik" nicht immer mehr zu einer Oase für eine elitäre Minderheit?

JV
Ich glaube stark an eine Umkehrung. Ich sehe sie zunächst bei den Musikern, die letztlich verantwortlich dafür sind, wie sehr sich das Publikum für Musik interessiert. Wir haben eine Schlüsselrolle. Es muss eben jedes Konzert so spannend sein, dass die Leute wieder süchtig werden nach Musik. Mit "Entertainment" und "Open Air" ist es nicht zu machen, nur mit extremer Ernsthaftigkeit. Kunst hat immer dann bewegt, wenn sie extrem ernsthaft und groß dimensioniert war, wenn es um tiefe Gefühle ging. Wir können Leute mit Bergs Violinkonzert, wenn es hervorragend gespielt wird, genauso bewegen wie mit einem großen Theaterstück oder Kunstwerk. Ich habe immer noch dieses etwas verquerte Sendungsbewusstsein: Ich möchte die Musik gern jedem zeigen. Es ist sicher nicht leicht, aber ich versuche es an allen Fronten. Mit Widmanns Cellokonzert, mit Schnittke oder mit den Beethoven-Sonaten. Und bin froh, wenn es wenigstens in einem Bereich gelingt und das Publikum das Gefühl hatte: Wir waren dabei, es hat sich etwas ereignet an diesem Abend.

RICHARD STRAUSS - DIVERSE ZITATE 2004

01. Juni 2004
Strauss: Don Quixote, Romanze, Sonate
Sächsische Staatskapelle Dresden, Fabio Luisi
Sony Classical 2004

FONO FORUM – September 2004
[…] Kommt eine neue Strauss-CD aus Dresden, sind die Erwartungen hoch – wie im Falle dieser Produktion, die alle Werke mit Solo-Cello zusammenbringt: die melodienselige Romanze und die euphorische Sonate op. 6, zwei Geniestreiche des jungendlichen Strauss, und „Don Quixote“ von 1897 („Phantastische Variationen über ein Thema ritterlichen Charakters“), in dem das Solo-Cello die Rolle des Titelhelden übernimmt.
Jan Vogler gestaltet seine Parts kultiviert und mit tonlicher Noblesse. […]
Norbert Hornig



FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND– 22. Juni 2004
[…] Leidenschaft und Eleganz verleiht der Cellist [Jan Vogler] Richard Strauss’ machtvoller, lange vergessener Romanze für Cello und Orchester. In den Ecksätzen der ungestümen, wilden Cellosonate op. 6 begeistert Vogler mit unglaublicher Virtuosität. Mit feinem Klangsinn und großem Ton lässt er sein Cello im Andante regelrecht singen. […]
Dagmar Zurek



THE SUNDAY TIMES – 15. August 2004
This is a rare compendium […] of Strauss’s principal works for Cello, including the eraly Romance. […] this is an affectionate, beautifully played account of this famous score. […]


NDR KULTUR ONLINE – 6. August 2004
[…] Die drei seltener gehörten Stücke, die Strauss den Cellisten hinterließ […] hat Jan Vogler jetzt auf CD eingespielt […] Jan Vogler tritt in den berühmtesten Konzerthäusern der Welt auf und spielt dabei ebenso mit großen Orchestern wie mit seinen Kammermusikpartnern. Etwa mit Louis Lortie. Gemeinsam genießen sie jede unerwartete Wendung in der ungestümen Sonate für Cello und Klavier. […] Für Jan Vogler ist Strauss’ Romanze für Cello und Orchester sicherlich eine lohnende Entdeckung – seine Stärke liegt schließlich in den Kantilenen, die sich mit seinem vollen warmen Celloton fast so anhören wie ferner Gesang.
[…] Mit sicherem musikalischen Gespür balancieren Jan Vogler und die Dresdner Staatskapelle in der Tondichtung „Don Quixote“ zwischen Komik, Raserei und Melancholie. […]
Sarah Niehues



CRESCENDO – August/September 2004
Die Orchesterwerke von Richard Strauss verleiten zu Übertreibungen in Agogik und Dynamik. Einen angenehmen musikalisch überzeugenden Gegensatz bildet dazu das beinahe klassisch-maßvolle Dirigat von Fabio Luisi. Jan Vogler zeichnet sich durch die gleiche Interpretationshaltung aus, er bringt z.B. die hohen Töne klar und mit wenig Portamento. Die Staatskapelle Dresden spielt trotzdem nicht unterkühlt, sondern mit der Farbigkeit und Wärme, für die sie berühmt it. […]


KLEINE ZEITUNG GRAZ – 25. Juli 2004
Unter ihrem künftigen Chefdirigenten Fabio Luisi legt die Staatskapelle Dresden dem prägnant artikulierenden, sorgfältig phrasierenden und elegant gestaltenden Cellisten Jan Vogler einen schillernden Klanteppich zu Füßen.


FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG – 26. Juli 2004
[...] Vogler leibt es, sein kostbares, etwas herb und reserviert klingendes Guarneri-Cello von 1712 singen zu lassen. Dazu hat er in den beiden Frühwerken wir in fünfter Variation (nächtliche Herzensergüsse an Dulcinea) und Epilog von „Don Quixote“ ausgiebig Gelegenheit. Dabei ist sein Ton eher licht und leicht als blühend, das technisch lupenreine Spiel zeugt von großem künstlerischen Ernst und textgenauer Disziplin. […]
Ellen Kohlhaas


BR ONLINE – 17. Juni 2004
[…]Jan Vogler spielt auf einem Guarneri-Cello von 1712 mit einem fast rauen Ton und zugleich großen Stimmumfang. Es ist eine ganz spezielle Mischung aus Energetik und Eleganz, zu der sich bei ihm ein Hauch von dunkler Melancholie hinzugesellt. Das macht sein Cellospiel so unverwechselbar. Und das macht verständlich, warum Jan Vogler sich für die spätromantisch schwelgenden Kantilenen eines Richard Strauss begeistert, deren existentielle Dimensionen von Liebe und Tod er j auch geistig in jedem Moment durchdringt - ganz besonders im gemeinsam mit der Staatskapelle Dresden unter Fabio Luisi hinreißend interpretierten „Don ; Quixote“. Jan Voglers ungemein melodiöser Celloton scheint sich am Klangspektrum der menschlichen Stimme zu orientieren und wird so den schweifenden Kantilenen des Strauss'schen Instrumentalgesangs auf faszinierende Weise gerecht. Geradezu betörend wirkt das in der sehr ungestümen und stellenweise wilden Sonate für Cello und Klavier op. 6, die Jan Vogler zusammen mit dem phänomenalen Pianisten Louis Lortie mit vibrierendem Schwung musiziert.
Michael Schmidt


DRESDNER NEUESTE NACHRICHTEN – 30./31. Oktober 2004
[…] Vom ersten Ton an nimmt die Aufnahme gefangen, lässt mit klanglicher Präsenz, auch Schönheit, des Komponisten spätere Entwicklung vorausahnen, lockt mit einer gesanglichen, aber dennoch geschmackvoll beherrschten Emphase des Soloinstruments, die im Orchesterpart ihren gemäßen Nachhall findet. […]
Kerstin Leiße

GESTRICHENE STERNSTUNDE - SÄCHSISCHE ZEITUNG

01. Mai 2002
Mira Wang, Jan Vogler, Radio-Philharmonie Hannover, Werke von Camille Saint Saens, edel/Berlin classics

Die chinesische Geigerin und der deutsche Cellist haben inzwischen nicht nur hohes internationales Ansehen gewonnen, sondern auch zu einer Lebensgemeinschaft gefunden, die zu einem gemeinsamen Kind geführt hat. Beide Musiker sind dem Dresdener Publikum durch solistische Gastspiele bei der Philharmonie und der Staatskapelle bekannt; Vogler war erst 20, als er erster Konzertmeister der Celli bei der Staatskapelle wurde. Regelmäßig sind sie beim Moritzburger Kammermusikfestival zu erleben, das inzwischen von Vogler allein künstlerisch geleitet wird. Beide hatten inzwischen auch ihr erfolgreiches Debüt im New Lincoln Center. Die Werke von Saint Saens - Violinkonzert Nr. 3, Cellokonzert Nr. 1, "die Muse und der Dichter" für Violine, Violoncello und Orchester - gehören nicht zum Alltagsrepertoire, so dass sich die CD neben der vorzüglichen Interpretation durch eine Repertoirebereicherung auszeichnet. Fazit: sehr empfehlenswert

Peter Zacher

FRANZÖSISCHE VIRTUOSENROMANTIK - FONO FORUM

01. August 2002
Camille Saint-Saëns lieferte den wohl bedeutendsten Beitrag der französischen Romantik zum Konzertsaalrepertoire. Doch nur wenige Werke davon konnten sich dauerhaft behaupten, etwa die Klavierkonzerte Nr. 2 und Nr. 4 oder die monumentale, Franz Liszt zugeeignete "Orgelsinfonie". Geiger brillieren stets gern mit "Introduktion und Rondo capriccioso" oder der "Havanaise".
Auch Jan Vogler und Mira Wang wählten für ihre aktuelle CD zwei Saint-Saëns-Klassiker, die ihre Wirkung nie verfehlen: das erste Cellokonzert und das dritte Violinkonzert. Zwischendurch begegnen sich Geige und Cello im Konzertstück "La muse et le poète" - eine sinnvolle Werkkopplung. Das dreiteilige, wie ein Ganzes gearbeitete Cellokonzert bietet dem Cellisten nicht nur die Möglichkeit, mit solistischer Bravour hervorzutreten, sondern auch, klanglichen Feinsinn zu entfalten. All dies tut Jan Vogler auf hohem Niveau, bestens unterstützt durch sein hervorragend klingendes Guarneri-Instrument. Schade nur, dass Dirigent Thierry Fischer den Orchesterzauber am Beginn des zweiten Satzes nur in Ansätzen zu vermitteln weiß.

Mira Wang ist im H-Moll-Violinkonzert eine technisch versierte Solistin, die sich auf ihrer Stradivari mit gediegener Tonschönheit präsentiert. Im Konzertstück op. 132 musizieren Vogler und Wang in bester Übereinstimmung zusammen.

Norbert Hornig

SAINT SAËNS KONZERTE - CRESCENDO

07. Februar 2002
Auch wenn sie sich auf den Coverfotos ernst und vergeistigt präsentieren, Mira Wang und Jan Vogler sind Vollblut-Musiker. Auf ihrer neuen CD präsentiert das Musiker-Ehepaar zwei Konzerte des Romantikers Camille Saint-Saëns. Wie im Nu verfliegt das erste Cellokonzert dank Jan Voglers hoch-engagiert-zupackendem und doch immer klangschönem Spiel. Und auch Mira Wang meistert das 3. Violinkonzert souverän. Im Zentrum der CD platziert ist das fast 20-minütige Konzert- stück La muse et le poète, in dem Muse und Dichter lange umeinander herumstreichen, bevor sich ihre Wege im gloriosen Finale vereinigen.

Camille Saint-Saëns, Crescendo

JOSEPH HAYDN VIOLONCELLOKONZERTE C-DUR I-III - CRESCENDO

12. November 2001
Haydns D-Dur-Konzert ist der Prüfstein für alle Cellisten, es gilt als das schwerste der großen Konzerte. Jan Vogler bewältigt diese Aufgabe mit souveräner Eleganz. Seine Einspielung mit den Virtuosi Saxoniae hält klanglich die Mitte zwischen der konservativen, romantisierenden Spielweise und den aktuellen Bestrebungen, auf "normalen" Instrumenten "historisch" zu spielen (wie in Zinmans Zürcher Beethoven-Zyklus).
Ein besonderes Highlight ist die wunderbar atmosphärische Kadenz zum 2. Satz vom jungen Komponisten Jörg Widmann.

SCHUMANN/WIDMANN CELLOKONZERTE - BAYERN 4 KLASSIK

01. April 2001
Einmal mehr besticht das unter Christoph Poppen zu neuem Ruhm gelangt. Münchener Kammerorchester hier durch eine ausgefellte Programmkonzeptlon, die Altbekanntes hinter ragt und mit Avantgarde klug in Beziehung Setzt In diesem Fall wird das frisch, entschlackt. und jederzeit flüssig genommene a-MoIl-C.llokonzert von Schumann mit einem bodenlos abgründigen Schumann-Reflex des jungen, hochtalentierten Jörg Widmann kombiniert. "Dunkle Saiten", 2000 für die EXPO in Hannover komponiert, ist ein dreiviertelstündiges Nachtstück von extremerAusdrucksintensität und aschfahler Schönheit, das die "dunklen Seiten" im Leben und Sterben Robert Schumanns bis zum nackten Wahnsinn auslotet. Star der CD ist der aufstrebende Cellist Jan Vogler, der sich mit brennender Expresslon, stupener Virtuosität und sonorer Klanglichkelt In beide Werke stürzt.

Fridemann Leipold

SCHOSTAKOWITSCH, WEILL U.A. - SONATEN FÜR CELLO UND KLAVIER - STEREO

01. November 2000
Der Cellist Jan Vogler und der Pianist Bruno Canino zeigen sich als Kammermusiker von hohem Rang. Großartig, mit welcher Kantabilität und Phantasie dieses Duo Kurt Weills Cellosonate wiedergibt. Ob die spukhaften Elemente des 1. Satzes oder die ironisierenden grotesken Stellen des 3. Satzes - alles scheint perfekt ausziseliert und tief empfunden. Nahezu beklemmend wirkt das unerbittlich hämmernde Scherzo aus Schostakowitschs Sonate: Fanatismus pur! Spanische Folklore singt Vogler auf seinem Cello in Fallas Siete conciones populares espanolas" vor.

Oliver Ford

DE FALLA, SCHOSTAKOWITSCH, WEILL - KLASSIK HEUTE

01. November 2000
Sie beginnen sanft, als wüßten sie nicht, was sich in diesem Werk an Widerständigem und Verlorenem ausbreiten wird. Fast sanft-romantisch kommen Jan Vogler und Bruno Canino daher und schleichen sich so beim Hörer ein. Doch was sich zuerst überraschend zurückhaltend anhört, läßt sich auch lesen als Vereinsamung, hier im ersten Satz ohne Pathos dargeboten. Die Cellosonate von Dmitri Schostakowitsch entstand ja 1934, in einer politisch zunehmend bedrängenden Zeit. Von der Ernsthaftigkeit der Solisten sind auch die anderen Sätze getragen; allerdings werden dadurch auch ein wenig die darin angelegten Kontraste eingeebnet.
Anfang des 20. Jahrhunderts und damit in zeitlicher Nähe entstanden auch die Stücke Manuel de Fallas und 1 Kurt Weills. Unterschiedlicher könnten die Werke kaum sein: De FaIlas Rückgriff auf maurische und folkloristische Traditionen und Weills kammermusikalischer Ausbruch ins Ekstatische. Auch wenn es Vogler nicht immer gelingt, sich dieser Ekstase hinzugeben, der immer kontrolliert bleibt, überzeugt doch die künstlerische Integrität.

Künstlerische Qualität: Eine in künstlerischer Hinsicht herausragende Aufnahme
Klangqualität: Hervorragender Klang
Gesamteindruck: Eine herausragende Produktion

KLASSIK heute Empfehlung

Elgin Heuerding

RAVEL, EISLER, KODÁLY, HÄNDEL - RONDO

01. Januar 2000
Werke für Cello und Geige
Der Titel eines der weniger bekannten Shakespeare-Stücke, Love s Labour Lost", auf Deutsch etwa: Die Arbeit der Liebe verloren", wird mit dieser Aufnahme glorios ins Gegenteil verkehrt:

Wenn die chinesische Geigerin Mira Wang und der deutsche Cellist Jan Vogler - wie s die Fotos im Beiheft suggerieren - nicht wirklich ein Paar sind, im erotischen Sinne (beide leben in New York), dann sind sie s wenigstens auf dieser CD.

Diese Ernphase, dieser Gleichklang trotz Verschiedenheit, dieses gemeinsame Wesen, das sich genau so bei einer Händel-Passacaglia (arrangiert von Johan Halvorsen) wunderbar vertragen kann wie bei Koddlys Duo op. 7 bisweilen krachen, und schon erst bei Ravels Sonate für Geige und Cello - das so vital vom Leben selbst erzählen kann, so wunderbar aufeinander eingehen, sich gegenseitig erganzen und den natürlich jeweils eigenen Charakter dabei nicht verliert: So wünscht man sich wahrlich ein Duo, auch wenn das Cover nur eine Art Pop-Crossover suggeriert. Was immer das für eine Brücke sein mag, die da zu sehen ist, die Aufnahme dieser Duette für Geige und Cello schlagen eine viel virtuosere andere Brücke. Die zwischen den Zeiten und den Menschen.

Thomas Rübenacker

VERTRAUTES DUO - MUSIK & THEATER

01. Juli 2000
Der deutsche Cellist Jan Vogler und die chinesische Geigerin Mira Wang sind auch privat ein Paar. Diese Vertrautheit hört man aus ihrem Duo-Spiel vom ersten bis zum letzten Takt heraus: Neben der selbstverständlich vorauszusetzenden instrurnentalen Technik beweist das Paar schlafwandlerische Sicherheit, musikalische Ubereinstimmung bis in die hintersten Details der Phrasierungen, aber auch absolute Vertrautheit mit den hier aufgenorn menen Kostbarkeiten von Kodäly, Eisler und Ravel. Während Eisler sich in seinem Duo von 1924 noch mit der Zwölftontechnik abmüht, die er durch umso tänzerischere Rhythmen zu kompensieren versucht, haben sowohl Kodály wie Ravel mustergültige Werke für diese aussergewöhnliche Besetzung geschrieben, die beide die spieltechnischen und klanglichen Möglichkeiten dieser beiden Instrumente im jeweils eigenständigen Idiom ausschöpfen.

DUO, KLASSIK HEUTE

01. Mai 2000
Unterschiedlicher als Kodálys Duo und Ravels Sonate können zwei gleich besetzte, viersätzige, in etwa gleich dimensionierte Werke aus zeitlicher Nähe kaum sein: Hier Kodälys überbordende Klangvisionen, die der kargen Besetzung beinahe orchestrale Fülle und Vielfarbigkeit bescheren, dort Ravels unbedingte Klarheit, die bisweilen schon an Kargheit grenzt. Beiden gemein ist indes, daß die spiel- technischen Anforderungen an die Interpreten erheblich bis bestialisch sind.

Doch das ist für das Duo Wang/Vogler eine zu vernachlässigende Kategorie. Bereits die ersten Töne von Kodälys monumentalem Duo packen den Hörer - und von da an wird er nicht mehr los gelassen. Jedenfalls nicht bei den Hauptwerken der eine Spur zu direkt klingenden Produktion. Halvorsens sportliche Händel-Bearbeitung und Eislers gehackte Miniatur mit Leben zu füllen, gelingt indes auch diesen beiden Ausnahmemusikern nicht. Aber das sollte niemanden davon abhalten, sich diese wunderbare CD ins Regal zu stellen.

Künstlerische Qualität: Eine in künstlerischer Hinsicht herausragende Aufnahme
Klangqualität: Hervorragender Klang
Gesamteindruck: Eine herausragende Produktion
KLASSIK heute Empfehlung

UNEINGESCHRÄNKTES VERGNÜGEN AM ROBUSTEN - SÄCHSISCHE ZEITUNG

01. August 1998
Zunächst war Skepsis angesagt. Als ich in Jan Voglers Einführungs-Text im Beiheft zu seiner CD Iaß, daß er auf verblüffende Parallelen zwischen den beiden Suiten Johann Sebastian Bachs (G-Dur BWV 1007 und d-Moll BWV 1008) und den ersten beiden Suiten Max Regers (GDur und d-Moll op. 131 c) gestoßen sei, mochte ich das nicht recht glauben. Versuchte hier wieder einmal ein Musiker, eine eher zufällige Zusamrnenstellung von vier umfangreichen Solostücken als gar nicht so zufällig hinzustellen? Oder sollte der Zufall als Absicht kaschiert werden? Nun ist Vogler ein zu guter Musiker, als daß er solcherlei Pseudobegründungen nötig hätte. Was also soll das?

Als ich mir dann aber die CD anhörte, mußte ich dem Dresdner Cellisten nicht nur Recht geben, sondern hatte außerdem noch uneingeschränktes Vergnügen an seiner Interpretation. Die formalen Parallelen zwischen Bach und Reger - gleiche Tonarten, weitgehend ähnliche Satzbezeichnungen, ähnlich freie Behandlung der einzelnen Tanzsätze - sind dabei gar nicht einmal so entscheidend. Obwohl sie in Voglers Spielweise deutlich genug werden. Man könnte es überspitzt so formulieren, daß er Reger mit einem Bach-Strich spielt. Einige Passagen klingen so, daß sie eigentlich auch von Bach sein könnten. Und natürlich ist das nicht nur eine Folge des Strichs.

Das eigentlich Wichtige an dieser CD ist die Art, in der Vogler Bach spielt. Da ist er nämlich nicht In erster Linie auf den schönen Ton aus, sondern musiziert bemerkenswert robust. In seiner Interpretation liegen diese Suiten quer zum augenreinen Geschmack, der auf Glätte aus ist und damit auf Vitalität verzichtet.

Musik frisch gespielt und gereinigt

Vogler reinigt die Suiten von allen Verharmlosungen, die ihnen das 19. Jahrhundert aufgeprägt hat. Seine Bach-Suiten sind ungemein frisch, manchmal ein bißchen widerborstig und wenig schmiegsam. Und das bekommt Ihnen bestens. Die Regerschen Suiten von 1914 wirken wie Kommentare aus Bach, wie eine Weiterführung von Gedanken, die 1720 nur einen vorläufigen Abschluß gefunden haben. Wenn nicht Unerwartetes geschieht, wird das wohl meine CD des Jahres 1998 werden.

VOGLER UND CANINO IM PERFEKTEN ZUSAMMENSPIEL - WELT AM SONNTAG

09. Juni 1996
Mit diesen Aufnahmen, im Schloß Rammenau entstanden, liegen nun die drei CDs vor, auf denen Jan Vogler (Konzertmeister bei der Staatskapelle Dresden) und Bruno Canino (weltweit begehrter Solist und Kammermusier) alle Werke für Violoncello und Klavier von Ludwig van Beethoven und Robert Schumann einspielten. Nun erklingt Beethovens A-Dur-Sonate opus 69, sein beliebtestes Werk für diese Besetzung, in einer einfühlsamen Wiedergabe, die jedem Partner im entscheidenden Moment den notwendigen klanglichen Raum gewährt, ohne die Einheit aus dem Auge zu verlieren. Virtuosität ist besonders in den Variationen über Themen von Georg Friedrich Händel und Wolfgang Amadeus Mozart gefragt. Sie wird sehr gut bewältigt. Ausklang sind die sensiblen Phantasiestücke für Klavier und Violoncello von Robert Schumann.

DURCHDACHT UND EIGENSTÄNDIG - FONO FORUM

01. September 1996
Jan Vogler wurde 1964 in Berlin geboren und begann als Sechsjähriger, Cello zu spielen. Von 1975 bis 1981 besuchte er die Spezialschule für Musik in Berlin und anschließend die Hochschule für Musik. Erfolgreiche Teilnahme an nationalen und internationalen Wettbewerben, Meisterkurse bei Siegfried Palm, Tobias Kühne und Heinrich Schiff, mit zwanzig erster Solocellist der Staatskapelle Dresden, zunehmend auch solistische Tätigkeit — Stationen des Aufstiegs dieses Cellisten. Die Gesamtaufnahme der Werke für Violoncello und Klavier von Ludwig van Beethoven und Robert Schumann, eine der gestalterisch anspruchsvollsten Aufgaben, die sich ein Cellist stellen kann, läßt schon nach wenigen Takten das außergewöhnliche Können dieses jungen Musikers erkennen. Vogler ist nicht nur ein überaus versierter lnstrumentalist, sondern auch ein exzellenter Musiker, der sich nicht in irgendwie genormten lnterpretationsmustern verfängt, sondern ein reifes und eigenständiges Konzept anzubieten hat. Voglers stets reflektierendes Spiel bleibt nicht an der Oberfläche, es sucht nach dem Hintergründigen und dringt in die tieferen Schichten der Musik vor. Sein Beethoven lebt aus dem spannungsreichen Kontrast, er ist schroff und sanft, hochfahrend kraftvoll und grüblerisch versunken, immer aber auch von einer mitteilsamen, rhetorischen Qualität. Glaubhaft vermag sich Vogler auch in Schumanns Welt der Poesie, der Leidenschaft und der Melancholie einzufühlen. Wenn gefordert, entfaltet er hier den großen, romantisch schwelgenden Ton. In Bruno Canino hat Vogler einen erfahrenen und absolut verläßlichen Mitgestalter gefunden.

Beethoven - Schumann Vol. I, Fono Forum, Norbert Hornig